Fachbuch, 2015
86 Seiten
1 Einleitung
2 Mathematik und Sprache
2.1 Der didaktische Ort der Sprache im Mathematikunterricht
2.2 Die Verbalisierungskompetenz im Mathematikunterricht
2.2.1 Definition und Abgrenzung
2.2.2 Förderung
2.3 Das Konzept des dialogischen Lernens in Grundzügen
2.3.1 Die Kernidee
2.3.2 Der Auftrag
2.3.3 Das Lerntagebuch
2.3.4 Rückmeldung und Beurteilung durch die Lehrperson
2.4 Folgerungen für das Unterrichtsvorhaben
3 Planung der Unterrichtsreihe
3.1 Die Lerngruppe
3.1.1 Allgemeine Voraussetzungen
3.1.2 Spezielle Voraussetzungen
3.2 Sachstrukturanalyse
3.2.1 Das Laplace-Modell im Unterricht
3.3 Angestrebter Kompetenzzuwachs
3.3.1 Fachkompetenz
3.3.2 Aspekte der Verbalisierungskompetenz
3.3.3 Erfassung von Aspekten der Verbalisierungskompetenz
3.4 Aufbau der Unterrichtsreihe
3.4.1 Erläuterung der Planung
3.4.2 Die Kernidee
3.4.3 Der erste Auftrag
3.4.4 Der zweite Auftrag
3.4.5 Erarbeitung von Summenregel und Laplace-Modell
3.4.6 Die Nutzung des Laplace-Modells
4 Durchführung und Analyse ausgewählter Unterrichtsabschnitte
4.1 Der erste Auftrag
4.1.1 Analyse und Reflexion inhaltlicher Aspekte der Bearbeitung
4.1.2 Analyse und Reflexion weiterer Aspekte der Bearbeitung
4.1.3 Die Wahrscheinlichkeit eines Elementarereignisses (3. Stunde)
4.1.4 Die Formulierung der Summenregel (6. Stunde)
4.2 Der zweite Auftrag
4.2.1 Analyse und Reflexion inhaltlicher Aspekte der Bearbeitung
4.2.2 Analyse und Reflexion weiterer Aspekte der Bearbeitung
4.2.3 Die Erarbeitung des Laplace-Modells (8. Stunde)
5 Auswertung
5.1 Kompetenzorientierte Auswertung
5.2 Erwartungshorizont und Auswertung der Klassenarbeit
5.3 Auswertung des Fragebogens
6 Gesamtreflexion
Die vorliegende Arbeit untersucht die Umsetzung des dialogischen Lernens nach Gallin und Ruf in einer 8. Klasse eines Berliner Gymnasiums. Das primäre Ziel besteht darin zu klären, inwieweit die zentralen Elemente dieses didaktischen Konzepts – insbesondere das Schreiben von Lerntagebüchern und das Stellen forschender Aufträge – zur Förderung der Verbalisierungskompetenz der Schülerinnen und Schüler im Mathematikunterricht, speziell im Themenbereich Stochastik und Laplace-Modell, geeignet sind.
2.3.1 Die Kernidee
Ausgangspunkt des Lernprozesses ist die Kernidee. Eine Kernidee umfasst „all das, was unserem Tun Antrieb und Richtung gibt“, d.h. die meist unbewussten Vorstellungen, welche die Triebfeder menschlichen Handelns sind. Eine Kernidee gibt dem Schulstoff ein Gesicht, macht ihn zu einem „attraktiven und herausfordernden Gegenüber für die Lernenden“; sie gibt den Blick frei auf die Gesamtheit eines Stoffgebiets, weckt die Neugier der Lernenden, bietet Raum für authentische Begegnungen und fordert zur singulären Standortbestimmung auf (vgl. Gallin/Ruf I, S. 45 und S. 59).
Bei der Entwicklung einer Kernidee gilt es zunächst, mein persönliches Interesse an dem zu vermittelnden Stoff, die Bedeutung, die er für mich hat, aufzuspüren (biographischer Aspekt), denn:
„Spüren die Schülerinnen und Schüler bei ihrer Begegnung mit einem neuen Thema nicht in erster Linie die unerreichbare Überlegenheit ihrer Lehrkraft, sondern die singuläre Betroffenheit einer Person, sind auch sie zu einer persönlichen Antwort eingeladen.“ (ebd., S. 60)
Durch die „singuläre Betroffenheit“ der Lehrperson fühlen sich die SchülerInnen herausgefordert, ihr eigenes Verhältnis zum Stoff zu klären, sich gegenüber dem Stoffgebiet zu positionieren, d.h. ihre eigenen Kernideen zu entwickeln (Wirkungsaspekt). Dies ist insofern von Bedeutung, als dass der Schulstoff die Person nur dann „berühren, sie durchdringen und verändern“ kann, wenn sie zunächst ihre Position gegenüber dem Stoff und der Lehrperson bewusst einnimmt und von hieraus den Dialog sucht.
1 Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Notwendigkeit, durch Lerntagebücher die Sprachkompetenz zu fördern, um gedankenloses Hantieren mit mathematischen Formeln zu vermeiden.
2 Mathematik und Sprache: Dieses Kapitel erörtert die zentrale Rolle der Sprache als Medium des Lernens und definiert die Verbalisierungskompetenz sowie das dialogische Lernen als didaktisches Konzept.
3 Planung der Unterrichtsreihe: Hier werden die Voraussetzungen der Lerngruppe, die mathematische Sachstrukturanalyse sowie der Aufbau der Unterrichtsreihe zur Einführung von Laplace-Modell und Summenregel detailliert beschrieben.
4 Durchführung und Analyse ausgewählter Unterrichtsabschnitte: Dieses Kapitel dokumentiert und reflektiert die konkrete Umsetzung im Unterricht, den Einsatz von Autographen und die Reaktionen der Schülerinnen und Schüler auf die Aufträge.
5 Auswertung: Anhand von Fallbeispielen und einer Klassenarbeit wird die individuelle Kompetenzentwicklung der Schülerinnen und Schüler im Bereich der Verbalisierungskompetenz analysiert.
6 Gesamtreflexion: Das Fazit bestätigt, dass das dialogische Lernen die Motivation und die Fähigkeit zur schriftlichen Auseinandersetzung mit mathematischen Problemen bei leistungsschwachen und mittelstarken Schülern signifikant steigert.
Dialogisches Lernen, Verbalisierungskompetenz, Mathematikunterricht, Lerntagebuch, Laplace-Modell, Kernidee, Stochastik, Fachsprache, Schüler-Eigenproduktionen, Kompetenzentwicklung, Unterrichtsplanung, Wahrscheinlichkeitsrechnung, Sprachförderung, Autographensammlung, Motivation.
Die Arbeit untersucht die Effektivität des dialogischen Lernkonzepts nach Gallin und Ruf zur Förderung der schriftlichen Ausdrucksfähigkeit (Verbalisierungskompetenz) von Schülerinnen und Schülern einer 8. Klasse im Mathematikunterricht.
Die Themen umfassen die Stochastik, insbesondere die empirische Wahrscheinlichkeit, die Summenregel sowie das Laplace-Modell, eingebettet in die pädagogische Methodik des dialogischen Lernens.
Das primäre Ziel ist es festzustellen, ob und wie zentrale Elemente des dialogischen Lernens – wie Lerntagebücher und forschende Aufträge – Schüler dazu bewegen können, sich präzise und fachgerecht schriftlich mit mathematischen Sachverhalten auseinanderzusetzen.
Es handelt sich um eine handlungsorientierte Unterrichtsreihe, die durch eine begleitende Analyse von Schülertexten (Lerntagebucheinträgen), Fragebögen und einer Klassenarbeit ausgewertet wird.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung von Mathematik und Sprache, die Planung der konkreten Unterrichtseinheiten sowie die detaillierte Durchführung und Reflexion der einzelnen Stunden unter Verwendung von Autographensammlungen.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Verbalisierungskompetenz, dialogisches Lernen, Lerntagebuch und Laplace-Modell prägnant zusammenfassen.
Anstatt externer, normierter Bewertungen gibt es persönliche, wohlwollende Rückmeldungen (Ich-Botschaften) sowie eine prozessorientierte Beurteilung mit Häkchen, die Gelungenes verstärken und individuelle Lernwege würdigen.
Die Kernidee dient als Ausgangspunkt des Lernprozesses, der dem Stoff ein Gesicht gibt, Neugier weckt und die Schülerinnen und Schüler durch die singuläre Betroffenheit der Lehrperson zu einer eigenen, authentischen Standortbestimmung einlädt.
Schreiben verlangsamt die Denkbewegung, hilft Gedanken zu strukturieren und zwingt die Lernenden, Verantwortung für ihre Position zu übernehmen und diese fachlich sowie verständlich zu begründen.
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