Masterarbeit, 2014
106 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Länderinfo
2.1 Bedeutung Bergbau
2.1.1 Weltwirtschaftliche Bedeutung
2.1.2 Ökonomische Bedeutung des Bergbausektors
2.1.2.1 Ruanda
2.1.2.2 Burundi
2.1.2.3 Demokratische Republik Kongo
2.1.3 Soziale und ökologische Bedeutung des Bergbausektors
2.1.4 Zwischenfazit
2.2 Anforderungen auf internationaler Ebene
2.2.1 Die OECD Sorgfaltsanforderungen
2.2.2 Dodd-Frank Wall Street Reform and Consumer Protection Act
2.2.3 Europäische Verordnungen
2.3 Umsetzungsinitiativen
2.3.1 Die Internationale Konferenz der Region der Großen Seen
2.3.1.1 Gesetzliche Rahmenbedingungen und Formalisierung
2.3.1.2 Der regionale Zertifizierungsmechanismus
2.3.1.3 Kritische Betrachtung der Initiative
2.3.2 BGR Certified Trading Chains
2.3.3 ITRI Tin Supply Initiative
3. Qualitätsinfrastruktur
3.1 Elemente von Qualitätsinfrastruktursystemen
3.1.1 Normung
3.1.2 Metrologie
3.1.3 Prüfwesen
3.1.4 Akkreditierung
3.1.5 Zertifizierung und Konformitätsbewertung
3.2 Das QI System im RZM
3.3 Zwischenfazit
4. Qualitätsinfrastruktur in der GLR
4.1 East African Community
4.1.1 Qualitätsinfrastruktur in Ruanda
4.1.2 Qualitätsinfrastruktur in Burundi
4.1.3 Probleme bei der QI Umsetzung in Ruanda und Burundi
4.2 Southern African Development Community
4.2.1 Qualitätsinfrastruktur in der DRK
4.2.2 Probleme bei der QI Umsetzung in der DRK
4.3 Zusammenführung der Ergebnisse
4.4 Stärkung von Qualitätsinfrastrukturkapazitäten in der GLR
4.4.1 Verbesserungsmaßnahmen im Bereich der Metrologie
4.4.2 Verbesserungsmaßnahmen im Bereich der Akkreditierung
4.5 Anreize zur Stärkung der Qualitätsinfrastruktur
5. Zertifizierung im ASM
5.1 Zertifizierung von Handelsketten
5.2 Ablauf einer Zertifizierung
5.3 Umsetzbarkeit einer Zertifizierung
5.4 Kosten von Zertifizierungssystemen
6. Fazit
Die vorliegende Masterarbeit analysiert die Qualitätsinfrastruktur in der zentralafrikanischen Region der Großen Seen (GLR) mit einem Fokus auf die Länder Ruanda, Burundi und die Demokratische Republik Kongo. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, inwiefern die vorhandene Qualitätsinfrastruktur die Wirksamkeit von Zertifizierungsprozessen im Kleinbergbau beeinflusst und wie diese Kapazitäten gestärkt werden können, um den Zugang zum internationalen Rohstoffmarkt zu ermöglichen.
2.1 Bedeutung Bergbau
Die Konfliktrohstoffe werden weltweit hauptsächlich im artisanalen (handwerklichen) Kleinbergbau gefördert. Dieser Sektor stellt nach der Landwirtschaft einen der größten Beschäftigungszweige dar. Aufgrund ihrer physikalischen und chemischen Eigenschaften eignen sich die Rohstoffe für den Abbau in dieser Form des Bergbaus: Ein aufwendiges chemisches Verfahren zur Gewinnung und Extraktion ist nicht notwendig; die hohe Dichte und Trägheit ermöglichen ohne großen Schulungsaufwand eine einfache Unterscheidung zu anderen Rohstoffen. Insbesondere in der GLR dominiert der artisanale Kleinbergbau den semi- bzw. industriellen Bergbau. Die Rohstoffextraktion erfolgt dabei primär unter unkontrollierten Bedingungen sowie unter Missachtung zentraler Arbeitsstandards. Soziale und ökologische Aspekte wie Altersvorsorge oder Nachhaltigkeit besitzen aktuell eine nachgeordnete Relevanz.
In den folgenden Abschnitten wird - orientiert an den drei Säulen der Nachhaltigkeit - der Bergbausektor der drei Länder hinsichtlich ökonomischer, sozialer und ökologischer Aspekte analysiert, um Aussagen über dessen Bedeutung treffen zu können.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Rohstoffhandels in der Region der Großen Seen ein und stellt das Konzept der Qualitätsinfrastruktur als zentrales Analyseinstrument vor.
2. Länderinfo: Es werden die ökonomische, soziale und ökologische Bedeutung des Bergbausektors in Ruanda, Burundi und der DRK sowie die internationalen Anforderungen an die Lieferketten detailliert dargestellt.
3. Qualitätsinfrastruktur: Dieses Kapitel erläutert das theoretische Konzept der Qualitätsinfrastruktur und deren konstituierende Elemente wie Normung, Metrologie und Akkreditierung innerhalb eines Gesamtsystems.
4. Qualitätsinfrastruktur in der GLR: Der Umsetzungsstand der Qualitätsinfrastruktur in den untersuchten Ländern wird analysiert und Defizite in den jeweiligen regionalen Gemeinschaften aufgezeigt.
5. Zertifizierung im ASM: Abschließend werden die Instrumente der Zertifizierung von Handelsketten im Kleinbergbau sowie deren praktische Umsetzbarkeit und Kostenstrukturen untersucht.
6. Fazit: Das Fazit beantwortet die eingangs aufgestellten Forschungsfragen und leitet aus der Analyse Empfehlungen zur Stärkung der regionalen Kapazitäten ab.
Qualitätsinfrastruktur, Bergbau, Zertifizierung, Kleinbergbau, Region der Großen Seen, Lieferketten, Konfliktmineralien, OECD, Dodd-Frank, Normung, Metrologie, Akkreditierung, Konformitätsbewertung, Nachhaltigkeit, Rohstoffhandel.
Die Arbeit analysiert die Qualitätsinfrastruktur in den Ländern der zentralafrikanischen Region der Großen Seen und untersucht deren Rolle bei der Zertifizierung im Kleinbergbau für einen legalen und transparenten Rohstoffhandel.
Die thematischen Schwerpunkte liegen auf dem Bergbausektor, internationalen Sorgfaltsanforderungen, den Komponenten der Qualitätsinfrastruktur sowie regionalen Zertifizierungsmechanismen.
Ziel ist es zu verstehen, wie eine funktionierende Qualitätsinfrastruktur als Grundvoraussetzung für Zertifizierungssysteme in Entwicklungsländern aufgebaut und genutzt werden kann, um den Anschluss an den Weltmarkt zu verbessern.
Die Untersuchung basiert auf einer strukturanalytischen Betrachtung der Qualitätsinfrastruktur-Elemente in Kombination mit einer empirischen Auswertung der länderspezifischen Situation und Zertifizierungsbemühungen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Qualitätsinfrastruktur, deren spezifische Umsetzung in den Ländern der Region sowie die detaillierte Analyse der Zertifizierungsprozesse von Handelsketten.
Zentrale Begriffe sind Qualitätsinfrastruktur, Konfliktmineralien, Konformitätsbewertung, Zertifizierungsmechanismen und regionale Integration.
Die Metrologie bildet als Wissenschaft des Messens die Basis für die korrekte Bestimmung von Reinheit und Menge der Rohstoffe, was für eine verlässliche Konformitätsbewertung zwingend erforderlich ist.
Das Gesetz hat durch den Druck auf transparente Lieferketten zwar die Relevanz der Thematik erhöht, führte jedoch in der Region zu Unsicherheiten und teilweise zu illegalen Handelsausweichbewegungen, da die lokale Infrastruktur oft überfordert war.
Zertifizierung wird als essenzielles Instrument für den Handelszugang betrachtet, erfordert jedoch eine solide, funktionierende Qualitätsinfrastruktur, deren Aufbau in den untersuchten Ländern kurzfristig aufgrund hoher Kosten und Kapazitätsdefizite sehr herausfordernd bleibt.
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