Examensarbeit, 2015
94 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Allgemeines
2.1 Einführendes zu innerstädtischen Brachflächen
2.1.1 Definition Brache
2.1.2 Gründe für die Entstehung von innerstädtischen Brachflächen
2.2 Einführendes zum Flächenrecycling
2.2.1 Definition Flächenrecycling / Brachenrevitalisierung
2.2.2 Hintergrund und gesetzliche Grundlagen
2.2.3 Das Förderprogramm REFINA
2.2.4 Folgen des Flächenrecyclings
2.3 Zwischennutzung als Lösung für Brachflächen
2.4 Kulturalisierung und Festivalisierung in der Stadtentwicklung
2.4.1 Kurzdefinition harte und weiche Standortfaktoren
2.4.2 Kultur als Instrument der Stadtentwicklung
2.4.3 Festivals als Maßnahme der Stadterneuerung, Orte als Erlebnis
3 Standortbeschreibung Saarbrücken
3.1 Ursachen für Brachen im Regionalverband Saarbrücken
3.2 Aktuelle Situation
3.3 Stadtplanerische Aufgaben, Immobilienwirtschaft und Projektmanagement
3.3.1 Landesentwicklungsgesellschaft Saarland mbH (LEG)
3.3.2 Gesellschaft für Innovation und Unternehmensförderung mbH (GIU)
4 Das Festival Perspectives
4.1 Kulturangebot und deutsch-französische Kulturbeziehungen in Saarbrücken
4.2 Hintergrund und Historie des Festival Perspectives
4.3 Spielorte 2001-2014
5 Detaillierte Untersuchung der Spielorte
5.1 Spielort Garage
5.1.1 Frühere Nutzung des Standorts
5.1.2 Nutzung als Festival-Spielort
5.1.3 Heutige Nutzung des Standorts
5.2 Spielort E-WERK
5.2.1 Frühere Nutzung des Standorts
5.2.2 Nutzung als Festival-Spielort
5.2.3 Heutige Nutzung des Standorts
5.3 Spielort Buswerkstatt Quartier Eurobahnhof
5.3.1 Frühere Nutzung des Standorts
5.3.2 Nutzung als Festival-Spielort
5.3.3 Heutige Nutzung des Standorts
5.4 Spielort Altes Stadtbad
5.4.1 Frühere Nutzung des Standorts
5.4.2 Nutzung als Festival-Spielort
5.4.3 Heutige Nutzung des Standorts
5.5 Spielort aw Saarbrücken-Burbach
5.5.1 Frühere Nutzung des Standorts
5.5.2 Nutzung als Festival-Spielort
5.5.3 Heutige Nutzung des Standorts
5.6 Spielorte am Römerkastell
5.6.1 Frühere Nutzung des Standorts
5.6.2 Nutzung als Festival-Spielort
5.6.3 Heutige Nutzung des Standorts
6 Folgen der kulturellen Zwischennutzung für die Stadt Saarbrücken
6.1 Wirtschaftliche Folgen
6.2 Kulturelle Folgen
7 Fazit und Ausblick
7.1 Fazit
7.2 Ausblick
Die Arbeit untersucht, welchen Beitrag die kulturelle Zwischennutzung von brachliegenden Flächen und Immobilien zur Standortentwicklung leistet. Am Beispiel des Saarbrücker Festivals Perspectives wird analysiert, inwiefern die zeitlich befristete Bespielung dieser Areale Impulse für eine nachhaltige Revitalisierung setzen kann und welche Faktoren dabei eine entscheidende Rolle spielen.
5.1.1 Frühere Nutzung des Standorts
Das Gebäude in der Bleichstraße wurde 1924 von Carl Burgemeister als Karosseriebauanstalt erbaut (vgl. SAARLAND MINISTERIUM FÜR BILDUNG UND KULTUR 2013, web). Ab den 1930ern bis in die 1960er wurde es von der Auto-Industrie GmbH zum Verkauf und zur Reparatur von Fahrzeugen der Marke Ford genutzt. Allerdings wurde die Fläche für diese Nutzung im Laufe der Zeit zu klein, weshalb die Werkstatt ausgelagert und das Gebäude nur noch als Ausstellungsraum genutzt wurde (vgl. FORUM 2014, web).
Nachdem die Halle seit den 1960ern endgültig leer stand, versuchten die Stadt Saarbrücken und verschiedene Veranstalter in den 1980er Jahren, die Garage als Location einzeln zu vermieten (vgl. ebd.).
Dem vorgesehenen Nutzungswandel stand jedoch ein Abrissvorhaben entgegen. Der Erhalt des Gebäudes wurde schließlich dadurch gesichert, dass die Deckenkonstruktion, eine freitragende Kuppel aus sechs Stahlträgern, unter Denkmalschutz gestellt wurde (vgl. ebd.). Der Denkmalschutz wurde mittlerweile auf die gesamte Bleichstraße als Ensemblebestandteil im Ensemble Altstadt St. Johann ausgeweitet. Die Karosseriebauanstalt zählt neben dem Gasthaus Horch aus dem 18. Jahrhundert (erbaut von Stengel, Bleichstr.7/9), dem Kegelsporthaus (Bleichstr. 25) und verschiedenen Wohn bzw. Mietshäusern aus dem 19. Jahrhundert zu den Einzeldenkmälern. 1989 wurde die Garage zur Veranstaltungshalle umgebaut (vgl. SAARLAND MINISTERIUM FÜR BILDUNG UND KULTUR 2013, web).
Das saarländische Denkmalschutzgesetz schreibt vor, dass Kulturdenkmäler möglichst entsprechend ihrer ursprünglichen Zweckbestimmung genutzt werden sollen. Falls dies nicht möglich ist, soll andernfalls zumindest eine Nutzung angestrebt werden, die eine weitgehende Erhaltung von Substanz und Eigenart auf Dauer gewährleistet. Es soll demnach also die essentielle Aussage des Denkmals erhalten bleiben und bei der inneren Organisation berücksichtigt werden (vgl. SKALECKI 2002, S. 222). Inwiefern dieser Punkt verwirklicht wurde, wird in Kapitel 5.1.3 beschrieben.
1 Einleitung: Problemstellung und methodisches Vorgehen der Untersuchung werden dargelegt, wobei der Fokus auf dem Festival Perspectives liegt.
2 Allgemeines: Theoretische Grundlagen zu Brachflächen, Flächenrecycling, Zwischennutzungen sowie Kulturalisierung und Festivalisierung bilden den Rahmen.
3 Standortbeschreibung Saarbrücken: Darstellung der Ursachen für Saarbrücker Brachen und Vorstellung relevanter Institutionen der Stadtentwicklung.
4 Das Festival Perspectives: Überblick über die Historie und die Entwicklung des deutsch-französischen Festivals sowie dessen Spielortwahl.
5 Detaillierte Untersuchung der Spielorte: Detaillierte Analyse ausgewählter Standorte hinsichtlich Historie, Nutzung als Festivalort und heutiger Situation.
6 Folgen der kulturellen Zwischennutzung für die Stadt Saarbrücken: Bewertung der wirtschaftlichen und kulturellen Auswirkungen der temporären Nutzung auf die Stadt.
7 Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse zur Eignung als Standort und Prognose zur künftigen Revitalisierung von Brachflächen in Saarbrücken.
Brachflächen, Flächenrecycling, Zwischennutzung, Standortentwicklung, Kulturwirtschaft, Festivalisierung, Stadtentwicklung, Saarbrücken, Perspectives, Standortfaktoren, Revitalisierung, Industriekultur, Denkmalschutz, Strukturwandel, Stadtplanung
Die Arbeit analysiert die Bedeutung kultureller Zwischennutzungen von brachliegenden Industrie- und Gewerbeflächen für die Standortentwicklung am Beispiel des Festivals Perspectives in Saarbrücken.
Die Schwerpunkte liegen auf Stadtentwicklung, Flächenrecycling, der Rolle von Kultur als Standortfaktor und der praktischen Anwendung von Zwischennutzungskonzepten in schrumpfenden oder sich wandelnden Städten.
Es soll geklärt werden, inwiefern temporäre kulturelle Veranstaltungen dazu beitragen können, leerstehende Areale aufzuwerten, ihren Bekanntheitsgrad zu steigern und eine langfristige Revitalisierung anzustoßen.
Neben einer fundierten Literaturrecherche nutzt die Autorin leitfadengesteuerte Experteninterviews mit Vertretern der Stadtentwicklungsgesellschaften sowie qualitative Inhaltsanalysen von Zeitungsberichten und Programmheften.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Standortbeschreibung Saarbrückens, der Historie des Festivals Perspectives und einer tiefgehenden Untersuchung spezifischer Spielorte wie der Garage oder dem E-WERK.
Zentrale Begriffe sind Brachflächenrevitalisierung, Zwischennutzung, Kulturalisierung, Standortfaktor Kultur und Strukturwandel.
Der Denkmalschutz wird einerseits als Herausforderung für Investoren (Kosten, Auflagen) beschrieben, andererseits als identitätsstiftendes Element, das durch kulturelle Zwischennutzung positiv hervorgehoben wird.
Es dient als Instrument, um die Aufmerksamkeit auf brachliegende Standorte zu lenken, was wiederum zur Verbesserung des Stadtimages und zur Aktivierung von Investitionsinteressen führen kann.
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