Masterarbeit, 2015
87 Seiten, Note: 1,5
1 Einleitung
1.1 Einführung in die Thematik
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Grundlagen von Wirtschaftskriminalität und Korruption
2.1 Die Herausforderungen bei der Begriffsfindung für Wirtschaftskriminalität und Korruption
2.2 Ausgesuchte Argumente für und gegen Korruption
2.2.1 Gesamtgesellschaftliche Argumente
2.2.2 Individuelle und unternehmensspezifische Argumente
3 Unterschiedliche Erklärungsansätze für Korruption
3.1 Ökonomische Theorien
3.1.1 Beckers ökonomisches Handlungskonzept des Verbrechens
3.1.2 Einfaches und erweitertes Prinzipal-Agent-Modell
3.2 Managementtheorien
3.2.1 Der Einfluss der Persönlichkeit
3.2.2 Der Einfluss der Organisation
3.3 Das Betrugsdreieck nach Donald Cressey als verbindendes Element
4 Handlungsvorschläge für Compliance-Management-Maßnahmen
4.1 Ökonomische Theorie der Kriminalität
4.2 Prinzipal-Agent-Theorie
4.3 Persönliche und organisationale Einflüsse der Managementtheorien
4.4 Zwischenfazit: Praktische Compliance-Umsetzungen
5 Corporate Responsibility – nicht nur ein theoretisches Ethik-Konzept
5.1 Was ist Corporate Responsibility und wie ist ihre Verbindung zum Compliance-Management?
5.2 Wertemanagement – Wenn Compliance allein nicht mehr ausreicht
5.2.1 Grundlagen des „Wertemanagementsystems“
5.2.2 Werteprogramm zur Korruptionsbekämpfung
5.2.3 Zwischenfazit: Werteprogramm als Antikorruptionswerkzeug
6 Beispiele realer Antikorruptionsprogramme
6.1 Beispiel Deutsche Telekom AG
6.2 Beispiel Fraport AG
6.3 Beispiel ThyssenKrupp AG
6.4 Einordnung von zwölf Großunternehmen anhand ihrer gewählten Korruptionsstrategie
7 Fazit
7.1 Schlussfolgerungen betreffend der Fragestellung
7.2 Schlussfolgerungen betreffend die These:
7.3 Kritik an der eigenen Vorgehensweise
7.4 Letzte Worte
Die Arbeit untersucht, inwiefern Compliance-Management-Ansätze zur Korruptionsbekämpfung in Organisationen wirksam sind und welche zusätzliche Rolle das Wertemanagement sowie die Corporate Responsibility-Strategie dabei spielen, um die Limitationen rein regelbasierter Ansätze zu überwinden.
3.3 Das Betrugsdreieck nach Donald Cressey als verbindendes Element
„Trusted persons become trust violators when they conceive of themselves as having a financial problem which is non-shareable, are aware this problem can be secretly resolved by violation of the position of financial trust, and are able to apply to their own conduct in that situation verbalizations which enable them to adjust their conceptions of themselves as trusted persons with their conceptions of themselves as users of the entrusted funds or property.“ (Cressey, 1973, S. 30)
Das als „Frühwarnsystem“ für betrügerische Handlungen (engl.: fraud) in Organisationen bekannt gewordene gleichnamige Modell von Donald Cressey basiert auf dem Zusammenspiel der drei Faktoren/Sektoren „opportunity“ (Gelegenheit), „defence“ (Verteidigung) und „incentive“ (Anreiz). „Fraud“ tritt laut Cressey idealerweise immer dann auf, wenn alle drei Faktoren zeitgleich aufeinandertreffen. Je mehr dieser drei Faktoren nicht gleichzeitig betroffen sind, desto unwahrscheinlicher wird im Umkehrschluss korruptes Handeln innerhalb einer Organisation (vgl. Nimwegen, 2009, S. 18):
- Incentive/Anreiz: Der Anreiz, kriminell zu handeln, kann sowohl in den einzelnen Persönlichkeitsvariablen (Egoismus, Selbstsucht) begründet sein als auch in der individuellen Einstellung zu Korruption und den direkt zuzuordnenden Motiven wie etwa Gier, Ehrgeiz und Erwartungsdruck. Die individuellen Anreize können vonseiten der Organisation nur sehr schwer und wenn, dann durch einen langwierigen Prozess beeinflusst werden (vgl. Nimwegen, 2009, S. 18 f.];
- Opportunity/Gelegenheit: Ohne eine entsprechende Gelegenheit können Anreize – so stark sie auch immer sein mögen – nicht zu betrügerischen Handlungen führen. „Der Anreiz“ braucht folgerichtig als Partner „die Gelegenheit“, um Individuen, die sich zudem im Glauben darüber befinden, im Verborgenen zu agieren, zu dolosen Handlungen zu bewegen. Im Gegensatz zu dem Faktor „Anreiz“ existieren für den Aspekt „Gelegenheit“ (theoretisch) zahlreiche
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema Korruption als wirtschaftskriminelle Handlung ein und definiert die Zielsetzung sowie den Aufbau der Master-Arbeit.
2 Grundlagen von Wirtschaftskriminalität und Korruption: Dieses Kapitel widmet sich der begrifflichen Abgrenzung von Wirtschaftskriminalität und Korruption sowie den gesellschaftlichen und unternehmensspezifischen Argumenten für und gegen korruptes Handeln.
3 Unterschiedliche Erklärungsansätze für Korruption: Hier werden ökonomische Theorien, Managementansätze und das Betrugsdreieck nach Cressey vorgestellt, um die Beweggründe für korrupte Transaktionen theoretisch fundiert zu erklären.
4 Handlungsvorschläge für Compliance-Management-Maßnahmen: Dieses Kapitel leitet aus den zuvor behandelten Theorien konkrete Compliance-Instrumente ab, um Korruption in Organisationen wirksam zu unterbinden.
5 Corporate Responsibility – nicht nur ein theoretisches Ethik-Konzept: Hier wird die Verbindung zwischen Corporate Responsibility und Compliance-Management analysiert und die Bedeutung eines ganzheitlichen Wertemanagementsystems hervorgehoben.
6 Beispiele realer Antikorruptionsprogramme: Anhand der Unternehmen Deutsche Telekom AG, Fraport AG und ThyssenKrupp AG wird die praktische Umsetzung von Compliance- und Werteprogrammen bewertet.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, bestätigt die aufgestellte These zur Ineffizienz reiner Compliance-Programme und kritisiert die eigene Vorgehensweise.
Compliance-Management, Korruption, Wirtschaftskriminalität, Fraud Triangle, Corporate Responsibility, Wertemanagement, Unternehmenskultur, Prinzipal-Agent-Theorie, Rational-Choice, Antikorruptionsprogramme, Unternehmensethik, Integrität, Risikomanagement, Compliance-Officer, Whistle-Blowing
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen verschiedener Compliance-Management-Ansätze zur Bekämpfung von Korruption in Unternehmen.
Die zentralen Themen sind Wirtschaftskriminalität, Korruption, Compliance-Management, Wertemanagement sowie Corporate Responsibility.
Ziel ist es zu untersuchen, was die Fachliteratur über Compliance-Ansätze aussagt und ob alleinige Compliance-Methoden ohne moralische Aspekte zu ineffizienten Ergebnissen führen.
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die verschiedene ökonomische und managementorientierte Erklärungsmodelle nutzt und durch die Anwendung des „Fraud Triangle“-Modells sowie durch Praxisbeispiele validiert.
Im Hauptteil werden theoretische Ansätze analysiert, Handlungsvorschläge für Compliance-Maßnahmen erarbeitet und die Bedeutung von Corporate Responsibility und Wertemanagement beleuchtet.
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Compliance, Korruptionsprävention, Wertemanagement und Fraud Triangle charakterisieren.
Das Fraud Triangle erweitert rein ökonomische Ansätze, indem es neben dem finanziellen Anreiz auch Gelegenheitsstrukturen und psychologische Rechtfertigungsmechanismen der Täter berücksichtigt.
Der Autor argumentiert, dass rein regelbasierte Programme die für Korruption entscheidenden moralischen Rechtfertigungsstrategien der Individuen oft unberücksichtigt lassen und somit ineffizient bleiben können.
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