Bachelorarbeit, 2014
182 Seiten
1 Einleitung
2 Formulierung und Begründung der Fragestellung
3 Theoretischer Rahmen
3.1 Versuch von Begriffserklärungen
3.2 Relevanz der Imagination
3.2.1 In der Gesellschaft
3.2.2 In der Schule
3.2.3 Im Fach Geschichte
3.3 Schattenseite der Imagination
3.3.1 Phantasiekiller
3.3.2 Ablehnung der Imagination in der Schule
3.4 Imagination im Plan d’Études (2011)
3.5 Vorstellungsbilder und Filmbilder
3.6 Audiovisuelle Quellen im Fach Geschichte
3.6.1 Herausforderung der Authentizität im Film
3.6.2 Filmeinsatz im Unterricht
3.7 Schriftliche Quellen im Fach Geschichte
3.7.1 Textquellen
3.7.2 Textquellen im Unterricht
4 Aktueller Stand der Wissenschaft
4.1 Historische Imagination als neuer Begriff in der Literatur
4.2 Experimente von Schörken (1994)
4.3 Studie von v. Borries (1999)
4.4 Studie von Meringoff (1980)
4.5 Studie von Michel & Roebers (2007)
5 Methodologie
5.1 Eine qualitative Studie
5.2 Methoden der Datenerhebung
5.2.1 Produktanalyse
5.2.2 Qualitative Befragung
5.2.3 Qualitative Beobachtung
5.3 Datenerhebung
5.3.1 Erhebungskontext: die TeilnehmerInnen
5.3.2 Unterrichtsthemen
5.3.3 Lernsituationen
6 Präsentation der Daten
6.1 Thema „Mittelalter“ anhand von audiovisuellen Quellen
6.1.1 Anfängliche Vorstellungen der TeilnehmerInnen
6.1.2 Phantasiereise „Spaziergang durch die Burg“
6.1.3 Schreiben eines Briefes aus der Sicht eines Knappen
6.1.4 Autoevaluation über die Lernprozesse
6.1.5 Spätere Vorstellungen von mittelalterlichen Burgen
6.2 Thema „Hexenverfolgung“ anhand von schriftlichen Quellen
6.2.1 Anfängliche Vorstellungen der TeilnehmerInnen
6.2.2 Phantasiereise „Feultges Tréin“
6.2.3 Standbild einer Theaterszene
6.2.4 Darstellung einer Theaterszene
6.2.5 Autoevaluation über die Lernprozesse
6.2.6 Spätere Vorstellungen von „Hexen“
6.3 Schülervergleich zwischen den audiovisuellen und schriftlichen Quellen
7 Interpretation der Daten
7.1 Wandel der Vorstellungen der TeilnehmerInnen
7.1.1 Zum Thema „Mittelalter“
7.1.2 Zum Thema „Hexen“
7.1.3 Vergleich zwischen audiovisuellen und schriftlichen Quellen
7.2 Phantasiereisen
7.2.1 „Spaziergang durch die Burg“
7.2.2 „Feultges Tréin“
7.2.3 Vergleich zwischen audiovisuellen und schriftlichen Quellen
7.3 Empathiefähigkeit
7.3.1 Schreiben eines Briefes aus der Sicht eines Knappen
7.3.2 Szenisches Interpretieren
7.3.3 Vergleich zwischen audiovisuellen und schriftlichen Quellen
7.4 Vorstellen, Verständlichkeit, Lernzuwachs und Interesse
8 Schlussfolgerung
8.1 Beantwortung der Forschungsfrage
8.2 Konsequenzen für den Unterricht
8.3 Persönliche Schlussfolgerung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der Imagination im Geschichtsunterricht am Beispiel einer Schulklasse des Cycle 4. Das Hauptziel besteht darin, zu analysieren, wie Schülerinnen und Schüler mit Hilfe ihrer eigenen Vorstellungskraft historische Ereignisse verarbeiten und wie sich dabei der Einsatz von audiovisuellen Quellen (Film) von schriftlichen Quellen (Theaterstück) unterscheidet.
1 Einleitung
Diese Arbeit beschäftigt sich mit einem zum Teil noch unerforschten Thema in der Geschichtsdidaktik. Der Stellenwert der Imagination ist in der Pädagogik noch sehr gering und die Vorstellungskraft der SchülerInnen wird in der Schule nur selten genutzt (vgl. Fauser 2002 & Schörken, 1994).
Jedoch wird oft unbewusst die Imagination der SchülerInnen aufgerufen, um fehlende Anschauungsmaterialien im Unterricht durch imaginative Prozesse zu ersetzen. „Stellt euch mal vor …“ ist so ein Satz, der jeder Schüler und Lehrer wohl kennt. Unterricht scheint ohne Imagination kaum möglich zu sein.
Des Weiteren kann man behaupten, dass jeder (Geschichts-)Lehrer die Schüleraussage „Ich kann mir das nicht vorstellen.“ oder ähnliches bereits gehört hat. Eine solche Aussage seitens der SchülerInnen kann man dem Satz „Ich verstehe das nicht.“ eigentlich gleichsetzen. Sie drückt nämlich eine Schwäche zum Verstehen aus. Der Schüler scheint nicht fähig zu sein, sich ein bestimmtes historisches Ereignis vorzustellen, also über innere Bilder zu diesem Ereignis zu verfügen. Ein solches Nicht-Verstehen kann dabei schnell zu Desinteresse seitens der SchülerInnen führen. Ich selbst machte im Gymnasium die Erfahrung, dass mir politisch-historische Ereignisse, wie z.B. die französische Revolution oder der Aufbau der Sowjetunion stets abstrakte Begriffe blieben. Ich konnte mir diese Ereignisse nicht vorstellen, verstand sie nicht und verlor das Interesse am Fach Geschichte.
Aus diesen Gründen ist es mir von großer Bedeutung, das Fach Geschichte anschaulich anzugehen, besonders wenn man SchülerInnen überhaupt erst einmal an dieses Fach heranführen möchte. Weckt man nämlich nicht schon in der Grundschule das Interesse und die Neugierde der SchülerInnen, werden diese auch in späteren Jahren Schwierigkeiten haben, sich für historische Ereignisse zu interessieren.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den bisher geringen Stellenwert der Imagination in der Geschichtsdidaktik und begründet die Relevanz einer anschaulichen Vermittlung historischer Themen zur Förderung des Schülerinteresses.
2 Formulierung und Begründung der Fragestellung: In diesem Kapitel wird die Forschungsfrage nach den Unterschieden bei der Nutzung schriftlicher und audiovisueller Quellen zur Anbahnung historischer Imagination im Cycle 4 definiert.
3 Theoretischer Rahmen: Dieser Abschnitt klärt die Begriffe Phantasie, Imagination und Vorstellung, erläutert deren Relevanz im Fach Geschichte und diskutiert die methodischen Herausforderungen und Chancen beim Einsatz von Film- und Textquellen.
4 Aktueller Stand der Wissenschaft: Hier werden bestehende Studien, wie die Experimente von Schörken (1994) oder die Untersuchungen von Meringoff (1980), zusammenfassend dargestellt und auf die Relevanz für das Thema bezogen.
5 Methodologie: Dieses Kapitel beschreibt das qualitative Forschungsdesign der Studie, inklusive der angewandten Methoden der Datenerhebung wie Produktanalyse, Befragung und Beobachtung sowie den Kontext der Teilnehmergruppe.
6 Präsentation der Daten: Die erhobenen Daten aus den Schülerproduktionen und Interviews zu den Themen Mittelalter (audiovisuell) und Hexenverfolgung (schriftlich) werden hier chronologisch präsentiert.
7 Interpretation der Daten: Die Ergebnisse werden interpretiert, wobei der Fokus auf dem Wandel der Schülervorstellungen, den Phantasiereisen, der Empathiefähigkeit sowie dem generellen Vergleich der Quellentypen liegt.
8 Schlussfolgerung: Das letzte Kapitel beantwortet die Forschungsfrage, leitet Konsequenzen für den Geschichtsunterricht ab und enthält eine persönliche Reflexion der Autorin.
Imagination, Empathie, Geschichtsdidaktik, Mittelalter, Hexenverfolgung, audiovisuelle Quellen, schriftliche Quellen, historische Vorstellung, Schülerprodukte, qualitative Forschung, Lernprozesse, Cycle 4, historische Rezeption, historische Rekonstruktion.
Die Arbeit untersucht, welche Bedeutung die Imagination für das Lernen und Verstehen im Fach Geschichte hat und wie Schülerinnen und Schüler durch den Einsatz von unterschiedlichen Medien (Texte und Filme) an historische Themen herangeführt werden können.
Die thematischen Schwerpunkte liegen auf der historischen Imagination, dem Vergleich von schriftlichen und audiovisuellen Quellen im Unterricht sowie der Förderung von Empathie und Vorstellungsbildern bei Kindern im Cycle 4.
Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Welche Unterschiede gibt es zwischen der Nutzung von schriftlichen und audiovisuellen Quellen, um SchülerInnen eines Cycle 4 mittels ihrer Imagination an historische Ereignisse heranzuführen?“
Die Studie basiert auf einem qualitativen Forschungsansatz, bei dem Daten durch Produktanalysen (Texte, Zeichnungen), qualitative Interviews mit Schülerinnen und Schülern sowie dem Klassenlehrer und ergänzende Beobachtungen erhoben wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Begriffsbestimmung, Bedeutung der Imagination), eine Übersicht über den wissenschaftlichen Stand sowie eine empirische Untersuchung, in der Lernsituationen zu den Themen Mittelalter und Hexenverfolgung praktisch analysiert werden.
Die wichtigsten Begriffe sind Imagination, Empathie, Geschichtsdidaktik, audiovisuelle/schriftliche Quellen, historische Vorstellung und die kindliche Lernentwicklung im Fach Geschichte.
Der Hexenprozess von Feultges Tréin wurde gewählt, da es sich um ein reales, lokal verankertes historisches Ereignis aus Luxemburg handelt, das für die Kinder anschaulich, authentisch und nachvollziehbar aufgearbeitet werden konnte.
Aus der Studie geht hervor, dass audiovisuelle Quellen einen wertvollen Ausgangspunkt für imaginative Aufgaben darstellen, da sie durch Filmbilder ein besseres Verständnis fördern, aber dennoch durch begleitende Aufgaben aufgearbeitet werden müssen, um eigenständige Vorstellungsbilder anzuregen.
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