Masterarbeit, 2014
38 Seiten, Note: gut
A Einleitung
B Der Dreistufentest
1. Beschränkung auf Sonderfälle
2. Weiterbestand normaler Verwertungsmöglichkeiten
3. Zumutbarkeit der Beschränkung
C Direkte Anwendbarkeit des Dreistufentests
1. Revidierte Berner Übereinkunft und WIPO-Urheberrechtsvertrag
2. WIPO Performance and Phonograms Treaty und das TRIPs-Übereinkommen
3. Praktische Bedeutung der direkten Anwendbarkeit
D Kulturflatrate
I Nachteile der Speichermedienvergütung
II Ausgangslage bei der Kulturflatrate
III Legalisierung des privaten Zugänglichmachens
1. Beschränkung auf einen Sonderfall
2. Weiterbestand normaler Verwertungsmöglichkeiten
IV Bemessungsweise
V Gläubiger und Schuldner des Vergütungsanspruches
VI Internationales Zivilprozessrecht
E Schlusswort
Die Masterarbeit untersucht die Problematik der aktuellen Abgabe auf leere Datenträger im Lichte des Völkerrechts und des Dreistufentests, um ein alternatives Vergütungsmodell zu evaluieren, das den Anforderungen an eine gerechte Entschädigung von Urhebern in Zeiten digitaler Transformation und Cloud-Nutzung genügt.
1. Beschränkung auf Sonderfälle
Art. 9 Abs. 1 RBÜ verleiht dem Urheber ein exklusives Vervielfältigungsrecht, welches nur unter dem Vorbehalt des Dreistufentests eingeschränkt werden kann. Zu diesem Verbotsrecht gehört auch das Recht Werke zugänglich zu machen, so dass Inhalte jederzeit und überall abgerufen werden können. Entsprechend dem Prinzip der Technologieneutralität ist es unerheblich, auf welche Weise und mit welchen Mitteln dies geschieht. So hat der Urheber von Videoaufnahmen zum Beispiel das absolute subjektive Recht, diese Aufnahmen über On-Demand-Streaming oder andere Formen digitaler Vervielfältigung zugänglich zu machen. Die Verwendung eines Werkes steht damit alleine dem Inhaber des Urheberrechtes zu. Private Kopien können damit grundsätzlich nicht ohne Zustimmung des Rechteinhabers angefertigt werden.
A Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Motion des Nationalrats zur Suche nach Alternativen zur aktuellen Leerträgerabgabe und führt in die Bedeutung des Dreistufentests für Vergütungssysteme ein.
B Der Dreistufentest: Dieses Kapitel erläutert die drei Stufen des Tests (Sonderfallprüfung, Schutz normaler Verwertung, Zumutbarkeit) als notwendigen Maßstab für die Angemessenheitskontrolle von Vergütungssätzen.
C Direkte Anwendbarkeit des Dreistufentests: Es wird untersucht, ob internationale Abkommen wie die RBÜ oder WIPO-Verträge unmittelbar durch Parteien in Verfahren geltend gemacht werden können, was verneint wird.
D Kulturflatrate: Das Kapitel analysiert die Kulturflatrate als alternatives Modell, betrachtet dessen Bemessungsfragen, die Rollen von Gläubigern und Schuldnern sowie die Herausforderungen des internationalen Zivilprozessrechts.
E Schlusswort: Das Fazit stellt fest, dass die Leerträgerabgabe aus dem analogen Zeitalter stammt und eine Kulturflatrate zwar eine Vision darstellt, aber vermutlich keine Mehrheitsfähigkeit besitzt.
Urheberrecht, Dreistufentest, Leerträgerabgabe, Kulturflatrate, Privatkopie, Vergütungsanspruch, Immaterialgüterrecht, WIPO-Urheberrechtsvertrag, Netzneutralität, Speichermedienvergütung, Cloud-Dienste, Urheber, Werknutzer, Tarifgenehmigungsverfahren, Vervielfältigungsrecht.
Die Arbeit analysiert die rechtliche Problematik der aktuellen Abgabe auf leere Datenträger in der Schweiz und prüft, ob alternative Modelle, wie die Kulturflatrate, mit den völkerrechtlichen Verpflichtungen der Schweiz vereinbar sind.
Die Arbeit fokussiert sich auf das Urheberrecht, insbesondere den Dreistufentest, die Vergütung von Privatkopien im digitalen Kontext sowie die internationale Anwendbarkeit und Durchsetzung von urheberrechtlichen Ansprüchen.
Ziel ist es, ein alternatives Vergütungsmodell für die Schweiz zu evaluieren, das die systemischen Mängel der heutigen Leerträgerabgabe behebt und gleichzeitig den Anforderungen des internationalen Rechts genügt.
Der Autor nutzt eine rechtswissenschaftliche Analyse, die staatsvertragliche Vorgaben, nationale Gesetze (URG), die Rechtsprechung sowie völkerrechtskonforme Auslegungsprinzipien methodisch verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in die Prüfung der völkerrechtlichen Schranken durch den Dreistufentest, die Frage der direkten Anwendbarkeit internationaler Verträge vor Behörden und eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Kulturflatrate.
Zentrale Begriffe sind der Dreistufentest, die Leerträgerabgabe, die Privatkopierfreiheit und die Kulturflatrate im Kontext des Schweizer Immaterialgüterrechts.
Wäre der Test direkt anwendbar, könnten Verfahrensparteien diesen unmittelbar zur Anfechtung von Vergütungssätzen vor Gericht nutzen, anstatt sich primär auf die völkerrechtskonforme Auslegung nationaler Gesetze zu stützen.
Da viele Cloud-Server im Ausland stehen, greift das Territorialitätsprinzip der Schweizer Leerträgerabgabe oft nicht, was zu Schwierigkeiten bei der Erfassung und Vergütung der tatsächlichen Werknutzung führt.
Der Autor schätzt die Kulturflatrate zwar als interessanten Lösungsansatz zur Behebung von Bemessungsproblemen ein, geht jedoch davon aus, dass sie politisch derzeit nicht mehrheitsfähig ist.
Da digitale Angebote grenzüberschreitend sind, stellt sich die Frage, ob eine in der Schweiz legalisierte Kulturflatrate die Anerkennung von ausländischen Urteilen (z.B. aus Deutschland) zur Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen beeinflussen könnte.
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