Bachelorarbeit, 2012
67 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Kritische Rohstoffe
2.1. Der Rohstoff Tantal
2.2. Tantalvorkommen
2.3. Coltan als Konfliktrohstoff
2.3.1. Coltanabbau in der demokratischen Republik Kongo
2.3.2. Coltanabbau in Ruanda
2.4. ASM – Der artisanale Bergbau
2.5. Ökologische Folgen des artisanalen Bergbaus
2.6. Tantal Supply Chain
2.7. Tantal Supply Chain der Elektronikindustrie
3. Rechtliche Anforderungen
3.1. Der Dodd Frank Act
3.2 Europäische Intentionen
4. Zertifizierung von Handelsketten
4.1. Regionaler Ansatzpunkt
4.2. Anforderungen an eine Zertifizierung
4.3. CTC – Certified Trading Chains
4.3.1. CTC Projekt Ruanda
4.3.2. CTC Implementierung
4.3.3. 3rd Party Audits
4.3.4. AFP – Analytical Fingerprint
4.3.5. NRD, GMC, RML – Drei Fallbeispiele
4.3.6. Der Bewertungsmechanismus
4.4. Bewertung des CTC Ansatzes
4.5. Zwischenfazit
4.6. CTC Alternativen
4.7. Vergleich der Zertifizierungs- und Nachverfolgungssysteme
5. Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht das Potenzial von Zertifizierungssystemen für Handelsketten, um soziale und ökologische Missstände beim artisanalen Kleinbergbau in Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo zu mildern, Transparenz zu schaffen und die Rückverfolgbarkeit konfliktfreier Rohstoffe wie Tantal zu gewährleisten.
2.3. Coltan als Konfliktrohstoff
Das Metall Tantal wird in Zentralafrika und in der DRK aus dem Erz Coltan gewonnen. Coltan ist die Handelsbezeichnung für „Columbit-Tantalit“-Erze. Im Gegensatz zu den anderen Tantaliterzen wie Niob, Columbit, Zinn Schlacke etc. wird Coltan hauptsächlich in Flussbetten, Sedimentablagerungen und porösem Gestein gefunden. Der Abbau erfordert keinen großen technischen Aufwand oder teure Maschinen, sondern kann mit Hilfe primitiver Werkzeuge gefördert werden. Hauptsächlich wird Coltan in Zentralafrika im artisanalen Bergbau abgebaut. Bei dieser Form des Bergbaus werden alle bergmännischen Arbeiten ohne den Einsatz von Maschinen getätigt und der Mechanisierungsgrad ist sehr gering. Mit einfachen Werkzeugen wie z.B. der Spitzhacke wird der Rohstoff zu Tage gefördert. Bei den Bergarbeitern handelt es sich um einfache Menschen – teilweise noch Kinder - aus der Zivilbevölkerung, die im näheren Umfeld der Minen wohnen.
Innerhalb der letzten Dekade ist die Nachfrage nach Produkten aus der Elektronikindustrie, insbesondere nach Handys, stark angestiegen. Dies führte zu einem starken Wachstum der Mobilfunkindustrie. Damit einher ging ein ebenso großer Anstieg der Metallnachfrage auf dem Weltmarkt. Unter den Metallen, die stärker nachgefragt wurden, befand sich auch das für die Produktion der Kondensatoren notwendige Tantal. Tantal macht in einem modernen Handy weniger als 0,029 Gramm aus, ist jedoch dennoch von großer Bedeutung für die Verkleinerung und Miniaturisierung der Produkte. Aufgrund einer im Jahr 2000 künstlichen Verknappung erfolgte eine große Menge an „Triple Orderings“ – erhöhte Tantalbestellungen zur Sicherung der Tantalreserven. Als Grund für diese Vorratssicherung des Rohstoffes wird mitunter die Einführung der PlayStation 2 von Sony angenommen. In Folge der Verknappung kam es zu einem deutlichen Preisanstieg. Die Metallbörse in London verzeichnete zwischen Februar 2000 und Januar 2001 einen Anstieg von knapp 90€ auf über 475€ pro Pfund tal. Die wahrgenommene Verknappung und der damit einhergehende Preisanstieg führten zur Verlagerung der Beschaffung von dem seltenen Rohstoff aus den industrialisierten Gebieten in die Republik Kongo.
1. Einleitung: Diese Einleitung erläutert die zunehmende Bedeutung von Unternehmensverantwortung und Transparenz bei der Beschaffung kritischer Rohstoffe wie Tantal aus Zentralafrika.
2. Kritische Rohstoffe: Dieses Kapitel definiert kritische Rohstoffe, beleuchtet deren Bedeutung für die Elektronikindustrie und beschreibt die Problematik des artisanalen Coltan-Bergbaus als Konfliktfinanzierungsquelle.
3. Rechtliche Anforderungen: Dieses Kapitel analysiert regulatorische Rahmenbedingungen, insbesondere den US-amerikanischen Dodd Frank Act und europäische Bestrebungen zur Transparenz in der Lieferkette.
4. Zertifizierung von Handelsketten: Dieses Kapitel detailliert das Konzept der Zertifizierung, prüft das CTC-Projekt in Ruanda durch Abweichungsanalysen und vergleicht verschiedene Nachverfolgungssysteme.
5. Fazit und Ausblick: Dieses Kapitel zieht ein Resümee über das Zertifizierungspotenzial und zeigt auf, dass Transparenzmechanismen als Alternative zu Handelsboykotten dienen können.
Tantal, Coltan, Zertifizierung, Handelsketten, Konfliktrohstoffe, Zentralafrika, Ruanda, Demokratische Republik Kongo, Dodd Frank Act, Lieferkette, Elektronikindustrie, Transparenz, Rückverfolgbarkeit, CTC, ASM.
Die Arbeit untersucht, ob und inwieweit Zertifizierungen dazu beitragen können, die Arbeitsbedingungen und Umweltstandards im artisanalen Kleinbergbau von Tantal- und Coltanvorkommen in Zentralafrika zu verbessern.
Die Arbeit konzentriert sich primär auf Ruanda und die Demokratische Republik Kongo sowie auf die Rohstoffe Coltan (als Tantal-Erz) und die damit verbundene Elektronik-Lieferkette.
Die zentrale Frage ist, ob das Instrument der Zertifizierung zur Verbesserung der sozialen und ökologischen Umstände im Kleinbergbau beiträgt und an welchen Hürden dieser Prozess aktuell noch scheitert.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer Abweichungsanalyse von Audit-Ergebnissen des CTC-Zertifizierungsprojektes (Certified Trading Chains) in ruandischen Minen.
Der Hauptteil behandelt die Grundlagen kritischer Rohstoffe, die rechtlichen Anforderungen (z.B. Dodd Frank Act), die Anforderungen an Zertifizierungsmodelle sowie die detaillierte Auswertung von CTC-Compliance-Audits.
Wichtige Begriffe sind Tantal-Lieferkette, Konfliktmineralien, Chain of Custody, artisanale Bergbau (ASM), Analytical Fingerprint (AFP) und Corporate Social Responsibility.
Das Verfahren ermöglicht einen chemisch-mineralogischen Herkunftsnachweis, um sicherzustellen, dass die Rohstoffe tatsächlich aus legalen, zertifizierten Minen stammen und nicht aus Konfliktregionen geschmuggelt wurden.
Auditoren sind unabhängige Fachexperten, die vor Ort durch Inspektionen, Befragungen und Plausibilitätsanalysen die Einhaltung der Zertifizierungsstandards prüfen und damit die Glaubwürdigkeit des gesamten Systems sicherstellen.
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