Bachelorarbeit, 2015
55 Seiten, Note: 2,5
1. Einleitung
2. Das psychoanalytische Wissen Hoffmanns
2.1 E.T.A.Hoffmanns Wissen über die Psychoanalyse im wissenschaftlichen und bildungstechnischen Sinne
2.2 E.T.A.Hoffmanns Wissen über die Psychoanalyse als persönliches Leiden
3. Das Doppelgänger-Motiv im psychopathologischen Kontext und dessen charakteristischen Merkmale
3.1 Otto Ranks Werk „Der Doppelgänger“ hinsichtlich der symptomatischen Merkmale
3.2 Sigmund Freuds Werk „Das Unheimliche“ hinsichtlich der symptomatischen Merkmale
3.3 Die moderne Psychoanalyse hinsichtlich der symptomatischen Merkmale
3.4 Das Profil der Doppelgänger-Symptomatik
4. Das Profil der Doppelgänger-Sympomatik in den Werken „Die Elixiere des Teufels“, „Der Sandmann“ und „Die Brautwahl“
4.1 Die Elixiere des Teufels. Eine psychoanalytische Betrachtung Medardus´ anhand des erstellten Profils
4.2 Der Sandmann. Eine psychoanalytische Betrachtung Nathanaels anhand des erstellten Profils
4.3 Die Brautwahl. Eine psychoanalytische Betrachtung Herrn Tussmanns und des Goldschmieds anhand des erstellten Profils
Die vorliegende Arbeit untersucht E.T.A. Hoffmanns Nutzung des Doppelgänger-Motivs unter einem psychopathologischen Gesichtspunkt. Ziel ist es, anhand von Fachliteratur ein psychologisches Profil für Doppelgänger-Erscheinungen zu erstellen und dieses auf ausgewählte Protagonisten in Hoffmanns Werken anzuwenden, um deren psychischen Zustand zu beleuchten.
3.1 Otto Ranks Werk „Der Doppelgänger“ hinsichtlich der symptomatischen Merkmale
Als erstes wird das Werk von Otto Rank untersucht, um jene charakteristischen Merkmale eines an dem Doppelgänger-Motiv Leidendes zu benennen, bzw. jene Informationen aus dem Werk zu gewinnen. In Ranks Werk werden mehrere Charakteristika genannt, welche im Folgenden zusammengefasst wurden.
Zwei der grundlegendsten Merkmale, welche einen Leidenden widerfahren, sind, dass es zu einem Verfolgungswahn kommt, wobei der Verfolger hierbei der Doppelgänger ist, welcher dem Leidenden sehr ähnlich sieht, wenn nicht sogar vollkommene gleicht. Jener Doppelgänger tritt dem Leidenden dabei stets hindernd in den Weg. Dies geschieht insbesondere hinsichtlich des Liebeslebens.34
Des Weiteren leidet der Erkrankte an einem starkem Ich-Komplex, was eine krankhafte Fokussierung des eigenen Selbst bedeutet. Aufgrund dieser Fokussierung ist es dem Kranken nicht möglich eine realistische Beziehung, bzw. harmonisches Verhältnis zu seinem Objekt der Liebe zu entwickeln. Das Liebesgefühl, welches jener Kranke empfindet, wechselt hierbei stets zwischen Extremen. So kann einerseits eine Unfähigkeit der Liebe und dessen Gefühls entwickelt werden oder andererseits eine schon krankhafte, überdeutliche Sehnsucht nach dem Objekt der Liebe entstehen.35
1. Einleitung: Einführung in die Doppelgänger-Motivik in der Romantik, Relevanz von Hoffmanns Schriften und Vorstellung der psychopathologischen Vorgehensweise.
2. Das psychoanalytische Wissen Hoffmanns: Untersuchung von Hoffmanns biographischem Hintergrund und dessen Auseinandersetzung mit Psychiatrie sowie psychischen Leiden in seinem Leben und Beruf.
3. Das Doppelgänger-Motiv im psychopathologischen Kontext und dessen charakteristischen Merkmale: Erarbeitung eines Profils der Doppelgänger-Symptomatik basierend auf Freud, Rank und modernen Erkenntnissen.
4. Das Profil der Doppelgänger-Sympomatik in den Werken „Die Elixiere des Teufels“, „Der Sandmann“ und „Die Brautwahl“: Anwendung des erstellten Profils auf die Charaktere Medardus, Nathanael und Tussmann zur Diagnose ihrer psychischen Leiden.
5. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse bezüglich Hoffmanns psychologischem Wissen und der Anwendbarkeit des Profils auf seine literarischen Figuren.
E.T.A. Hoffmann, Doppelgänger-Motiv, Psychoanalyse, Psychopathologie, Schizophrenie, Narzissmus, Identitätsstörung, Verfolgungswahn, Die Elixiere des Teufels, Der Sandmann, Die Brautwahl, Medardus, Nathanael, Tussmann, Literaturwissenschaft
Die Arbeit untersucht das Doppelgänger-Motiv in E.T.A. Hoffmanns Werken aus einer psychopathologischen Perspektive.
Zentrale Themen sind Hoffmanns biographisches Verständnis von Psychologie, die psychoanalytische Theorie des Doppelgängers und deren Anwendung auf fiktionale Charaktere.
Das Ziel ist die Erstellung eines symptomatischen Profils für den „Doppelgänger-Wahn“ und die Überprüfung, ob Hoffmanns Protagonisten dieses Profil erfüllen.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die psychoanalytische Ansätze von Freud und Rank mit moderner psychiatrischer Diagnostik verknüpft.
Der Hauptteil erarbeitet zunächst das theoretische Doppelgänger-Profil und analysiert anschließend die Werke „Die Elixiere des Teufels“, „Der Sandmann“ und „Die Brautwahl“ anhand dieses Profils.
Die Arbeit fokussiert sich primär auf Begriffe wie Psychoanalyse, Doppelgänger-Motiv, Narzissmus, Identitätsstörung und Psychopathologie bei E.T.A. Hoffmann.
Medardus wird als Narzisst analysiert, dessen Unfähigkeit zu zwischenmenschlichen Beziehungen und sein Verfolgungswahn auf eine mögliche schizophrene Erkrankung hindeuten.
Das kindliche Trauma durch die Figur des Sandmanns wird als Auslöser für Nathanaels spätere psychische Instabilität und seinen Doppelgänger-Wahn identifiziert.
Nein, der Autor verwirft diese These, da die zeitliche Abfolge und fehlende Belege für einen chronischen Alkoholismus eher auf eine psychotische Erkrankung hindeuten.
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