Diplomarbeit, 2004
80 Seiten, Note: 2
1 Einleitung
2 Veränderte Lebensbedingungen für Jugendliche heute
2.1 Bildung – mehr als Schule
2.2 Jugendliche in Bildungsprozessen
3 Das System Schule
3.1 Schulpflicht und Schulzwang
3.2 "Wozu ist Schule da?"
3.3 Exkurs: Noten abschaffen?
3.4 Schule aus unterschiedlicher Perspektive
3.5 Unterricht und Disziplinierungsproblematik
3.6 Öffnung der Schule nach außen
4 Schulsozialarbeit
4.1 Zur Geschichte
4.2 Definitionsansatz
4.3 Rechtliche Einordnung
4.4 Organisationsmodelle
4.5 Qualitätsstandards und Qualitätssicherung
5 Schulverweigerung
5.1 Begrifflichkeiten, Phänomen
5.2 Ausprägung im Grund- und Sekundarschulbereich
5.3 Ursachensuche
5.3.1 Innerhalb der Schule
5.3.1.1 Umfeld und Rahmenbedingungen
5.3.1.2 Ängste
5.3.1.3 Lernmotivation: Lust auf Lernen
5.3.2 Außerhalb der Schule
5.3.2.1 In der Familie
5.3.2.2 In der Peer-Group
5.4 Zusammenhang zwischen Schulverweigerung und Delinquenz
5.5 Entwicklungsrisiken von Schulverweigerung
6 Chancen und Möglichkeiten der Intervention
6.1 Handlungsoptionen
6.1.1 Prävention
6.1.2 Intervention
6.1.3 Rehabilitation
6.2 Kooperation von Schule und Schulsozialarbeit
6.2.1 Voraussetzungen/Bedingungen
6.2.1.1 "Voneinander-wissen"
6.2.1.2 Kooperationsbereitschaft
6.2.2 Kooperationsfördernde und -hemmende Faktoren
6.3 Möglichkeiten und Gefahren
7 Praxisbeispiele
7.1 Pädagogische Konzeptionen
7.2 Erfahrungen
7.3 Projekte
7.4 Alternative Schulformen/Schulstationen
8 Zusammenfassung
Ziel der Arbeit ist es, die Ursachen und Hintergründe von Schulverweigerung bei Jugendlichen zu analysieren und Möglichkeiten für pädagogische Interventionen durch Schulsozialarbeiter aufzuzeigen. Dabei wird insbesondere untersucht, wie das System Schule, familiale Bedingungen und soziale Einflüsse durch Peers zur Entstehung dieses Phänomens beitragen.
3.1 Schulpflicht und Schulzwang
Das gesamte Schulwesen in Deutschland untersteht nach Artikel 7 des Grundgesetzes der Aufsicht des Staates. Da die Bundesländer Kulturhoheit besitzen, also für alle Angelegenheiten im Schulwesen zuständig sind, regeln sie in ihren Schulgesetzen die Aufgaben der Schulaufsicht und deren Organisation in den Behörden der Schulverwaltung. Im Einzelnen umfasst die Schulaufsicht die Planung, Leitung, Ordnung und Weiterentwicklung des Schulwesens, das Recht auf Bestimmung der Unterrichtsziele und -inhalte, die Fachaufsicht über die von den Schulen zu erfüllenden pädagogischen Aufgaben, die Dienstaufsicht über die Schulleiter und Lehrer sowie die Aufsicht über die Pflichterfüllung der Schulträger.
Gemäß Artikel 145 der Weimarer Verfassung besteht eine flächendeckende allgemeine Schulpflicht in Deutschland seit 1919. Im Dritten Reich war das Schulgesetz durch einige Führerordnungen ergänzt (z.B. der Pflichtmitgliedschaft in der Hitlerjugend) und sah bei Verletzung der Schulpflicht Geld- bzw. sogar Haftstrafen vor. Die neuen Schulgesetze nach dem Zweiten Weltkrieg enthielten auch weiterhin Sanktionsandrohungen gegenüber Schulpflichtigen. Nach der Strafrechtsreform von 1975 wurde die Schulpflichtverletzung als Ordnungswidrigkeit eingestuft; gegebenenfalls mit entsprechenden Geldbußerhebungen für Schüler und Erziehungsberechtigte. Die Schulpflicht in der DDR sah mit der Verabschiedung des Gesetzes über die sozialistische Entwicklung des Schulwesens den zehnjährigen Besuch der Polytechnischen Oberschule (POS) vor. Das Abitur konnte an der Erweiterten Hochschule (EOS) abgelegt werden.
1 Einleitung: Hinführung zum Thema Schulverweigerung, Begründung des Erkenntnisinteresses und Erläuterung des Aufbaus der Diplomarbeit.
2 Veränderte Lebensbedingungen für Jugendliche heute: Darstellung der gesellschaftlichen Transformation und deren Auswirkungen auf die Sozialstruktur sowie die Notwendigkeit von Orientierungshilfen für Jugendliche.
3 Das System Schule: Untersuchung der Funktionen der Schule, der Schulpflicht sowie der Perspektiven verschiedener Akteure und der Disziplinierungsproblematik.
4 Schulsozialarbeit: Historischer Abriss, Definitionsversuche und rechtliche Einordnung der Schulsozialarbeit im Spannungsfeld zwischen Schule und Jugendhilfe.
5 Schulverweigerung: Analyse der Erscheinungsformen, Ursachensuche in Schule, Familie und Peer-Group sowie Untersuchung des Zusammenhangs mit Delinquenz.
6 Chancen und Möglichkeiten der Intervention: Erläuterung präventiver, interventiver und rehabilitativer Handlungsoptionen sowie die Bedeutung kooperativer Zusammenarbeit.
7 Praxisbeispiele: Vorstellung konkreter pädagogischer Konzeptionen, Erfahrungen und Projekten wie dem Rather Modell oder der Braunschweiger Netzwerkarbeit.
8 Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse und Schlussfolgerungen zur Bedeutung kooperativer Hilfeleistungen für den schulischen und sozialen Erfolg von Schülern.
Schulverweigerung, Schulsozialarbeit, Jugendhilfe, Schulpflicht, pädagogische Intervention, Prävention, Schulabsentismus, Delinquenz, Schulkultur, Lernmotivation, Kooperation, Schule, Erziehung, Bildungsabschlüsse, Sozialarbeit.
Die Diplomarbeit befasst sich mit dem Phänomen der Schulverweigerung und untersucht, welche Hintergründe zu diesem Verhalten führen und wie Schulsozialarbeiter durch pädagogische Interventionen unterstützend wirken können.
Zentrale Themenfelder sind das System Schule, die rechtliche und organisatorische Verankerung der Schulsozialarbeit, die vielfältigen Ursachen von Schulverweigerung sowie Interventions- und Kooperationsstrategien.
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Ursachen von Schulverweigerung zu schaffen und aufzuzeigen, wie durch eine gelungene Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe Schüler bei der Bewältigung ihrer Lebensprobleme unterstützt werden können.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und einer theoretischen Auseinandersetzung mit der Problematik, ergänzt durch die Reflexion praktischer Erfahrungen in der eigenen Tätigkeit als Schulsozialarbeiter.
Der Hauptteil behandelt die Strukturen von Schule und Schulsozialarbeit, die verschiedenen Begrifflichkeiten und Formen von Schulverweigerung, die Suche nach Ursachen in verschiedenen Lebensbereichen sowie Handlungsoptionen für die Praxis.
Wichtige Begriffe sind Schulverweigerung, Schulsozialarbeit, Jugendhilfe, pädagogische Intervention, Prävention, Kooperation und Schulerfolg.
Sie gilt als essenzielle Voraussetzung für eine erfolgreiche Intervention. Die Arbeit betont, dass durch klare Absprachen und gegenseitige Akzeptanz die Defizite des jeweils anderen Systems ausgeglichen werden können.
Die Familie spielt eine übergeordnete Rolle, da familiäre Probleme, Überforderungen oder eine mangelnde Identifikation mit dem Wert von Bildung das Risiko der Schulverweigerung erhöhen können.
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