Examensarbeit, 2015
98 Seiten, Note: 1,5
Einleitung
Wichtigkeit des Themas
Kultureller Austausch und Interkulturalität
Integration und Migration
Wandlung des Begriffs: von der kulturellen zur multikulturellen Identität
Begriffserklärung
Definition von Folklore und Musikfolklore
Abgrenzung der Begrifflichkeiten authentische Folklore, Unterhaltungsfolklore und die pädagogische Existenz der Volksmusik
Erweiterung und Vermischung der Musikstile
Allgemeine W-Fragen zur Thematik des Volkslieds mit Beispielen aus der keltischen und balkanischen Musikkultur
Wer musiziert Volksmusik?
Warum: Warum ist Volksmusik entstanden? Warum musizieren die Menschen?
Warum wird heute weniger in Gesellschaft musiziert?
Was wird wie musiziert?
Balkantheorie
Jugoslawien: ein Vielkulturenstaat
Bosnien-Herzegowina: Jugoslawien im Kleinen
Religionsmosaik
Sprachenmosaik
Balkanische Volksinstrumente
Balkanmusik
Evo banke cigane moj
Keltiktheorie
Irland
Keltische Volksinstrumente
Keltischer Gesangsstil
Keltischer Rhythmus
Wirkung keltischer Musik
Irischer Rhythmus und Melodik
Home
Praxistheorie
Musikunterricht in der Schule – Was sollte beachtet werden?
Worauf sollte bei Folklore im Musikunterricht geachtet werden und was gibt das Thema Musikfolklore für den Unterricht her?
Warum ist es sinnvoll, mit Folklore in der Schule im Musikunterricht zu arbeiten?
Die Anforderungen an den Unterricht
Didaktische Methodenvorschläge
Klassenmusizieren
Szenische Interpretation
Folklore in den Bildungsstandards 2004
Unterrichtsvorschlag zur Folklore
Die möglichen Begegnungen durch Folklore
Die Begegnungspunkte und Ziele des geplanten Unterrichtsvorschlags
Balkanstunde Praxis
Ziel dieser Stunde:
Erarbeitung des Musikalischen
Phantasiereise
Elementare, rhythmische Basisübung
Texterarbeitung
Instrumente: Einsatz und Spielweise
Klassenmusizieren
Reflektion
Weiterführende Ideen
Keltikstunde Praxis
Ziel der Stunde:
Erarbeitung des Musikalischen
Musikalische Höreindrücke assoziieren
Wirkung der Musik auf den Einzelnen
Verkörperung der Instrumente
Rhythmische Unabhängigkeit bezeugen
Freies Steppen
Die Anpassung von Folklore
Reflektion
Alternative Ideen
Begegnungsstunde
Ziel dieser Stunde
Erarbeitung der musikalischen Begegnung
Phantasiereise
Vorbereitungen zur szenischen Interpretation bzw. zum szenischen Spiel
Rollenkarten
Szenisches Spiel mit Fragen an die Spielgruppen und Diskussion
Reflektion
Alternative Ideen
Weitere alternative Ideen zur Folklore im Unterricht
Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten, Folklore im Musikunterricht der Sekundarstufe (Jahrgangsstufe 7/8) als Medium für interkulturelles Lernen und als identitätsstiftendes Element einzusetzen. Durch die Gegenüberstellung und praktische Erarbeitung von balkanischer und keltischer Musik soll ein Verständnis für kulturelle Vielfalt, die Funktion von Volksmusik sowie die soziale Integration durch gemeinsames Musizieren vermittelt werden.
Erweiterung und Vermischung der Musikstile
Durch die heutige rasante Verbreitung von Musik werden jegliche traditionelle Stile vermischt, was wiederum zu neuen Stilen führt. Die Technologie ist nicht die Ursache dieser Stilvermischungen, sondern der Beschleuniger. Denn auch schon vor wenigen Jahrhunderten kamen Stilmischungen vor, wenn jedoch nicht so rasant. Ein Beispiel sei die „starke Beeinflussung der Country-Musik durch irische traditionelle Musik“ als „ein Zeichen der ständigen Verbindung irischer Amerika-Auswanderer zu ihrer Heimat“ (Engstfeld 1984, 10). Durch die Bewegung verschiedener Völkergruppen, beispielsweise durch den Kolonialismus und der einhergehende Sklavenhandel, kam es sogar zu "interkontinentalen Gemeinsamkeiten und Stilvermischungen" (ebd.). Das ist nichts Negatives, denn schließlich lebt die Folklore durch die Menschen und durch den Impuls des Volkes im Wandel der Zeit.
Die heutige Gesellschaft entwickelt laut Stroh derzeit eine gewisse „‘Globalisierung der Musikkulturen‘, einen neuen Begriff von Weltmusik“ und multiethnische Stilmischungen wie beispielsweise „deutschtürkischer Oriental Hip-Hop“ (Stroh 2005, 188). Das in dieser Arbeit behandelte „Home“ von Mumford&Sons steht an der Grenze dieser Begrifflichkeit. Zum einen enthält es den Geist und Stil der keltischen bzw. irischen Musik, doch zum anderen setzt die britische Band, wie die vielen amerikanischen Musikgruppen, gekonnt irisch klingende Elemente ein, die mit anderen Elementen vermischt werden. Das Ergebnis, beispielsweise „Home“ klingt für den Zuhörer interessant und originell zugleich. Schon Alan Stivell hat seine keltische Musik mit anderen Stilelementen kombiniert um sie interessanter zu machen (Engstfeld 1984, 11). Genau das ist es, was „das Stilempfinden junger Leute besonders an[spricht], weil viele [der Folklore-] Elemente auch in der Popmusik Eingang gefunden haben, wo[hin]gegen die reine Reproduktion traditioneller Stile oft in Gefahr ist, in konzertanten, künstlerischen Formen zu erstarren" (Engstfeld 1984, 11).
Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der Folklore im Musikunterricht ein, beleuchtet die persönliche Motivation und klärt die zentrale Fragestellung bezüglich der praktischen Anwendung in den Klassenstufen 7 und 8.
Wichtigkeit des Themas: Dieses Kapitel begründet die Notwendigkeit interkulturellen Unterrichts und beleuchtet den Integrationsbeitrag von Musikfolklore für Schüler mit und ohne Migrationshintergrund.
Begriffserklärung: Hier werden Definitionen von Folklore und Musikfolklore dargelegt sowie die Abgrenzung zu Unterhaltungsfolklore und die Dynamik kultureller Stilmischungen diskutiert.
Allgemeine W-Fragen zur Thematik des Volkslieds mit Beispielen aus der keltischen und balkanischen Musikkultur: Es werden grundlegende Fragen zur Entstehung, Funktion und dem Musizierverhalten in der Volksmusik beantwortet, unterstützt durch Beispiele aus dem Balkan und dem keltischen Raum.
Balkantheorie: Dieses Kapitel gibt einen historischen und soziokulturellen Überblick über den Balkan und Bosnien-Herzegowina, inklusive der Rolle der Balkanmusik als verbindendes Element.
Keltiktheorie: Hier liegt der Fokus auf der Geschichte und Kultur Irlands, der Bedeutung von Musik und Gesang für die keltische Tradition sowie der Analyse des Musikstücks „Home“.
Praxistheorie: Das Kapitel bietet methodische Vorschläge für den Musikunterricht, darunter Klassenmusizieren und szenische Interpretation, basierend auf aktuellen musikdidaktischen Ansätzen.
Unterrichtsvorschlag zur Folklore: Dies ist der konzeptionelle Teil der Arbeit, der Begegnungspunkte und Ziele für den Unterricht strukturiert.
Balkanstunde Praxis: Ein konkretes Beispiel für eine Unterrichtseinheit zur Balkanmusik mit Fokus auf das Lied „Evo banke“.
Keltikstunde Praxis: Ein konkretes Beispiel für eine Unterrichtseinheit zur keltischen Musik mit Fokus auf das Lied „Home“.
Begegnungsstunde: Ein innovativer Ansatz zur Zusammenführung der beiden Kulturen durch ein szenisches Rollenspiel zur Förderung von interkultureller Akzeptanz.
Folklore, Musikunterricht, Balkanmusik, Keltische Musik, Interkulturelle Kompetenz, Klassenmusizieren, Szenische Interpretation, Integration, Musikfolklore, Identität, Volksmusik, Transkulturelle Musikerziehung, Mumford & Sons, Musikdidaktik, Ethnische Gruppen
Die Arbeit befasst sich mit der Integration von Folklore – speziell balkanischer und keltischer Musik – in den schulischen Musikunterricht, um interkulturelle Begegnung und identitätsbildende Prozesse bei Jugendlichen zu fördern.
Zentrale Themen sind die interkulturelle Musikerziehung, die musikdidaktische Praxis (Klassenmusizieren, szenische Interpretation), der Vergleich von balkanischen und keltischen Musiktraditionen sowie der Umgang mit Identitätsfragen in der Schule.
Das Ziel ist es, einen Unterrichtsentwurf zu entwickeln, der Schülern ermöglicht, durch aktives Musizieren und szenisches Spiel ein tieferes Verständnis für fremde Kulturen zu entwickeln und soziale Barrieren abzubauen.
Es wird ein theoretischer Rahmen zur Musikdidaktik genutzt, kombiniert mit einem praxisorientierten Unterrichtsentwurf, der Methoden wie die „Kulturerschließung“ und die „szenische Interpretation“ integriert.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Balkantheorie, Keltiktheorie) und eine detaillierte Praxistheorie, in der konkrete Unterrichtssequenzen mit Musikstücken wie „Evo banke“ und „Home“ konzipiert werden.
Schlüsselwörter sind u.a. Folklore, Interkulturalität, Klassenmusizieren, Musikfolklore, Identitätsentwicklung, szenische Interpretation und musikalische Weltkunde.
Es dient als Identifikationsmittel und verbindendes Element, das die Heiterkeit und soziale Geselligkeit des Balkans widerspiegelt und es ermöglicht, Menschen verschiedener Religionen und ethnischer Herkunft musikalisch zu vereinen.
Das szenische Spiel ermöglicht Schülern, sich unter Rollenschutz in die Position verschiedener ethnischer Gruppen hineinzuversetzen, um historische Konflikte und aktuelle soziale Dynamiken konkret und erfahrbar zu machen.
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