Bachelorarbeit, 2012
63 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Entstehung des Begriffs „Identität“
2.1.1 George Herbert Mead
2.1.2 Erik Homburger Erikson
2.2 Identität in der Postmoderne
2.3 Zum Identitätsbegriff dieser Arbeit
2.4 Der Herstellungsprozess von Identität
2.4.1 Identitätsarbeit
2.4.2 Identität als Narrationsarbeit
2.5 Teilidentitäten
2.5.1 Studium
2.5.2 Soziale Netzwerke
2.5.3 Kulturelle/ Nationale Identität
2.5.4 Personelle Identität/ Intimität
3 Ethnografisches Wissen China
4 Zum methodischen Vorgehen
4.1 Die Erhebungsmethode
4.1.1 Durchführung der qualitativen Interview
4.1.2 Auswahl der Befragten
4.1.3 Die Gesprächssituation
4.2 Die Auswertung der Daten
5 Auswertung
5.1 Lisa
5.1.1 Studentin
5.1.2 Soziale Netzwerke
5.1.3 Kulturelle/ Nationale Identität
5.1.4 Personelle Identität/ Intimität
5.1.5 Zusammenfassung
5.2 Julia
5.2.1 Studentin
5.2.2 Soziale Netzwerke
5.2.3 Kulturelle/Nationale Identität
5.2.4 Persönliche Identität/ Intimität
5.2.5 Zusammenfassung
5.3 Vergleichende Darstellungen der Analyseergebnisse
6 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Identitätskonstruktionen chinesischer Austauschstudentinnen an der Universität Hildesheim unter Verwendung narrativer Interviews. Das primäre Ziel ist es, nachzuvollziehen, wie diese Studentinnen ihre Identität in einem fremden kulturellen Kontext (re-)konstruieren und welche Anpassungs- und Bewältigungsstrategien sie in verschiedenen Lebensbereichen anwenden.
2.4.1 Identitätsarbeit
Die Identitätsarbeit ist ein Prozess, der alle Erfahrungen der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft unter verschiedenen Identitätsperspektiven reflektiert und zu verschiedenen Teilidentitäten zusammenfasst. Keupp et al. skizzieren drei weitere Merkmale des Reflektionsprozesses, die zu weiteren Konstruktionen der Identitätsarbeit führen (2008, 217). So bildet das Identitätsgefühl einen Aspekt der Identitätskonstruktion, welches durch Erfahrungen und Bewertungen der eigenen Selbstthematisierung geprägt wird. Verfestigen sich diese Erfahrungen in einer konstanten Darstellung, so handelt es sich um die Kernnarration des Subjekts, die den biografischen Schwerpunkt repräsentiert.
Diese Konstruktionen ergeben zusammengefasst die individuelle Handlungsfähigkeit, die in explizierten Handlungsaufgaben eine Verbindung zwischen aktuellem Lebensraum und biographischer Narration darstellen (ebd. 217 ff). Weiterhin ist die Identitätsarbeit ein Prozess, der von Spannungen, Widersprüchen und Ambivalenzen geprägt ist und der dazu dient, diese Spannungen in ein für das Individuum erträgliches und lebbares Verhältnis zu bringen. Keupp et al. bezeichnen diesen Verlauf metaphorisch als den „Motor lebenslanger Entwicklung“ (2008, 190). Die Autoren beschreiben die Identitätsarbeit als einen Verknüpfungsprozess den eine Person dazu nutzt, die eigenen Erfahrungen zu begreifen. Die in Kapitel 2.3.1 beschriebenen Prozesse unterstützen das Subjekt dabei, sich in seiner Welt zurecht zu finden und die Erfahrungen und Ereignisse auf verschiedenen Ebenen einzuordnen.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, wie chinesische Austauschstudentinnen ihre Identität konstruieren, und begründet die methodische Wahl narrativer Interviews.
2 Theoretische Grundlagen: Das Kapitel erörtert die Konzepte der Identitätsforschung, stellt Pioniere wie Mead und Erikson vor und erläutert den Herstellungsprozess von Identität sowie die Bedeutung von Teilidentitäten.
3 Ethnografisches Wissen China: Hier werden relevante Hintergrundinformationen über das chinesische Bildungssystem und das kulturelle Umfeld der Befragten vermittelt, um die Analyse der Interviews zu kontextualisieren.
4 Zum methodischen Vorgehen: Dieses Kapitel beschreibt das methodische Design der Studie, einschließlich der Durchführung narrativer Interviews, der Auswahl der Teilnehmerinnen und der Auswertung nach Lucius-Hoene & Deppermann.
5 Auswertung: In diesem zentralen Kapitel erfolgt die detaillierte Auswertung der zwei ausgewählten Interviews, unterteilt in die individuellen Analysen von Lisa und Julia sowie eine vergleichende Zusammenfassung.
6 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse über die Identitätskonstruktionen der beiden Probandinnen zusammen und gibt einen Ausblick auf mögliche weiterführende Forschungsansätze.
Identitätskonstruktion, narrative Identität, chinesische Austauschstudentinnen, Universität Hildesheim, Identitätsarbeit, narrative Interviews, Teilidentitäten, Anpassungsstrategien, Bewältigungsstrategien, interkulturelle Kommunikation, Selbstverortung, soziale Netzwerke, Studium, Adoleszenz, Pluralität.
Die Arbeit untersucht, wie chinesische Austauschstudentinnen an einer deutschen Universität ihre Identität konstruieren und anpassen.
Die Schwerpunkte liegen auf den Prozessen der Identitätsarbeit, der Rolle von Teilidentitäten und der Bedeutung des kulturellen Kontextes für die Selbstwahrnehmung.
Die Arbeit fragt danach, wie chinesische Austauschstudentinnen in Deutschland ihre Identität konstruieren und welche Strategien sie zur Bewältigung und Anpassung an das neue Umfeld anwenden.
Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, der auf narrativen Interviews nach Lucius-Hoene & Deppermann basiert.
Der Hauptteil analysiert die Interviews von zwei Studentinnen, Lisa und Julia, wobei deren Lebensbereiche wie Studium, soziale Netzwerke und familiäre Pflichten detailliert betrachtet werden.
Wichtige Begriffe sind Identitätskonstruktion, narrative Identität, chinesische Studierende, Anpassungsstrategien und interkulturelle Identität.
Lisas Identität ist stark von dem Ziel der Anerkennung durch Andere geprägt, während bei Julia der Wunsch nach Selbstständigkeit und Selbstverwirklichung im Vordergrund steht.
Das durch hohen Leistungsdruck und Konkurrenz geprägte chinesische Schulsystem wird von beiden als prägende, teils stressige Erfahrung beschrieben, die ihre späteren Strategien an der deutschen Universität beeinflusst.
Während Lisa sich eher auf Kontakte innerhalb der chinesischen Gemeinschaft zurückzieht, sucht Julia nach Austausch mit verschiedenen Gruppen und distanziert sich dabei teils von ihren chinesischen Kommilitoninnen.
Die Familie, insbesondere die Mutter, fungiert als zentrale Bezugsinstanz. Die Studentinnen reflektieren ihre Identität stark über familiäre Pflichten und Erwartungen, wie etwa die der Einzelkind-Tradition.
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