Masterarbeit, 2014
130 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Die Phänomene des Rechnens
2.1 Wie rechnen Menschen?
2.2 Denk- und lernpsychologische Grundlagen des Rechnens
3 Die Betrachtung des Begriffs „Dyskalkulie“
3.1 Ein Versuch der Definition
3.2 Grundformen der Rechenschwäche
3.3 Mögliche Ursachen der Dyskalkulie
3.4 Anzeichen für Rechenschwäche
4 Diagnostik
4.1 Allgemeine Verfahrensweise
4.2 Besonderheiten bei der Diagnostik im Jugend- und Erwachsenenalter
4.3 Diagnoseprobleme
5 Förderung von Menschen mit Rechenschwäche
5.1 Erste grundlegende Aspekte der Förderung im Unterricht
5.2 Rechtliche Grundlagen
5.3 Vom Umgang mit Rechenschwäche in und außerhalb der Schule
6 Ein didaktisches Konzept für den Umgang mit Rechenschwäche
6.1 Forschungsdesign
6.1.1 Vorüberlegungen
6.1.2 Datenerhebung und Untersuchungsinstrument
6.1.3 Vorgehensweise bei der Datenanalyse
6.2 Datenauswertung
6.2.1 Stichprobenbeschreibung
6.2.2 Ergebnisse im Kontext der Hypothesen
6.2.3 weitere Befunde
6.2.4 Grenzen der Studie
7 Fazit
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, Lehrkräfte an berufsbildenden Schulen für die Problematik der Rechenschwäche (Dyskalkulie) bei erwachsenen Schülern zu sensibilisieren, Symptome zu identifizieren und konkrete Handlungsempfehlungen für eine produktive Förderung im Unterrichtsalltag zu entwickeln.
Die Phänomene des Rechnens
Prinzipiell ist sehr wenig über die Rechenalgorithmen des menschlichen Gehirns bekannt. Dennoch soll an dieser Stelle versucht werden, die grundlegenden Vorgänge des Rechnens zu erörtern und die Entwicklungen, die bei Kindern stattfinden bis sie ein Zahlenverständnis aufgebaut haben, zu beschreiben. Verstehen wir die Prozesse die beim Rechnen im menschlichen Hirn ablaufen, ist die Rechenschwäche an sich besser zu verstehen und Lehrkräften bietet sich die Möglichkeit, dieses Wissen produktiv im Unterricht zu nutzen.
Bereits Babys im Alter von ca. fünf Monaten beherrschen eine Fähigkeit, die der normal entwickelte Mensch auch nicht mehr verliert. Sie können bereits vier Objekte gleichzeitig ohne Zählen erfassen. Den als Subitising bezeichneten Vorgang charakterisiert Dehaene als den uns angeborenen Zahlensinn oder als eine „präverbale Repräsentation numerischer Größen“. Andere Autoren schreiben in diesem Zusammenhang von einem „Starterset der präverbalen, analogen Mengenrepräsentation“.
Ein typisches Merkmal ist, dass die Reaktionszeiten beim Erfassen von bis zu vier Punkten kaum ansteigen. Erst ab fünf Punkten steigt die Antwortzeit systematisch mit der Erhöhung der Punktzahl. Ob wir einen oder vier Punkte zählen hat also kaum zeitliche Auswirkungen. Offenbar werden Mengen mit bis zu vier Objekten simultan visuell ohne zählen erfasst. Erst bei Mengen größer vier reicht dieser nonverbale Verarbeitungsprozess nicht mehr aus und somit muss jeder einzelne Punkt zumindest gedanklich gezählt werden. Dies erklärt den Reaktionszeitanstieg bei Mengen mit mehr als vier Objekten.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die langfristigen negativen Folgen von Dyskalkulie für die Lebensgestaltung und Ausbildung von Betroffenen und begründet die Notwendigkeit einer frühzeitigen Identifikation durch Lehrkräfte.
2 Die Phänomene des Rechnens: Dieses Kapitel erläutert die neurokognitiven Grundlagen und die Entwicklung des Zahlenverständnisses vom frühen Kindesalter bis zum Erwachsenen.
3 Die Betrachtung des Begriffs „Dyskalkulie“: Es werden verschiedene Definitionen, Ursachenkomplexe und Erscheinungsformen der Rechenschwäche in der Fachwissenschaft diskutiert.
4 Diagnostik: Dieser Abschnitt beschreibt gängige Testverfahren und kritisiert die Problematik der Diagnostik im Hinblick auf das Diskrepanzkriterium und die Anwendung im Erwachsenenalter.
5 Förderung von Menschen mit Rechenschwäche: Hier werden didaktische Prinzipien der Förderung sowie die rechtlichen Grundlagen für Nachteilsausgleiche an berufsbildenden Schulen dargelegt.
6 Ein didaktisches Konzept für den Umgang mit Rechenschwäche: Das Kapitel dokumentiert das explorative Forschungsdesign, die empirische Datenerhebung mittels Experteninterviews und die Analyse der Ergebnisse in Bezug auf die aufgestellten Hypothesen.
7 Fazit: Das Fazit reflektiert die Kernerkenntnisse der Arbeit und betont die Notwendigkeit, Lehrkräfte im Umgang mit Dyskalkulie stärker zu sensibilisieren und zu schulen.
Dyskalkulie, Rechenschwäche, Berufsschule, Diagnostik, Lernförderung, mathematisches Verständnis, Zahlenverarbeitung, Nachteilsausgleich, kognitive Defizite, Lehrerfortbildung, Inklusion, empirische Forschung, Teilleistungsschwäche, Lernumgebung.
Die Arbeit untersucht, wie Lehrkräfte an berufsbildenden Schulen Schüler mit Rechenschwäche (Dyskalkulie) erkennen können und welche pädagogischen Maßnahmen sinnvoll sind, um diese Schüler optimal im Unterricht zu fördern.
Zentrale Themen sind die kognitive Psychologie des Rechnens, die Ursachen und Erscheinungsformen der Dyskalkulie, Möglichkeiten der Diagnostik sowie Strategien zur Unterstützung betroffener Schüler in berufsbildenden Schulformen.
Das Ziel ist es, Lehrern das nötige Hintergrundwissen zu vermitteln, um rechenschwache Schüler zu identifizieren und durch qualitativ angepasste Förderangebote deren schulische Teilhabe und Ausbildungserfolg zu sichern.
Es wurde ein explorativer Forschungsansatz gewählt, der eine umfassende Literaturrecherche mit einer qualitativen empirischen Erhebung durch Experteninterviews (problemzentrierte Interviews) mit Therapeuten kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Darstellung der Rechenprozesse und Ursachen von Dyskalkulie sowie einen empirischen Teil, in dem die Ergebnisse der Interviews mit Fachleuten zur Schulpraxis und Unterstützungsmöglichkeiten ausgewertet werden.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Dyskalkulie, Rechenschwäche, Berufsschule, Diagnostik, individuelle Lernförderung und Nachteilsausgleich geprägt.
Weil bei vielen Berufsschülern eine nicht erkannte Rechenschwäche eine massive Barriere für den Ausbildungserfolg darstellt und Lehrkräfte durch das Wissen über Anzeichen und Kompensationsstrategien gezielter unterstützen können.
Die Experten empfehlen, das Gespräch mit dem Schüler zu suchen, Verständnis zu signalisieren, keinen unnötigen Leistungsdruck aufzubauen und bei Bedarf externe Fachleute oder Lerntherapeuten einzubeziehen.
Der Nachteilsausgleich ist ein zentrales Instrument, um in Prüfungssituationen den Leistungsnachweis trotz defizitärer Rechenfertigkeiten zu ermöglichen, wobei die Umsetzung stark von den schulinternen Entscheidungen abhängt.
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