Bachelorarbeit, 2013
44 Seiten, Note: 2,1
1. Einleitung
2. Gender-Studien
3. Nouvelle Vague
3.1 Die Entstehung der Nouvelle Vague
3.2 Das Phänomen Nouvelle Vague
3.3 Godard, Truffaut und die Frauen
4. Die Darstellung der Frau
4.1 Die Darstellung der Frau vor der Nouvelle Vague (ab 1945)
4.2 Die Darstellung der Frau während der Nouvelle Vague
5. Filmbeispiele
5.1 Jules et Jim
5.1.1 Ausgangspunkt und Umstände
5.1.2 Handlung
5.1.3 Jules und Jim
5.1.4 Cathérine
5.1.5 Jeanne Moreau
5.1.6 Auswertung des Filmprotokolls
5.2 À bout de souffle
5.2.1 Ausgangspunkt und Umstände
5.2.2 Handlung
5.2.3 Michel
5.2.4 Patricia
5.2.5 Jean Seberg
5.2.6 Auswertung des Filmprotokolls
5.3 Intentionen Truffauts und Godards
6. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Codierung von Weiblichkeit im französischen Kino der Nouvelle Vague anhand der Filme "Jules et Jim" von François Truffaut und "À bout de souffle" von Jean-Luc Godard. Ziel ist es, die kinematographischen Darstellungsformen von Geschlechterrollen zu analysieren und zu hinterfragen, inwiefern diese Filme mit traditionellen Konventionen brechen oder neue Idealbilder konstruieren.
3.1 Die Entstehung der Nouvelle Vague
Um das Phänomen Nouvelle Vague beschreiben zu können, ist es erforderlich, die Entstehungsgeschichte zu kennen.
Die fünfziger Jahre im Französischen Kino waren vor allem durch eine Filmgattung geprägt – die qualité française oder auch tradition de qualité. Jacques Rivette äußerte sich zu dieser Gattung folgendermaßen: „[...] das Universum wird eingefangen und zerstört in einem Netz formaler Konventionen.“7. Was er damit meinte, waren hochwertige Technik, aufwändige Beleuchtung und kostspielige Ausstattung, die in Studios eingesetzt wurden und den Verfilmungen literarischer Werke mit berühmten Schauspielern, beides ein Markenzeichen der tradition de qualité, die nötige Popularität verleihen sollten. Diese Epoche der immer gleichen Szenarien wird auch als „l’âge d’or de studios“ bezeichnet, welches völlig im Kontrast zu den filmischen Mitteln der Nouvelle Vague steht. Godard kommentierte die Art und Weise, sowie die Inhalte der tradition de qualité folgendermaßen:
„Vos mouvement d’appareils sont laids parce que votre sujet est mauvais, vos acteurs jouent mals parce que vos dialogues sont nuls, en un mot, vous ne savez pas faire de cinéma parce que vous ne savez pas ce que c’est .“8
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Weiblichkeitscodierung und Darstellung der Forschungsabsicht anhand von zwei exemplarischen Filmen.
2. Gender-Studien: Theoretische Auseinandersetzung mit der Konstruktion von Geschlecht und dessen Bedeutung im soziokulturellen und medialen Kontext.
3. Nouvelle Vague: Untersuchung der historischen Ursprünge, des ästhetischen Phänomens und der spezifischen Regieansätze von Truffaut und Godard.
4. Die Darstellung der Frau: Kontrastierung der Frauendarstellung im Nachkriegskino mit den neuen, komplexeren Frauenbildern der Nouvelle Vague.
5. Filmbeispiele: Detaillierte Analyse der Filme "Jules et Jim" und "À bout de souffle" sowie ihrer weiblichen Protagonistinnen mittels Auswertung von Filmprotokollen.
6. Zusammenfassung: Synthese der Forschungsergebnisse und Reflexion über den Stellenwert der untersuchten Filme für den Genderdiskurs.
Nouvelle Vague, Weiblichkeit, Geschlechterrollen, François Truffaut, Jean-Luc Godard, Gender-Studien, Jules et Jim, À bout de souffle, Identitätskonstruktion, Maskerade, Filmtheorie, Filmanalyse, Femme Fatale, Authentizität.
Die Arbeit analysiert, wie das französische Kino der Nouvelle Vague weibliche Charaktere darstellt und welche filmischen Mittel dabei eingesetzt werden, um Weiblichkeit zu codieren.
Zentrale Themen sind die Rolle der Frau, die Dekonstruktion traditioneller Geschlechterrollen, das Spannungsfeld zwischen Realität und Inszenierung sowie der ästhetische Bruch mit dem klassischen "Qualitätskino".
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Regisseure Truffaut und Godard durch spezifische filmische Mittel eine neue, komplexere Form der Weiblichkeit in ihren Filmen konstruieren.
Die Autorin kombiniert eine theoretische Einführung in die Gender-Studien und die Nouvelle Vague mit einer praktischen Filmanalyse, gestützt durch die Auswertung detaillierter Filmprotokolle.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung von "Jules et Jim" und "À bout de souffle". Dabei werden Handlung, Charakteristika der Figuren (Cathérine und Patricia) und die Intentionen der Regisseure analysiert.
Begriffe wie "Femme Fatale", "Konstruktion", "Maskerade", "Nouvelle Vague" und "Geschlechteridentität" bilden das terminologische Rückgrat der Arbeit.
Cathérine wird als komplexe, unberechenbare Figur analysiert, die gleichzeitig als "archaische Mutter" und "moderne Frau" interpretiert wird, die sich konventionellen Rollenzuschreibungen entzieht.
Patricia oszilliert zwischen dem Wunsch nach Freiheit und der Angst vor der emotionalen Abhängigkeit in einer Liebesbeziehung, was sie als typische Vertreterin einer verunsicherten Generation erscheinen lässt.
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