Diplomarbeit, 2009
67 Seiten, Note: 1.0
1. Problemstellung
2. Auswirkungen der Digitalisierung auf die Käuferunsicherheit im Musikmarkt
2.1. Markteintritt ohne Samplingmöglichkeit
2.2. Markteintritt mit Samplingmöglichkeit
3. Auswirkungen der Digitalisierung auf die Wechselkosten der Konsumenten
3.1. Konsumkapitalbildung
3.2. Netzwerkbildung
4. Auswirkungen der Digitalisierung auf die Verhandlungsmacht der Künstler
4.1. Verhandlungen bei geringer Nachfragetransparenz
4.2. Verhandlungen bei hoher Nachfragetransparenz
5. Zusammenfassung
Appendix A
Die Arbeit untersucht, wie sich die Digitalisierung des Musikmarktes auf die Chancen unbekannter Künstler zur Marktetablierung und Positionierung auswirkt. Im Zentrum steht die ökonomische Analyse, inwieweit veränderte Rahmenbedingungen wie reduzierte Distributions- und Suchkosten die Käuferunsicherheit senken und die Verhandlungsmacht der Künstler gegenüber Produzenten beeinflussen.
1. Problemstellung
Aufgrund ihrer Eigenschaft als Informationsprodukt lässt sich Musik vollständig digitalisieren. Neben der Speicherung und Verarbeitung ist mit zunehmender Verbreitung von Internetanschlüssen sowie der Erfindung des Mp3-Standards auch die virtuelle Übertragung von Musik möglich geworden. Weil hierdurch die digitale Speicherung und Distribution nur marginale Zusatzkosten verursacht und auch die Produktion von Musik durch den technologischen Fortschritt erheblich günstiger geworden ist, hat sich das Musikangebot durch den digitalen Markt vervielfacht (vgl. Dyk 2005, S. 187, 193).
Auch auf der Nachfrageseite bietet das Internet eine Vielzahl neuer Möglichkeiten. Konsumenten können sich bereits vor dem Kauf über Künstler und ihre Werke informieren, da umfassende Datenbanken den schnellen Zugriff auf die gesuchten Informationen ermöglichen. Kundenempfehlungen und intelligente Empfehlungssoftwares geben zudem Hilfestellungen, um in Anbetracht der Angebotsvielfalt die Orientierung zu erleichtern. Für die Konsumenten reduzieren sich die Suchkosten dadurch erheblich (vgl. Gazibegović 2007, S. 120).
Auf der Künstlerseite ist der Musikmarkt durch ein Überangebot an Künstlern und einer hohen Einkommensdisparität geprägt. Nur ein relativ kleiner Teil der Musiker ist wirtschaftlich erfolgreich. Der Großteil der Künstler hingegen erwirtschaftet keine Gewinne, sondern sogar Verluste (vgl. Kulle 1998, S. 119). Entsprechend schwierig war es bislang für unbekannte Künstler die Tonträgerhersteller von ihrem Talent zu überzeugen und sich am Markt zu etablieren. Nicht zuletzt, weil die Vermarktung durch einen Tonträgerhersteller die Voraussetzung für den Markterfolg war (vgl. Schulze 1996, S. 126 f.).
1. Problemstellung: Dieses Kapitel führt in die ökonomischen Rahmenbedingungen des Musikmarktes ein und definiert das Ziel der Arbeit, die Chancen für unbekannte Künstler durch die Digitalisierung zu analysieren.
2. Auswirkungen der Digitalisierung auf die Käuferunsicherheit im Musikmarkt: Es wird untersucht, wie Käuferunsicherheit den Markteintritt erschwert und welche neuen Möglichkeiten (z. B. Sampling) durch die Digitalisierung entstehen, um diese Unsicherheit zu reduzieren.
3. Auswirkungen der Digitalisierung auf die Wechselkosten der Konsumenten: Dieses Kapitel beleuchtet die Rolle von Konsumkapital und Netzwerkeffekten beim Musikkonsum und wie das Internet die diesbezüglichen Suchkosten verändert.
4. Auswirkungen der Digitalisierung auf die Verhandlungsmacht der Künstler: Es wird analysiert, wie sich die Verhandlungsposition unbekannter Künstler gegenüber Produzenten durch die veränderte Marktransparenz und neue Selbstvermarktungsoptionen verschoben hat.
5. Zusammenfassung: Die Arbeit fasst ihre Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die Digitalisierung die Chancen für unbekannte Künstler tendenziell verbessert hat, auch wenn die Marktetablierung weiterhin eine Herausforderung bleibt.
Digitalisierung, Musikmarkt, unbekannte Künstler, Käuferunsicherheit, Konsumkapitaltheorie, Suchkosten, Verhandlungsmacht, Sampling, Netzwerkeffekte, Musikproduktion, Markteintritt, Informationsprodukt, Preispolitik, Tonträgerhersteller, Musikindustrie.
Die Arbeit analysiert aus ökonomischer Perspektive die Veränderungen des Musikmarktes durch die Digitalisierung und deren Auswirkungen auf die Erfolgschancen unbekannter Künstler.
Die zentralen Felder sind die Reduzierung von Such- und Distributionskosten, die Überwindung von Käuferunsicherheit, die Bedeutung von Konsumkapital sowie die Verhandlungsmacht von Künstlern gegenüber Labels.
Das Ziel ist festzustellen, inwieweit sich die Chancen zur Marktetablierung und -positionierung für unbekannte Künstler durch die Digitalisierung des Musikmarktes verändert haben.
Die Arbeit nutzt überwiegend modelltheoretische Ansätze, insbesondere Modelle zur Käuferunsicherheit (Schmalensee) und zur Konsumkapitalbildung (Stigler/Becker), um die Auswirkungen der Digitalisierung formal darzustellen.
Im Hauptteil werden nacheinander die Auswirkungen auf die Käuferunsicherheit, die Wechselkosten der Konsumenten (Netzwerkeffekte) und die Verhandlungsmacht in der Musikindustrie detailliert hergeleitet und analysiert.
Wesentliche Begriffe sind Digitalisierung, Musikmarkt, unbekannte Künstler, Markteintritt, Verhandlungsmacht und Käuferunsicherheit.
Sampling (kostenloses Probehören) reduziert die Käuferunsicherheit, da Konsumenten das Talent des Künstlers vor dem Kauf besser einschätzen können, was bei niedrigen Distributionskosten des digitalen Marktes einen Markteintritt erst wirtschaftlich sinnvoll macht.
Ja, durch gesteigerte Transparenz und die Möglichkeit zur Selbstvermarktung können unbekannte Künstler eine etwas bessere Verhandlungsposition aufbauen, wobei die Machtasymmetrie gegenüber den Produzenten oft bestehen bleibt.
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