Bachelorarbeit, 2013
35 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung und Aufbau der Arbeit
2. Hintergrund und Allgemeines
3. Historische Entwicklung der Krankenanstaltenfinanzierung
3.1. Frühe soziale Sicherungssysteme
3.2. Entwicklung der Krankenanstaltenfinanzierung bis 1956
3.3. Entwicklung 1957 bis 1978
3.4. 4. KAG-Novelle von 1978 und anschließende Entwicklung
3.5. Pflegetagsvergütungssystem
3.5.1. Kritik und Schwächen
4. Leistungsorientierte Krankenanstaltenfinanzierung
4.1. Ursprünge des (DRG-) Modells
4.2. Entstehung und Einführung des LKF-Modells in Österreich
4.3. Funktionsweise des LKF-Modells
4.3.1. Der bundeseinheitliche Kernbereich
4.3.2. Der Steuerungsbereich
4.4. Weiterentwicklung des LKF-Modelles
4.5. Struktur
4.6. Analyse – Anreizproblematik und Ergebnisse
5. Reformvorschläge
5.1. Finanzierung aus einer Hand
5.2. Bundesweite Vereinheitlichung
5.3. Integrierte Versorgung
5.4. Gemeinsame Ziele
6. Fazit
Die Bachelorarbeit hat das Ziel, die historische Entwicklung der Krankenanstaltenfinanzierung in Österreich umfassend darzustellen und das seit 1997 implementierte System der leistungsorientierten Krankenanstaltenfinanzierung (LKF) kritisch zu analysieren. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, inwieweit das LKF-Modell die Effizienz steigern konnte und welche Anreizproblematiken oder Schwächen trotz der Reformen weiterhin bestehen.
3.5.1. Kritik und Schwächen
Der Hauptkritikpunkt des früheren Krankenanstaltenfinanzierungssystems in Österreich war der Anreiz zu einer (medizinisch oftmals nicht gerechtfertigten) viel zu langen Verweildauer der Patienten in den Spitälern. Dadurch kam es durch die Rechtsträger zu Maßnahmen, die volkswirtschaftlich nicht sinnvoll waren. Tatsächlich bewirkten die Auslastungssteigerungen mit dem Ziel der Verringerung des Betriebsabganges einerseits höhere volkswirtschaftliche Kosten. Andererseits führten kapazitätsreduzierende Schritte zumindest kurzfristig zu höheren Betriebsabgängen.
Überdies existierte vor Einführung der leistungsorientierten Krankenanstaltenfinanzierung (siehe Punkt 4), aufgrund des hohen Fixkostenanteils, eine Motivation, Patienten länger in spitalsärztlicher Behandlung zu behalten, um dadurch den Fixkostenanteil pro Pflegetag (d.h. die Durchschnittskosten) zu reduzieren. Verstärkt wurde diese Gegebenheit dadurch, dass zwischen Einlieferungs- und Entlassungstag ein oftmals starker unterschiedlicher Kostenverlauf bestand (Renner, 1989). Da die KRAZAF-Mittel im Wesentlichen nur nach der Höhe des Betriebsabganges auf die einzelnen Krankenhäuser verteilt wurden, fehlte ein Anreiz völlig, überhöhte Kapazitäten abzubauen. Die entstandenen Kosten wurden in jedem Fall erstattet und somit fehlte jegliche Motivation, zu einer wirtschaftlichen Betriebsführung überzugehen (Negri, 1998).
1. Einleitung und Aufbau der Arbeit: Einführung in das Thema der Krankenanstaltenfinanzierung und Darlegung des Aufbaus der Arbeit.
2. Hintergrund und Allgemeines: Analyse der Gesundheitsausgaben im Verhältnis zum BIP und Struktur der dualen Finanzierung in Österreich.
3. Historische Entwicklung der Krankenanstaltenfinanzierung: Überblick über die historische Entwicklung von frühen Sicherungssystemen bis hin zum Pflegetagsvergütungssystem.
4. Leistungsorientierte Krankenanstaltenfinanzierung: Erläuterung des LKF-Modells, dessen Einführung, Funktionsweise sowie eine kritische Analyse der Anreizproblematiken.
5. Reformvorschläge: Vorstellung notwendiger Reformansätze zur Verbesserung der Effizienz und Versorgung im österreichischen Gesundheitssystem.
6. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Entwicklung und Bewertung des aktuellen Reformbedarfs.
Krankenanstaltenfinanzierung, LKF-Modell, Leistungsorientierte Krankenanstaltenfinanzierung, Pflegetagsvergütung, KRAZAF, Diagnosefallgruppen, Gesundheitsökonomie, DRG-Modell, Krankenhausmanagement, Duale Finanzierung, Erlösmaximierung, Effizienzsteigerung, Gesundheitssystem Österreich.
Die Arbeit behandelt die Entwicklung der Krankenanstaltenfinanzierung in Österreich, von den Anfängen sozialer Sicherungssysteme bis zum aktuellen leistungsorientierten Modell.
Zentrale Felder sind die historische Entwicklung der Finanzierungsmodelle, die Implementierung des LKF-Systems sowie eine kritische Analyse von ökonomischen Anreizstrukturen im Krankenhaussektor.
Ziel ist es, die Zusammenhänge und Ursachen der Finanzierungsmethoden zu durchleuchten und zu bewerten, inwieweit das LKF-System die erhofften Effizienzsteigerungen erreicht hat.
Es handelt sich um eine deskriptive und analytische Arbeit, die auf Basis bestehender Literatur und Studien die historische Entwicklung nachzeichnet und aktuelle Problemstellungen diskutiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Aufarbeitung der Finanzierungssysteme (inklusive KAG und Pflegetagsvergütung) sowie die detaillierte Analyse der Entstehung, Funktionsweise und Schwachstellen des LKF-Systems.
Wichtige Begriffe sind Krankenanstaltenfinanzierung, LKF-Modell, Diagnosefallgruppen, Effizienzsteigerung, Anreizproblematik und Gesundheitsökonomie.
Dies beschreibt das Phänomen, dass Patienten verfrüht entlassen und kurz darauf wieder aufgenommen wurden, um aufgrund von Abrechnungsmechanismen oder degressiven Punktezuschlägen mehr Punkte zu generieren.
Kritiker bemängeln unter anderem das Phänomen des „DRG Creep“ (künstliche Optimierung von Diagnosen), die Anreize zur „Abschöpfung“ leichterer Fälle sowie den hohen administrativen Aufwand des Systems.
Sie bildet die rechtliche Basis für innerstaatliche Staatsverträge zwischen Bund und Ländern, welche die Organisation und Finanzierung des österreichischen Gesundheitswesens verbindlich regeln.
Der Autor verweist auf die Notwendigkeit von Reformen wie einer Finanzierung aus einer Hand, einer bundesweiten Vereinheitlichung und einer stärkeren Integrierten Versorgung über Sektorgrenzen hinweg.
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