Bachelorarbeit, 2014
32 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Immobilienpreiszyklen
2.1 Definition Immobilienpreiszyklus
2.2 Warum Immobilienmärkte zu Preiszyklen neigen
2.3 Wohnimmobilienpreiszyklen im europäischen Vergleich
3 Gründe für die Stabilität des deutschen Immobilienmarktes im europäischen Vergleich
3.1 Institutionelle Ausgestaltung des Kapitalmarktes
3.1.1 Zinsbindung
3.1.2 Beleihungswert
3.1.3 Eigenkapitalunterlegung
3.1.4 Kreditvergabe an bonitätsschwache Kunden
3.1.5 Die Refinanzierung von Immobilienkrediten
3.2 Wohneigentumsquote
3.2.1 Sozialer Wohnungsbau
3.2.2 Regulierung des Mietwohnungsmarktes
3.2.3 Staatliche Förderung
3.2.4 Mietpreisentwicklung
3.3 Weitere Faktoren
4 Schlussbemerkung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Gründe für die bemerkenswerte Stabilität des deutschen Wohnimmobilienmarktes im Vergleich zu anderen europäischen Ländern, insbesondere Großbritannien, um zu beurteilen, ob diese Stabilität mittel- bis langfristig Bestand haben wird.
3.1.1 Zinsbindung
Hypothekendarlehen stellen die herkömmliche Form zur Finanzierung von Wohneigentum dar. Wie bei einem Standardkredit, leiht sich dabei der Kreditnehmer Geld von einem Finanzinstitut und verpflichtet sich über einen bestimmten Zeitraum hinweg, die Restschuld inklusive Zinsen zu begleichen. Hinzu kommt, sofern der Kreditnehmer seiner Zahlungsverpflichtung nicht nachkommen kann, dass der Geldgeber die Möglichkeit hat, die Immobilie zwangszuverwerten. Mit dem Erlös wird der Kredit im Anschluss bedient, d.h. der Kredit ist somit durch die Immobilie besichert.
Grundsätzlich unterscheiden sich Hypothekendarlehen vor allem in ihrer Zinsbindung. In Deutschland überwiegt die Finanzierung über eine vereinbarte Laufzeit zu einem fixierten Zinssatz. Diese Zinssätze werden über einen Zeitraum von bis zu 30 Jahren festgelegt. Eine variable Verzinsung, bei der der zu zahlende Zins an die aktuelle Marktlage regelmäßig, mindestens einmal pro Jahr, angepasst wird, ist vor allem in Großbritannien sehr verbreitet. Mischformen werden im Folgenden nicht berücksichtigt, da ihre Bedeutung für diesen Vergleich eher gering ist.
Wie die bereits zitierten Untersuchungen von Jäger/ Voigtländer (2006) zeigen, weist Deutschland eine weit geringere Zinsreagibilität bei einer kurzfristigen Änderung des Marktzinses auf. Dabei wird auf Punkt 2.3 verwiesen. Begründen lässt sich dies mit der langfristigen Zinsbindung, wie sie in Deutschland üblich ist. Haushalte mit bestehenden Hypothekenkrediten und fix vereinbarten Zinsen sind nicht permanent von den Zinsschwankungen des Marktzinses betroffen. Erst nach Ablauf der Zinsbindungsfrist ändern sich Konditionen bei einer Anschlussfinanzierung durch den veränderten Marktzins, d.h. die finanzielle monatliche Belastung ist von Anfang an festgelegt. Eine überraschende Überbelastung der Kreditnehmer, die in möglicher Überschuldung und Zahlungsausfällen resultieren, sind somit aus geldpolitischer Sicht nicht möglich.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Preisdynamik am deutschen Wohnimmobilienmarkt und leitet die Forschungsfrage nach den Gründen für dessen im europäischen Vergleich hohe Stabilität ab.
2 Immobilienpreiszyklen: Dieses Kapitel definiert den Immobilienpreiszyklus und erläutert die ökonomischen Ursachen für zyklische Schwankungen an Immobilienmärkten.
3 Gründe für die Stabilität des deutschen Immobilienmarktes im europäischen Vergleich: Der Hauptteil analysiert die institutionellen Rahmenbedingungen, die Eigentümerstruktur sowie den Mietwohnungsmarkt und weitere Faktoren wie Transparenz als Determinanten der Preisstabilität.
4 Schlussbemerkung und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und gibt eine Einschätzung zur zukünftigen Entwicklung des deutschen Immobilienmarktes.
Wohnimmobilienmarkt, Preisstabilität, Immobilienpreiszyklen, Kapitalmarkt, Zinsbindung, Beleihungswert, Wohneigentumsquote, Mietwohnungsmarkt, Finanzierung, Europäischer Vergleich, Deutschland, Großbritannien, Volatilität, Hypothekendarlehen, Markttransparenz
Die Arbeit analysiert, warum der deutsche Wohnimmobilienmarkt im Vergleich zu anderen europäischen Ländern, insbesondere Großbritannien, deutlich stabilere Preisverläufe aufweist.
Zentrale Themen sind die Ausgestaltung des Kapitalmarktes, die Besonderheiten der Immobilienfinanzierung, die Rolle der Wohneigentumsquote und die Bedeutung des Mietwohnungsmarktes.
Ziel ist es, die spezifischen Eigenschaften des deutschen Modells herauszuarbeiten, die für die Stabilität und das Ausbleiben starker Preisübertreibungen verantwortlich sind.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und dem Vergleich von Kennzahlen zur Immobilienpreisentwicklung sowie zur Marktstruktur in Deutschland und anderen europäischen Staaten.
Im Hauptteil werden institutionelle Faktoren wie Zinsbindungsarten, Beleihungswertvorgaben und Refinanzierungsmodelle sowie die Auswirkungen des Mietwohnungsmarktes und der staatlichen Förderung detailliert gegenübergestellt.
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Immobilienpreisstabilität, Finanzierungsstandards, Eigenkapitalquote und den Ländervergleich Deutschland-Großbritannien charakterisiert.
Die in Deutschland übliche langfristige Zinsbindung schützt Kreditnehmer vor kurzfristigen Zinsschwankungen und verhindert so eine unmittelbare Überbelastung der Haushalte bei Marktveränderungen.
Der ausgeprägte und qualitätsvolle Mietwohnungsmarkt bietet eine attraktive Alternative zum Wohneigentum, was den Druck zur Aufnahme risikoreicher Kredite senkt und damit zur Marktstabilität beiträgt.
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