Diplomarbeit, 2007
123 Seiten
1. Einleitung
2. Entstehung der Patientenverfügung
2.1. Entwicklung in den USA
2.2. Entwicklung in Europa
2.3. Patientenverfügung in Europa – ein Überblick
2.3.1. Belgien
2.3.2. Dänemark
2.3.3. Estland
2.3.4. Finnland
2.3.5. Frankreich
2.3.6. Deutschland
2.3.7. Spanien
2.3.8. Schweiz
2.3.9. Großbritannien
2.3.10. Niederlande
2.3.11. Ungarn
2.4. Entwicklung in Österreich
3. Definition einer Patientenverfügung/Willenserklärung
3.1. Das neue Bundesgesetz – rechtliche Grundlage
3.1.1. Vorgeschichte
3.1.2. Patientenverfügungsgesetz
3.2. Arten der Patientenverfügung/Willenserklärung
3.2.1. Die beachtliche Patientenverfügung
3.2.2. Die verbindliche Patientenverfügung
3.2.3. Aufgaben seitens der Ärzteschaft
3.3. Errichten einer Patientenverfügung/ Willenserklärung
3.3.1. Die Erstellung der Patientenverfügung im Krankenhaus oder Pflegeheim
3.3.2. Wirksamkeit einer Patientenverfügung
3.4. Zielsetzung des neuen Gesetzes
4. Aufgaben einer Patientenverfügung
4.1. Konkrete Bedeutung der Patientenverfügung
4.1.1. Regeln zur Erstellung einer Patientenverfügung
4.1.2. Umsetzung der Patientenverfügung durch den Arzt
4.2. Grenzen der Patientenverfügung
4.2.1. Prinzip der Autonomie in schwierigen Entscheidungssituationen
4.2.2. Sittliche Verantwortung der Patientenverfügung
4.3. Das Spannungsfeld zwischen Selbstbestimmung und Entscheidungsfähigkeit
4.3.1. Selbstbestimmung und Verstehen
4.3.2. Selbstbestimmung und Hilflosigkeit
4.4. Das Spannungsfeld zwischen Selbstverantwortung und Entscheidungsfreiheit
4.4.1. Eigenbestimmung im Sinne von Eigenverantwortung und Würde
4.5. Management einer Patientenverfügung
4.5.1. Vorteile der Patientenverfügung
4.5.2. Nachteile der Patientenverfügung
4.5.3. Ethische Hinterfragung der Vorausverfügungen
5. Das „Grüne-Daumen-Phänomen“ (Caring Moment) als Leitkonzept zur Erstellung der Patientenverfügung
5.1. Die 3 Komponenten des „Grünen-Daumen-Konzeptes“
5.2. Das Konzept
5.3. Das Gemeinsame im „Pflegenden Moment“
6. Methode und Durchführung
6.1. Auswahl und Darstellung der Methode
6.1.1. Das teilstrukturierte Interview
6.1.2. Rahmenbedingungen und Durchführung der Interviews
6.1.3. Auswahl der Interviewpartner für die Expertengespräche
6.2. Fragebogen und Modus der Auswertung
6.2.1. Fragebogen – Experteninterviews
6.2.2. Modus der Auswertung – Experteninterviews
6.2.3. Fragebogen – Patienteninterviews
6.2.4. Modus der Auswertung – Patienteninterviews
7. Darstellung der Ergebnisse
7.1. Befragungsergebnisse der Experteninterviews
7.1.1. Allgemeine Angaben zur Person
7.1.2. Beweggründe und erforderliche Fähigkeiten im pflegerischen Bereich
7.1.3. Auseinandersetzung mit dem Thema Selbstbestimmungsrechte
7.1.4. Konkrete Alltagssituation im Pflegeheim
7.1.5. Entwicklung und Relevanz der Patientenverfügung
7.2. Befragungsergebnisse der Patienteninterviews
7.2.1. Allgemeine Angaben zur Person
7.2.2. Auseinandersetzung mit den letzten Stunden des Lebens
7.2.3. Beweggründe zur Erstellung einer Patientenverfügung
8. Diskussion der Ergebnisse der Patientenrechte
8.1. Sichtweisen der Experten
8.2. Sichtweisen der Patienten
9. Schlussfolgerung
9.1. Selbstbestimmung als innere Herausforderung
9.2. Selbstbestimmung als äußere Herausforderung
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Selbstbestimmungsrecht und Selbstverantwortung am Lebensende unter besonderer Berücksichtigung der Patientenverfügung als Instrument für pflegebedürftige und sterbende Menschen in Österreich. Ziel ist es, durch die Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen und qualitativer Experten- und Patientenbefragungen aufzuzeigen, wie das Selbstbestimmungsrecht trotz institutionalisierter Abläufe in der Praxis gewahrt werden kann.
4.1. Konkrete Bedeutung der Patientenverfügung
Eine Patientenverfügung ist nicht der Ausdruck eines Misstrauens gegen Ärzte oder gegen die moderne Medizin. Sie ist die Auseinandersetzung eines Patienten mit dem eigenen Leben, mit seinem Kranksein und mit seinem eventuell damit verbundenen Sterben, die er seinen Ärzten darlegt (vgl. Bachinger 2002, S. 23 f).
Die Ärzte müssen sich den Patientenrechten gemäß und auch aus weiteren rechtlichen Verpflichtungen (zum Beispiel § 110 StGB) mit der in der Patientenverfügung beschriebenen Krankheit und Behandlung kritisch auseinandersetzen, um in der konkret eingetretenen Krankheitssituation den Willen des Patienten zu erkennen und um entsprechend zu handeln. Die Patientenverfügung erleichtert damit auch dem Arzt seine Entscheidungsfindung, in dem dieser immer nach besten Wissen und Gewissen handeln muss. Je besser er den Willen des Patienten kennt, desto weniger ist er auf Mutmaßungen angewiesen.
Der Patient legt durch seine Patientenverfügung sein eigenes Wissen und seine Gewissensfragen offen und bekennt sich zu seiner eigenen Verantwortung (vgl. Bachinger 2002, S. 23 f).
Die Patientenverfügung ist dadurch eine Kommunikationsbrücke zwischen dem Arzt und dem Patienten, wenn ein direktes Gespräch nicht mehr möglich ist, und der Arzt andernfalls auf seine eigenen Mutmaßungen angewiesen wäre (vgl. Bachinger 2002, S. 23 f).
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Problematik des Selbstbestimmungsrechts am Lebensende ein und definiert das Spannungsfeld zwischen medizinischer Behandlung und Patientenautonomie.
2. Entstehung der Patientenverfügung: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung des Instruments in den USA und Europa sowie die spezifische gesetzliche Lage in verschiedenen Ländern.
3. Definition einer Patientenverfügung/Willenserklärung: Hier werden die rechtlichen Grundlagen des neuen österreichischen Patientenverfügungsgesetzes sowie die Unterscheidung zwischen beachtlichen und verbindlichen Verfügungen erläutert.
4. Aufgaben einer Patientenverfügung: Es werden die ethischen und praktischen Grenzen der Patientenverfügung sowie das Spannungsfeld zwischen Autonomie und ärztlicher Fürsorge analysiert.
5. Das „Grüne-Daumen-Phänomen“ (Caring Moment) als Leitkonzept zur Erstellung der Patientenverfügung: Das Kapitel führt ein pflegewissenschaftliches Modell ein, das eine menschzentrierte, einfühlsame Begleitung bei der Erstellung von Verfügungen fordert.
6. Methode und Durchführung: Die Autorin legt die methodische Vorgehensweise der qualitativen Untersuchung mittels leitfadengestützter Experten- und Patienteninterviews dar.
7. Darstellung der Ergebnisse: Die gesammelten Daten aus der Befragung von Experten in Pflegeheimen und betroffenen Patienten werden ausgewertet und strukturiert präsentiert.
8. Diskussion der Ergebnisse der Patientenrechte: Die Untersuchungsergebnisse werden kritisch hinterfragt, insbesondere im Hinblick auf die Diskrepanz zwischen theoretischem Wissen über Patientenrechte und deren tatsächlicher Umsetzung in der Praxis.
9. Schlussfolgerung: Die Arbeit resümiert, dass die Patientenverfügung ein wesentlicher Mosaikstein zur Wahrung der Würde ist, jedoch eine kontinuierliche Auseinandersetzung und kommunikative Kompetenz seitens aller Beteiligten erfordert.
Patientenverfügung, Selbstbestimmung, Patientenrechte, Lebensende, Ethik, Palliativmedizin, Pflegequalität, Autonomie, Sterbebegleitung, Paternalismus, Patientenverfügungsgesetz, Beachtlichkeit, Verbindlichkeit, Krankenhaus, Altenpflege.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Patientenverfügung als Instrument zur Wahrung des Selbstbestimmungsrechts von Patienten in der letzten Lebensphase, besonders in Anbetracht der neuen gesetzlichen Regelungen in Österreich.
Die Arbeit verknüpft rechtliche Rahmenbedingungen mit ethischen Fragestellungen der Pflege, insbesondere im Hinblick auf Paternalismus, Patientenautonomie und die professionelle Kommunikation am Lebensende.
Das Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen dem rechtlich fixierten Selbstbestimmungsrecht und dessen Umsetzung im pflegerischen Alltag zu analysieren und Wege für eine menschenwürdige Begleitung aufzuzeigen.
Die Autorin nutzt einen qualitativen Forschungsansatz, basierend auf leitfadengestützten Interviews mit Experten aus Pflegeeinrichtungen sowie mit Patienten, um ein praxisnahes Bild der Thematik zu erhalten.
Im Hauptteil werden neben der rechtlichen Entwicklung auch ethische Leitkonzepte (wie das „Grüne-Daumen-Phänomen“) erörtert sowie die Ergebnisse der empirischen Erhebung zur Alltagspraxis in Pflegeeinrichtungen diskutiert.
Patientenverfügung, Selbstbestimmung, Patientenrechte, Sterbebegleitung und Paternalismus bilden den inhaltlichen Kern der Forschungsarbeit.
Es dient als ethischer Leitfaden für Pflegepersonen, um Patienten als aktive Partner wahrzunehmen, ihre Werte in den Mittelpunkt zu stellen und ihnen mit Empathie und fachlicher Kompetenz bei der Auseinandersetzung mit dem Lebensende zu helfen.
Die Arbeit identifiziert strukturelle Faktoren wie Personalmangel, Zeitdruck, hierarchische Organisationsstrukturen in Pflegeheimen sowie das Fehlen einer gelebten Kultur der Patientenrechte als wesentliche Hürden für eine konsequente Anwendung.
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