Bachelorarbeit, 2012
72 Seiten, Note: 1,7
0. Einleitung
I. THEORETISCHER TEIL
1. Terminologische Grundlagen und Charakterisierung der Kurzwörter
1.1 Die Definition des Kurzwortes
1.2 Kurzwörter in historischer Hinsicht
1.3 Differenzierung zwischen Abkürzung und Kurzwort
1.4 Typologie der Kurzwörter
1.4.1 Unisegmentale Kurzwörter
1.4.2 Partielle Kurzwörter
1.4.3 Multisegmentale Kurzwörter
1.5 Andere Formen lexikalischer Kürzung
1.5.1 Kunstwort
1.5.2 Wortkreuzung
2. Der Short Message Service
2.1 Definition der SMS
2.2 Die Erfolgsgeschichte der SMS-Kommunikation
2.3 Sprachliche Merkmale der SMS
II. PRAKTISCHER TEIL
3. Beschreibung des Untersuchungskorpus
4. Klassifikation der Kurzwörter
4.1 Typologie nach Henrik Bergstrøm-Nielsen
4.2 Typologie nach Albrecht Greule
4.3 Typologie nach Dorothea Kobler-Trill
5. Klassifikation der Abkürzungen
5.1 Konventionelle Abkürzungen
5.2 Unkonventionelle Ad-hoc-Abkürzungen
5.3 Partiell konventionelle Abkürzungen
6. Die Besonderheiten der Kurzmitteilungen im Korpus
6.1 Wortinitiale und wortfinale Tilgung
6.2 Reduktion
6.3 Assimilation
III. SCHLUSSFOLGERUNG
7. Zusammenfassung
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung lexikalischer Kurzformen in der SMS-Kommunikation. Durch die Analyse eines Korpus von 321 authentischen SMS-Nachrichten wird erforscht, wie Sprachökonomie und der Wunsch nach schnellem Schreiben die Sprachstruktur beeinflussen.
1.1. Definition des Kurzwortes
Bevor eine Definition des Kurzwortes festgelegt werden kann, sollte zunächst definiert werden, was unter Wort zu verstehen ist. Die meisten Definitionsversuchen für die Einheit Wort laufen in irgendeiner Form auf die Merkmale hinaus, die man allen Wörtern zuordnen kann und mit deren Hilfe man sie dann von anderen sprachlichen Einheiten unterscheidet (vgl. Engel 1988: 15). Die häufig spontan gegebene Begriffsbestimmung, dass das Wort eine kleinste relativ selbstständige bedeutungstragende Einheit sei, ist nicht akzeptabel, weil eine Vielzahl von Wörtern, wie z.B. sprech-en, Haus-frau, sprich-t aus mehreren bedeutungstragenden Einheiten (Monemen) besteht (vgl. Spillmann 2000: 91-92).
Im „Lexikon der Sprachwissenschaft“ von Hadumod Bußmann (1990: 849) lässt sich unter dem Suchbegriff Wort folgende Definition finden:
Intuitiv vorgegebener und umgangssprachlich verwendeter Begriff für sprachliche Grundeinheiten, dessen zahlreiche sprachwissenschaftliche Definitionsversuche uneinheitlich und kontrovers sind. Das Wort (...) wird im einzelnen nicht widerspruchfreie Eigenschaften charakterisiert vgl. die folgenden Definitionsvorschläge, aufgelistet nach Beschreibungsebenen: Phonetisch-phonologische Ebene: W. sind kleinste, durch Wortakzent und Grenzsignale wie Pause isolierbare Lautsegmente, die auf orthographisch-graphemischer Ebene durch Leerstellen im Schriftbild isoliert werden; auf morphologischer Ebene sind W. als Grundeinheiten von grammatischen Paradigmen wie Flexion gekennzeichnet. (...) Auf lexikalisch-semantischer Ebene sind W. kleinste, relativ selbständige Träger von Bedeutung und unter syntaktischem Aspekt lassen sie sich als kleinste verschiebbare und ersetzbare Einheiten des Satzes beschrieben.
Unter dem Begriff Wort kann phonetisch-phonologische, graphematische, morphologische, syntaktische oder lexikalisch-semantische Ebene verstanden werden. Die oben angeführte Wortdefinition weist darauf hin, dass der Ausdruck Wort ist mehrdeutig und hängt vom Untersuchungsgesichtspunkt, von der jeweils interessierenden sprachlichen Ebene. Eine allgemein akzeptierte Definition existiert aber nicht. Wer sich mit Wortdefinitionsversuchen abgemüht hat, der mag resignierend vorschlagen, dass als Wort eben alles zu verstehen sei, was im Schriftbild von seiner Umgebung getrennt erscheint, was zwischen Spatien steht (vgl. Engel 1998: 16).
1. Terminologische Grundlagen und Charakterisierung der Kurzwörter: Dieser Abschnitt definiert den Begriff Wort und Kurzwort unter Berücksichtigung der Fachliteratur und diskutiert deren geschichtliche Entwicklung sowie die Differenzierung zu Abkürzungen.
2. Der Short Message Service: Hier wird der SMS-Dienst definiert, seine historische Entwicklung nachgezeichnet und die allgemeinen sprachlichen Besonderheiten dieses Kommunikationsmediums erläutert.
3. Beschreibung des Untersuchungskorpus: Dieses Kapitel erläutert die Methodik der Datenerhebung von 321 authentischen SMS-Nachrichten und beschreibt die Zusammensetzung der Probandengruppe.
4. Klassifikation der Kurzwörter: Die im Korpus gefundenen Kurzwörter werden anhand etablierter linguistischer Typologien von Bergstrøm-Nielsen, Greule und Kobler-Trill kategorisiert.
5. Klassifikation der Abkürzungen: Dieser Teil befasst sich mit der Einteilung der Abkürzungen in konventionelle, unkonventionelle und partiell konventionelle Formen unter Berücksichtigung der SMS-spezifischen Gegebenheiten.
6. Die Besonderheiten der Kurzmitteilungen im Korpus: Hier werden spezifische Phänomene wie Tilgungen, Reduktionen und Assimilationen analysiert, die den Einfluss der gesprochenen Umgangssprache auf die SMS-Kommunikation verdeutlichen.
SMS, Kurzwort, Abkürzung, Sprachökonomie, Wortbildung, Sprachwandel, SMS-Sprache, Tilgung, Reduktion, Assimilation, Korpusanalyse, Jugendliche, Medienlinguistik, Kurznachricht, Linguistik
Die Arbeit untersucht die Verwendung und Bildung von Kurzwörtern und Abkürzungen in der modernen SMS-Kommunikation von Jugendlichen.
Die zentralen Felder sind die theoretische Definition von Kurzwörtern, die Analyse sprachlicher Merkmale von SMS-Nachrichten und die praktische Klassifikation dieser Formen basierend auf einem Korpus.
Das Ziel ist die Erforschung der auftretenden lexikalischen Kurzformen in SMS-Nachrichten und deren Einordnung in linguistische Kategorisierungssysteme.
Es wird eine empirische Korpusanalyse von 321 authentischen SMS-Nachrichten durchgeführt, ergänzt durch einen theoretischen Vergleich mit Fachliteratur und linguistischen Typologien.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Bereich zur Terminologie und SMS-Geschichte sowie einen praktischen Bereich, der das Untersuchungskorpus analysiert, klassifiziert und die linguistischen Besonderheiten auswertet.
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie SMS-Kommunikation, Sprachökonomie, Kurzwortbildung, Korpusanalyse und sprachliche Reduktionsformen charakterisieren.
Die Zeichenbegrenzung ist ein wesentlicher Faktor für die Sprachökonomie, die die Nutzer dazu veranlasst, Abkürzungen und Kurzformen zu verwenden, um den begrenzten Platz effizient zu nutzen.
Die Unterscheidung basiert primär auf dem Kriterium der Aussprache: Kurzwörter haben einen Wortcharakter und werden gelesen, wie sie geschrieben sind, während Abkürzungen in der Regel nicht als eigenständige Wörter gesprochen werden.
Da das Korpus in Norddeutschland erhoben wurde, finden sich vereinzelt Spuren von norddeutschen Dialekteinflüssen oder umgangssprachlichen Ausdrücken, die als regional eingefärbt gelten.
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