Bachelorarbeit, 2013
88 Seiten
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmung
2.1 Jugendliche
2.2 Geanderte Jugendliche
2.3 Migrationsandere
3. Theoretische Auseinandersetzung mit Rassismus
3.1 Der Rasse-Begriff und seine Bedeutung
3.2 Rassismus
3.2.1 Rassismus als Ideologie und Diskurs
3.2.2 Der Kulturelle Rassismus
3.2.3 Rassismus und Macht
3.2.4 Alltagsrassismus
3.2.4.1 Struktureller Alltagsrassismus
3.2.4.2 Institutioneller Alltagsrassismus
3.2.4.3 Alltagsrassismus von Einzelpersonen und Gruppen
3.2.4.4 Alltagsrassismus in veröffentlichten Diskursen
3.3 Rassismus als Vorgang
3.3.1 Konstruktion einer rassifizierten Differenz
3.3.2 Ausgrenzungspraxen
3.4 Zwischenfazit: Rassismus
4. Rassismuserfahrungen
4.1 Rassismuserfahrungen – eine Definition
4.2 Dimensionen von Rassismuserfahrungen
4.3 Wirkungen von Rassismuserfahrungen auf geanderte Deutsche
4.4 Rassismuserfahrungen und Subjektivierung
4.5. Vier Vorgänge einer rassistischen Situation
4.6 Zwischenfazit: Rassismuserfahrungen
5. Zugehörigkeit und Natio-ethno-kulturelle (Mehrfach-)Zugehörigkeit
6. Identitätsarbeit
6.1. Identitätsarbeit als Prozess
6.1.1 Retro- und prospektive Identitätsarbeit
6.1.2 Identität als Konfliktaushandlung
6.1.3 Identität als Ressourcenarbeit
6.1.4 Identität als Narrationsarbeit
6.2 Konstruktionen der Identitätsarbeit
6.2.1 Teilidentitäten
6.2.2 Identitätsgefühl
6.2.3 Biographische Kernnarrationen
6.2.4 Handlungsfähigkeit
6.3 Syntheseleistungen der Identitätsarbeit
6.3.1 Identität und Kohärenz
6.3.2 Identität und Anerkennung
6.3.3 Authentizität
6.4 Zwischenfazit: Identitätsarbeit
7. Soziale Arbeit
7.1 Der Umgang der Akteur_innen der Sozialen Arbeit mit Rassismuserfahrungen
7.1.1 Tendenzen des Umgangs von Nichtmigrationsanderen
7.1.2 Umgang mit Rassismuserfahrungen im System der Sozialen Arbeit
7.1.3 Grundsätze zum Umgang mit Rassismuserfahrungen
7.2 Prekäres Wissen der Migrationsanderen über Rassismus
7.3 Empowerment
7.4 Powersharing
7.5 Rassismuskritik als Querschnittsaufgabe der Sozialen Arbeit
8. Zusammenführung der Ergebnisse
9. Schlussbetrachtung und Ausblick
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Auswirkungen von Rassismuserfahrungen auf die Identitätsentwicklung von sogenannten „geanderten Jugendlichen“ in Deutschland und analysiert, welchen Beitrag die Soziale Arbeit zur Bewältigung dieser Erfahrungen leisten kann.
Entfremdung
„Bis zu diesem Zeitpunkt ,habe ich immer gedacht, dass ich dazugehöre.‘“ (ebd., S. 173)
Nach Terkessidis beginnt der Initialisierungsprozess mit dem Vorgang der Entfremdung, womit er sich auf jene Situationen bezieht, die geanderten Deutschen, welche sich bis dahin als zugehörig gefühlt haben, zum ersten Mal ihr Anderssein verdeutlichen. Da auffällige Merkmale jedoch „immer aufs Neue bestimmte Akte aus(lösen), die von den Betroffenen als ,Entfremdung‘ erlebt werden“ (ebd., S. 179), ist die Entfremdung als prozessualer Vorgang zu verstehen. Der Eindruck des eigenen Anderssein, nimmt hierbei durch jede einzelne Erfahrung der Entfremdung zu.
Terkessidis macht darauf aufmerksam, dass sich geanderte Deutsche nicht automatisch und permanent als anders wahrnehmen, sondern dies erst durch den Vorgang der Entfremdung initiiert wird. Entfremdungsvorgänge haben je nachdem, ob sich geanderte Deutsche vorher als zugehörig oder nicht wahrnehmen, divergente Bedeutungen (vgl. ebd., S. 173-179). Da geanderte Deutsche durch den Vorgang der Entfremdung aus der Gesellschaft, der „sie sich bis dahin selbstverständlich zugehörig gefühlt hatten (ausgegliedert werden) (...) ist die 'Entfremdung' ein fundamentaler Vorgang“ (durch den) „(...) die betreffende Person als 'anders' markiert“ (ebd., S. 179) wird.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Rassismuserfahrungen von in Deutschland geborenen Jugendlichen und Darlegung der zentralen Forschungsfrage.
2. Begriffsbestimmung: Definition zentraler Termini wie „Jugendliche“, „geanderte Jugendliche“ und „Migrationsandere“, um die Zielgruppe theoretisch abzugrenzen.
3. Theoretische Auseinandersetzung mit Rassismus: Eruierung von Rassismus als gesellschaftliches Strukturprinzip anhand ideologischer, kultureller und machttheoretischer Perspektiven.
4. Rassismuserfahrungen: Theoretische Aufarbeitung von Rassismuserfahrungen, ihrer Dimensionen und ihrer Wirkung auf Subjektivierungsprozesse anhand von Idealtypen.
5. Zugehörigkeit und Natio-ethno-kulturelle (Mehrfach-)Zugehörigkeit: Untersuchung der prekären Zugehörigkeitsverhältnisse und der Konstruktion von Differenzlinien in der Einwanderungsgesellschaft.
6. Identitätsarbeit: Darstellung des Konzepts der „alltäglichen Identitätsarbeit“ als prozessuale Leistung des Subjekts unter den Bedingungen der Spätmoderne.
7. Soziale Arbeit: Analyse der Rolle der Sozialen Arbeit beim Umgang mit Rassismus, inklusive Handlungskonzepten wie Empowerment, Powersharing und Rassismuskritik.
8. Zusammenführung der Ergebnisse: Synthese der Erkenntnisse zur Forschungsfrage, wie Rassismuserfahrungen die Identitätsentwicklung negativ beeinflussen.
9. Schlussbetrachtung und Ausblick: Zusammenfassendes Fazit und Forderung nach rassismuskritischer Verankerung in Ausbildung und Forschung.
Rassismus, Identitätsarbeit, geanderte Jugendliche, Rassismuserfahrungen, Identitätsentwicklung, Soziale Arbeit, Empowerment, Powersharing, Rassismuskritik, Migrationsandere, Zugehörigkeit, Subjektivierung, Alltagsrassismus, Diskriminierung, Machtverhältnisse
Die Arbeit befasst sich mit der Identitätsentwicklung von jungen Menschen, die in Deutschland geboren wurden, aber aufgrund ihrer Herkunft oder Erscheinung Rassismuserfahrungen ausgesetzt sind.
Zentral sind die theoretische Durchdringung von Rassismus als Strukturphänomen, die Analyse von Rassismuserfahrungen sowie die Rolle der Sozialen Arbeit in einer Einwanderungsgesellschaft.
Das Ziel ist es, die Auswirkungen von Rassismuserfahrungen auf die Identitätsbildung zu erarbeiten und Handlungsstrategien für die Soziale Arbeit abzuleiten, um Betroffene besser zu unterstützen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten theoretischen Literaturrecherche und der Integration aktueller rassismuskritischer Konzepte und migrationspädagogischer Ansätze.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung von Rassismus, die Analyse von Rassismuserfahrungen als prozessuale Belastung, das Konzept der Identitätsarbeit und die Ableitung rassismuskritischer Handlungskonzepte.
Wichtige Schlüsselbegriffe sind „geanderte Jugendliche“, „Rassismuserfahrungen“, „Alltagsrassismus“, „Empowerment“ und „rassismuskritische Pädagogik“.
Dieser Begriff wird gewählt, weil er explizit auf die Herstellung von Differenz durch rassistische Strukturen verweist und nicht lediglich auf den Migrationshintergrund reduziert.
Die Arbeit fordert eine unbedingte Anerkennung von Rassismuserfahrungen, die Abkehr von der Umkehr der Täter-Opfer-Perspektive sowie die Implementierung von Empowerment und Powersharing als feste Bestandteile professionellen Handelns.
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