Masterarbeit, 2015
100 Seiten, Note: 1,0
I Einleitung
II Präliminarien zum Untersuchungsgegenstand
1 Komposition: Kreativität und Restriktionen
2 Die Phrasenkomposition – ein Subtyp
2.1 Im Anfang war – die Phrase? Zum Status des Erstglieds
2.1.1 Extrahierbarkeit
2.1.2 Prosodie: Identisches Akzentmuster
2.1.3 Anaphorische Referenz auf Erstgliedelemente?
2.1.4 Syntaktische Abhängigkeitsrelationen
2.1.5 Die Erstgliedphrasenbedingung (EPB)
2.2 Rechtsköpfigkeit
2.3 Phrasenkomposita als Determinativkomposita
2.4 Binäre Strukur
2.5 Abgrenzung gegen andere Typen phrasaler Wortbildung
3 Rezeption und Forschungslage
3.1 Ein Randphänomen?
3.2 „Gar nicht so töricht, wie sie gewöhnlich aufgefaßt werden“
3.2.1 Die Vorläufer
3.2.2 Behandlung in der modernen Theoriebildung
3.3 Eine sprachübergreifende Betrachtung
3.3.1 ‚Angst vor Eis mit Schlagsahne‘: Phrasenkomposita im Niederländischen und Afrikaans
3.3.2 Phrasenkomposita in den romanischen Sprachen?
4 Zwischenfazit
III Empirischer Teil
5 Kritik an bisherigen Korpusstudien
6 Eine explorative Korpusstudie
6.1 Methodisches
6.1.1 Wahl des Korpus
6.1.2 Formulierung der Suchanfrage
6.2 Bearbeitung der Rohdaten
6.2.1 Die EPB in der Praxis: Anmerkungen zu exkludierten Tokens
6.2.2 Annotation
6.3 Ergebnisse und Diskussion
6.3.1 Anzahl genuiner Phrasenkomposita
6.3.2 Verteilung nach Phrasentypen im Erstglied
6.3.3 Lexikalisierte Erstglieder und Zitate
6.3.4 Zwischen fast food und bad boys: Bilinguale Bildungen
6.3.5 ‚Kopfsache‘: Zum Status der Zweitglieder
7 Zweites Zwischenfazit
IV Theoretischer Teil
8 Lineare Modelle: Erst Morphologie, dann Syntax
8.1 Zitatanalyse (Wiese 1996)
8.2 Konversionsanalyse (Gallmann 1990)
9 Syntaktische Modelle: Unifikation
9.1 Lieber (1988, 1992)
9.2 Sato (2008), Harley (2009)
10 Gemischte Modelle: Interaktion
10.1 Lawrenz (2006)
10.2 Ackema & Neelemann (2004), Meibauer (2007)
11 Drittes Zwischenfazit und Ausblick
V Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Phrasenkomposita im Deutschen aus einer morphosyntaktischen Perspektive. Ziel ist es, nachzuweisen, dass Erstglieder in solchen Konstruktionen genuine Produkte der Syntax sind und somit das traditionelle Modell einer strikten Trennung von Wort- und Satzebene herausfordern. Durch eine explorative Korpusstudie wird das Vorkommen und die Struktur dieser Phrasen analysiert, um eine theoretische Modellierung zu untermauern, die eine Interaktion zwischen Morphologie und Syntax erlaubt.
2.1.5 Die Erstgliedphrasenbedingung (EPB)
Fasst man die Ergebnisse des vorigen Kapitels zusammen, so ergibt sich ein recht klares Bild: Es ist davon auszugehen, dass in genuinen Phrasenkomposita die Erstglieder durch Syntagmen instantiiert werden, welche aufgrund interner syntaktischer Phänomene und Interaktionen mit syntaktischen Prozessen im Bereich der Satzdomäne als Phrasen und somit als Output der Syntax zu verstehen sind. Damit ließe sich eine Modifikation der Kompositionsbedingungen in (3) rechtfertigen, da empirisch untermauert werden kann, dass die Menge potentieller Erstglieder nicht nur lexikalische, sondern auch phrasale Kategorien umfasst.
Zudem helfen die Beobachtungen des vorangegangenen Abschnitts, genuine Phrasenkomposita von verwandten Bildungen zu differenzieren, wie es an einigen Stellen bereits durchgeführt wurde. Damit dieses Vorgehen auch bei der Durchsicht größerer Datenmengen im empirischen Teil der vorliegenden Arbeit beibehalten werden kann, bietet sich eine Zusammenstellung der relevanten Kriterien an, die erfüllt sein müssen, damit für das Vorderglied der Status als Phrase bzw. für den Gesamtkomplex die Bezeichnung Phrasenkompositum zutrifft. Diese Zusammenstellung soll unter dem Begriff Erstgliedphrasenbedingung (EPB) angewandt werden.
I Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Phrasenkomposita ein, formuliert die zentrale morphosyntaktische Fragestellung und skizziert den Aufbau der Untersuchung.
II Präliminarien zum Untersuchungsgegenstand: Dieser Teil definiert grundlegende Konzepte der Wortbildung und Komposition, führt die Erstgliedphrasenbedingung (EPB) ein und diskutiert die Forschungslage sowie sprachübergreifende Phänomene.
III Empirischer Teil: Der empirische Teil präsentiert eine explorative Korpusstudie auf Basis des COLIBRI-Korpus, analysiert die Daten mittels der EPB und diskutiert die Ergebnisse hinsichtlich Phrasentypen, Lexikalisierung und bilingualer Bildungen.
IV Theoretischer Teil: Dieser Teil setzt sich kritisch mit verschiedenen theoretischen Modellen zur Modellierung von Phrasenkomposita auseinander, differenziert zwischen linearen, syntaktischen und gemischten Ansätzen und plädiert für eine interaktionistische Sichtweise.
V Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die wesentlichen Erkenntnisse der morphosyntaktischen Untersuchung und gibt einen Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten unter Einbeziehung pragmatischer Aspekte.
Phrasenkomposita, Wortbildung, Syntax, Morphologie, Erstgliedphrasenbedingung, Korpuslinguistik, COLIBRI-Korpus, Lexikalisierung, determinative Komposita, sprachliche Ökonomie, Inflektiv, bilinguale Bildungen, Grammatiktheorie, Sprachwissen.
Die Arbeit beschäftigt sich mit Phrasenkomposita im Deutschen – also Wortbildungen, bei denen das Erstglied keine einfache lexikalische Einheit, sondern eine syntaktische Phrase ist – und untersucht deren morphosyntaktische Eigenschaften.
Die Arbeit verknüpft theoretische Modelle der Wortbildung und Syntax mit einer empirischen Analyse von Korpusdaten, um den Status von Phrasenkomposita im Grammatiksystem zu klären.
Das primäre Ziel ist es, nachzuweisen, dass Phrasenkomposita keine marginale Erscheinung sind, sondern durch eine "Öffnung" der Komposition gegenüber der Syntax theoretisch sicher erfasst werden können, wobei die Erstgliedphrasenbedingung (EPB) als heuristisches Instrument dient.
Die Autorin kombiniert eine theoretische Literaturanalyse mit einer explorativen, korpuslinguistischen Studie, bei der aus dem COLIBRI-Korpus über 1.441 Tokens gewonnen und anhand der EPB manuell annotiert und ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in einen empirischen Teil, der die Datenbasis und methodische Vorgehensweise detailliert, sowie einen theoretischen Teil, der lineare, syntaktische und gemischte Modelle der Grammatikarchitektur im Kontext von Phrasenkomposita bewertet.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Phrasenkomposita, Erstgliedphrasenbedingung (EPB), Syntax-Morphologie-Interaktion, Lexikalisierung und Korpuslinguistik charakterisiert.
Der Inflektiv tritt in Phrasenkomposita mit verbalem Erstglied auf und wird als morphosyntaktische Besonderheit analysiert, die zeigt, wie Wort- und Phrasenstrukturen ineinandergreifen, wenn Verbalstämme ohne Suffix im Kompositum erscheinen.
Bilinguale Phrasenkomposita werden als Vehikel für Entlehnungen (vor allem aus dem Englischen) betrachtet, wobei die alliterative Struktur bestimmter Nominalphrasen als treibender Faktor für ihre Integration ins Deutsche identifiziert wird.
Die EPB ist das zentrale analytische Instrument der Arbeit, um genuine Phrasenkomposita systematisch von anderen, verwandten Wortbildungen abzugrenzen, und ermöglicht so eine transparente und reproduzierbare Korpusanalyse.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

