Bachelorarbeit, 2014
56 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Die Russen kommen
2.1. Analyse der filmischen Gestaltung: Stilistik, Ästhetik und Intertextualität
2.2. Der Film und seine literarische Grundlage „Die Anzeige“
2.3. „Die Russen kommen“ als die „zweite Seite der Medaille“ zu „Ich war neunzehn“ von Konrad Wolf
2.4. Das Verbot von „Die Russen kommen“ und die Aufführung als „Karriere“
2.5. Heiner Carows zeitungebundenes Erzählprinzip der Ideale in Kollision mit dem antifaschistischen Film - „Die Russen kommen“ im schematischen Vergleich mit anderen Filmen Carows
3. Fazit
Die Arbeit untersucht das filmische Schaffen von Heiner Carow, insbesondere seinen Film „Die Russen kommen“, und analysiert, wie dieser durch formale Gestaltung und intertextuelle Bezüge ein kritisches Geschichtsmodell manifestiert, das im Widerspruch zur offiziellen DDR-Ideologie stand.
2.1. Analyse der filmischen Gestaltung: Stilistik, Ästhetik und Intertextualität
„Die Russen kommen“ wurde durchgängig in schwarz-weiß gedreht, wie es bis zu diesem Jahr bei der DEFA üblich war. Die Qualität der heute erhältlichen Kopien ist nicht optimal – das liegt an der Vergangenheit des Films. Da zwischen dem Produktions- und dem Aufführungsjahr fast zwei Jahrzehnte vergingen, sind Flimmern, Unschärfe und Überbelichtung der Aufbewahrung des eigentlich verbotenen Materials zuzuschreiben. Das lässt sich gut im Vergleich mit den in „Karriere“ wiederverwendeten Szenen des Films erkennen, die von viel besserer Qualität sind.
„Die Russen kommen“ dauert 86 Minuten und elf Sekunden. Er vereint mehrere Schauplätze in sich. Die größte Rolle spielen das Haus von Christines Eltern, der Strand und der als Gefängnis genutzte Keller. Weitere Orte sind ein Wald, ein altes hallenartiges Gebäude, zwei Festsäle, ein Kino, eine Hausruine, die Wohnung von Günters Familie, Felder, Wiesen, das Büro eines russischen Offiziers und einige Wege und Plätze. Fiktive, also von Günter geträumte oder fantasierte Schauplätze, sind ein Bahngleis, der Horizont einer hügeligen Landschaft, erneut der Strand, ein Kloster oder eine Kirche und ein nicht definierter hoch gelegener Ort, der auch ein Flugzeug sein könnte.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Kontext der Filmproduktion 1968 und formuliert die Forschungsfrage zur Wirkung filmischer Mittel sowie zum Umgang mit literarischen Vorlagen in Carows Werk.
2. Die Russen kommen: Dieses Kapitel fasst die komplexe Handlung des Films zusammen, die den Weg des Jugendlichen Günter vom Hitlerjungen zum traumatisierten Mörder nachzeichnet.
2.1. Analyse der filmischen Gestaltung: Stilistik, Ästhetik und Intertextualität: Der Abschnitt untersucht die filmische Form, Kameraeinstellungen und die Funktion von Musik sowie Sprache für die vermittelte Botschaft.
2.2. Der Film und seine literarische Grundlage „Die Anzeige“: Hier wird der Vergleich zur Kurzgeschichte von Egon Richter gezogen, um Unterschiede in der Erzählperspektive und der Konzentration auf eine Einzelperson statt einer Gruppe herauszuarbeiten.
2.3. „Die Russen kommen“ als die „zweite Seite der Medaille“ zu „Ich war neunzehn“ von Konrad Wolf: Die Gegenüberstellung analysiert Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Dramaturgie und Geschichtsverständnis der beiden zeitgenössischen Filme.
2.4. Das Verbot von „Die Russen kommen“ und die Aufführung als „Karriere“: Das Kapitel erläutert die ideologischen Gründe für das Filmverbot und wie die Neufassung „Karriere“ versuchte, durch eine Rahmenhandlung die inhaltliche Brisanz zu entschärfen.
2.5. Heiner Carows zeitungebundenes Erzählprinzip der Ideale in Kollision mit dem antifaschistischen Film - „Die Russen kommen“ im schematischen Vergleich mit anderen Filmen Carows: Es wird ein allgemeines Erzählschema für Carows Filme entwickelt und an Beispielen wie „Paul und Paula“ und „Coming Out“ überprüft.
3. Fazit: Das Fazit resümiert, dass der Film eine pessimistische Sicht auf die Geschichte und das Scheitern von Idealisten vermittelt, was im Widerspruch zum teleologischen Geschichtsbild der DDR stand.
Heiner Carow, DEFA, DDR-Film, Antifaschismus, Ideologie, Geschichtsmodell, Filmanalyse, Egon Richter, Konrad Wolf, Nachkriegszeit, Traumatisierung, Individuum, Idealismus, Filmverbot, Erzählprinzip.
Die Arbeit untersucht den DEFA-Film „Die Russen kommen“ von Heiner Carow im Kontext seiner Produktionsbedingungen, seiner formalen Gestaltung und im Vergleich zu anderen Werken der Zeit.
Zentral sind der Umgang mit dem Nationalsozialismus und der deutschen Vergangenheit, die Rolle des Idealismus in verschiedenen politischen Systemen sowie die filmische Vermittlung von Geschichte durch komplexe Gestaltungsmittel.
Das Ziel ist es, die filmischen Mittel zu analysieren, die das Verbot des Films provozierten, und aufzuzeigen, welches in der DDR unerwünschte Geschichtsmodell Carow in seinem Film manifestierte.
Es handelt sich um eine filmwissenschaftliche Analyse, die Methoden der Filmanalyse (Kamera, Schnitt, Ton) mit einem vergleichenden literaturwissenschaftlichen Ansatz zur Vorlagenanalyse und historischen Einordnung kombiniert.
Der Hauptteil analysiert die filmische Stilistik, vergleicht den Film mit der literarischen Vorlage „Die Anzeige“, stellt ihn Konrad Wolfs „Ich war neunzehn“ gegenüber, untersucht das Filmverbot und entwickelt ein übergreifendes Erzählschema für Carows Schaffen.
Neben den Namen Heiner Carow und Egon Richter sind Begriffe wie DDR-Film, Antifaschismus, Ideologie, Traumatische Wiederholung und Geschichtsmodell zentral.
Der Film wurde aufgrund seiner psychologischen Ausleuchtung des Faschismus, der Verwendung der englischen Sprache und der Negation eines zielgerichteten, „positiven“ Geschichtsverlaufs verboten, was der offiziellen SED-Linie widersprach.
„Karriere“ bettet die Szenen aus dem Originalfilm in eine neue Gegenwartshandlung ein, die durch einen erwachsenen Protagonisten einen anderen, pragmatischeren Rahmen schafft, um die ursprüngliche inhaltliche Radikalität zu mildern.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

