Diplomarbeit, 2013
149 Seiten, Note: 1,5
1 Einleitung
1.1 Hintergrund und Ziel der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Scripted Reality als Teilbereich des Reality TV
2.1 Der Ursprung des Fernsehgenre Reality TV
2.2 Einordnung innerhalb des Reality TV
2.3 Charakteristische Merkmale des Scripted Reality
2.4 Scripted Reality-Formate im deutschen Fernsehen
3 Medienwirkungsforschung
3.1 Der Uses-and-Gratifications-Ansatz
3.1.1 Konzept und Ursprung
3.1.2 Prozessmodelle und Weiterentwicklungen
3.1.3 Kritik am Uses-and-Gratifications-Ansatz
3.2 Fernsehnutzungsmotive in der Uses-and-Gratifications-Forschung
3.2.1 Bedürfnisse und Motive
3.2.2 Motivkataloge
3.2.3 Instrumentelle und ritualisierte Mediennutzung
3.2.4 Das Eskapismus-Konzept
3.2.5 Das Konzept der parasozialen Interaktion
3.3 Zwischenfazit
3.4 Der Einfluss verschiedener Faktoren auf die Fernsehnutzung
3.4.1 Soziodemographie
3.4.2 Individuelle Merkmale
3.4.2.1 Sensation Seeking
3.4.2.2 Interpersonelle Interaktion und Einsamkeit
3.4.2.3 Lebenszufriedenheit
3.4.3 Allgemeine Fernsehgewohnheiten
3.5 Empirische Forschungsergebnisse zu Reality TV und Scripted Reality
4 Empirischer Teil
4.1 Forschungsfragen
4.2 Hypothesen
4.3 Untersuchungsdesign: Online-Fragebogen
4.4 Aufbau des Fragebogens
4.4.1 Konzeption des Fragebogens
4.4.2 Fernsehgewohnheiten
4.4.2.1 Fernsehdauer und Fernsehnutzungssituation
4.4.2.2 TV-Genrepräferenzen
4.4.2.3 Fernsehverhalten
4.4.3 Fernsehverhalten in Bezug auf Scripted Reality
4.4.3.1 Nutzung von Scripted Reality-Formaten
4.4.3.2 Nutzungsmotive
4.4.3.3 Online-Aktivität
4.4.4 Individuelle Merkmale
4.4.4.1 Sensation Seeking
4.4.4.2 Interpersonelle Interaktion
4.4.4.3 Lebenszufriedenheit
4.4.5 Soziodemographische Daten
4.5 Durchführung der empirischen Studie
4.5.1 Pretest
4.5.2 Online-Befragung
4.5.3 Stichprobe
5 Ergebnisse
5.1 Deskriptivstatistische Beschreibung der Stichprobe
5.1.1 Soziodemographische Beschreibung der Stichprobe
5.1.2 Allgemeine Fernsehgewohnheiten der Befragten
5.1.3 Angaben zur Scripted Reality-Nutzung
5.1.4 Angaben zu den individuellen Merkmalen
5.2 Verifikation und Falsifikation der Hypothesen
5.2.1 Identifikation der Nutzungsmotive der Scripted Reality-Rezipienten
5.2.2 Befunde zur Nutzungsmotivation der Scripted Reality-Rezipienten (Hypothese 1a bis 1c)
5.2.3 Der Einfluss soziodemographischer Daten auf die Scripted Reality-Sehdauer (Hypothese 2a bis 2c)
5.2.4 Der Einfluss soziodemographischer Daten auf die Nutzungsmotivation der Scripted Reality-Rezipienten (Hypothese 2d und 2e)
5.2.5 Der Einfluss des Merkmals Sensation Seeking auf die Nutzungsmotivation der Scripted Reality-Rezipienten (Hypothese 3a bis 3c)
5.2.6 Der Einfluss des Umfangs an interpersoneller Interaktion auf die Nutzungsmotivation der Scripted Reality-Rezipienten (Hypothese 4a bis 4e)
5.2.7 Der Einfluss der Lebenszufriedenheit auf die Nutzungsmotivation der Scripted Reality-Rezipienten (Hypothese 5a bis 5c)
5.2.8 Der Einfluss allgemeiner Fernsehgewohnheiten auf die Scripted Reality-Sehdauer (Hypothese 6a)
5.2.9 Der Einfluss allgemeiner Fernsehgewohnheiten auf die Nutzungsmotivation der Scripted Reality-Rezipienten (Hypothese 6b und 6c)
5.3 Übersicht der Ergebnisse der Hypothesenprüfung
5.4 Vergleich der Einflüsse auf die Zuwendung zu Scripted Reality
6 Resümee
6.1 Zusammenfassung und Diskussion der Ergebnisse
6.2 Ausblick
Das Hauptziel dieser Diplomarbeit besteht darin, die Nutzungsmotivation von Rezipienten des Fernsehgenres "Scripted Reality" zu analysieren. Basierend auf der "Uses-and-Gratifications"-Theorie soll untersucht werden, welche Faktoren – wie soziodemographische Daten, individuelle Persönlichkeitsmerkmale und allgemeine Fernsehgewohnheiten – die Zuwendung zu diesen inszenierten Formaten beeinflussen und inwiefern sich das Publikum in seinen Motiven unterscheidet.
1.1 Hintergrund und Ziel der Arbeit
Seit geraumer Zeit zeichnet sich auf Seiten der privaten Fernsehsender ein neuer Trend ab. Das Nachmittagsprogramm sowie der Vorabend werden mit einer ganz bestimmten Sendungsart regelrecht überhäuft. Auf den ersten Blick wirken die Inhalte dieser Sendungen wie eine Art Dokumentation und daher real. Im Vor- bzw. Abspann wird mit dem Hinweis „Alle handelnden Personen sind frei erfunden.“ allerdings darauf aufmerksam gemacht, dass diese Inhalte nicht echt sind, sondern alles gespielt wird. Die Tatsache, dass es sich um inszenierte Fernsehdramen und nach Drehbuch agierende Laiendarsteller handelt, schadet den Formaten jedoch nicht, sie erzielen nicht selten sogar beachtliche Einschaltquoten. Die Rede ist von Scripted Reality.
Die Formate dieser Form des Reality TV, das schon seit vielen Jahren fester Bestandteil der deutschen Fernsehlandschaft ist, stehen im Mittelpunkt der vorliegenden Untersuchung. Als Vorreiter des Scripted Reality gelten die Gerichtsshows und die Doku-Soaps. Nachdem die Erfolge dieser Formate, die auf wahren Fällen beruhten und damit reale Geschichten der Protagonisten dokumentierten, zunehmend ausblieben, entwickelten die Programmmacher ein neues Konzept: Durch ausgedachte und von Laienschauspielern dargestellte Inhalte sollten die Sendungen spannender und dichter erzählt und zugleich kostengünstig produziert werden. Ihre Rechnung mit der Fiktionalisierung bestehender Formate ging auf, die Einschaltquoten stiegen. Und auch neu entwickelte Formate, die diesem Konzept entsprechen, erfreuen sich hoher Beliebtheit. So entpuppte sich bspw. eines der Scripted Reality-Formate, „Berlin – Tag & Nacht“, das lediglich als Lückenfüller für die nächste „Big Brother“-Staffel konzipiert war, als Quotengarant.
Es drängt sich nun die Frage auf, aus welchen Gründen Millionen von Fernsehzuschauern täglich die gescripteten Formate einschalten. Wie der Titel dieser wissenschaftlichen Forschungsarbeit bereits ankündigt, besteht das Hauptinteresse darin, Erkenntnisse über die Nutzungsmotivation der Scripted Reality-Rezipienten zu gewinnen. In Anbedacht des enormen Erfolges dieser Art des Fernsehens stellt sich der Autor in der vorliegenden Untersuchung daher die Frage, welchen Reiz die fiktiven, intimen Geschichten von ihnen unbekannten, frei erfundenen Personen auf die Zuschauer auswirken.
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der "Scripted Reality" ein, erläutert den Hintergrund der Forschungsarbeit und stellt die zentrale Zielsetzung der Untersuchung dar.
2 Scripted Reality als Teilbereich des Reality TV: Hier werden der Ursprung, die historische Einordnung und die charakteristischen Merkmale von Scripted Reality sowie aktuelle Formate im deutschen Fernsehen beschrieben.
3 Medienwirkungsforschung: Dieses theoretische Kapitel befasst sich mit dem "Uses-and-Gratifications"-Ansatz, analysiert diverse Nutzungsmotive und erörtert den Einfluss persönlicher Faktoren wie soziodemographische Daten, "Sensation Seeking" und Lebenszufriedenheit auf die Mediennutzung.
4 Empirischer Teil: Es werden die Forschungsfragen, die Hypothesen, das Untersuchungsdesign (Online-Fragebogen) und die methodische Durchführung der Studie detailliert dargelegt.
5 Ergebnisse: Dieser Abschnitt präsentiert die deskriptive Statistik der Stichprobe, wertet die Hypothesenprüfung aus und diskutiert die Einflüsse auf die Nutzungsmotivation und die Sehdauer.
6 Resümee: Das Abschlusskapitel fasst die wichtigsten Ergebnisse der Studie zusammen, diskutiert diese vor dem theoretischen Hintergrund und gibt einen Ausblick auf künftigen Forschungsbedarf.
Scripted Reality, Reality TV, Uses-and-Gratifications-Ansatz, Nutzungsmotivation, Medienwirkungsforschung, Fernsehkonsum, Sensation Seeking, Interpersonelle Interaktion, Lebenszufriedenheit, Online-Befragung, Fernsehzuschauer, Mediennutzung, Fiktionalisierung, Einschaltquoten, Zuschauerbindung.
Die Diplomarbeit untersucht die Gründe für den Erfolg von "Scripted Reality"-Formaten im deutschen Privatfernsehen und analysiert, welche Motive die Zuschauer dazu bewegen, diese fiktionalisierten Sendungen regelmäßig zu verfolgen.
Die Arbeit beleuchtet die Entstehung von Scripted Reality, die medienwissenschaftliche "Uses-and-Gratifications"-Forschung sowie den Einfluss persönlicher Merkmale wie Sensation Seeking, soziale Kontakte und Lebenszufriedenheit auf den Fernsehkonsum.
Das Hauptziel ist es, die Nutzungsmotivation der Scripted Reality-Rezipienten zu identifizieren und zu klären, durch welche soziodemographischen und individuellen Faktoren sich das Nutzungsverhalten und die Programmauswahl innerhalb des Publikums erklären lassen.
Es wurde eine quantitative Online-Rezipientenbefragung durchgeführt, deren Daten anschließend mit statistischen Methoden (wie Faktorenanalyse und multipler Regression) unter Verwendung von IBM SPSS Statistics ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Kapitel 2 und 3) und einen empirischen Teil (Kapitel 4 und 5), in dem Hypothesen zur Nutzungsmotivation formuliert, mittels eines Fragebogens überprüft und schließlich verifiziert oder falsifiziert werden.
Die zentralen Begriffe sind Scripted Reality, Nutzungsmotivation, Uses-and-Gratifications-Ansatz, Medienwirkungsforschung und Fernsehkonsum.
Es wurde untersucht, ob Personen mit hoher Sensationslust (High-Sensation-Seeker) Scripted Reality stärker als andere Medienformen nutzen, um Anregung und Spannung zu erfahren – die Ergebnisse zeigen jedoch, dass dieses Merkmal bei Scripted Reality keine signifikante Rolle spielt.
Die Studie ergab, dass unzufriedene Personen verstärkt zu Scripted Reality greifen, um ihre eigene Situation mit der der Protagonisten zu vergleichen oder Gesellschaft als Kompensation für soziale Defizite zu finden.
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