Masterarbeit, 2006
77 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Korruption
2.1 Definition
2.2 Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung
2.2.1 Positive Effekte von Korruption?
2.2.2 Korruption und Wirtschaftswachstum
2.3 Ein intuitives Modell der Korruption
2.3.1 Grundmodel
2.3.2 Die Industrieökonomik der Korruption
2.3.3 Korruption und Geheimhaltung
2.4 Ein formelles Korruptionsmodell
3 Korruption und Schattenwirtschaft
3.1 Schattenwirtschaft - Definition
3.2 Schattenwirtschaft und wirtschaftliche Entwicklung
3.3 Die Verbindung zwischen Korruption und Schattenwirtschaft
3.4 Korruptionsmodell mit Schattenwirtschaft
3.4.1 Grundmodell
3.4.2 Bestechungszahlungen in der Schattenwirtschaft
3.4.3 Endogene Investitionsentscheidung und Aufsicht
3.4.4 Öffentliche Güter
4 Die Rolle institutioneller Qualität
4.1 Institutionelle Qualität und wirtschaftliche Entwicklung
4.2 Institutionelle Qualität und Korruption
4.3 Institutionelle Qualität und Schattenwirtschaft
4.4 Institutionelle Qualität im Korruptionsmodell mit Schattenwirtschaft
4.4.1 Grundmodell
4.4.2 Institutionelle Qualität im Fall ohne Schattenwirtschaft
4.4.3 Institutionelle Qualität im Fall mit Schattenwirtschaft
5 Fazit und Ausblick
Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht den komplexen Zusammenhang zwischen Korruption und der Schattenwirtschaft unter besonderer Berücksichtigung der institutionellen Rahmenbedingungen eines Landes. Das Ziel ist es, durch die Entwicklung und Analyse formaler Korruptionsmodelle aufzuzeigen, wie Korruption, informelle Wirtschaftsaktivitäten und die Qualität von Institutionen interagieren und sich gegenseitig beeinflussen.
2.3.2 Die Industrieökonomik der Korruption
Das oben beschriebene Grundmodell geht von zwei sehr strengen Annahmen aus. Zum einen benötigt der Käufer nur ein Regierungsgut um sein Geschäft zu betreiben. Zum anderen ausgegangen, dass der Beamte über das Monopol dieser Leistung verfügt. In der Realität tauchen kritische Aspekte der Korruption jedoch erst wenn diese Annahmen nicht zutreffen. Oft benötigt ein Geschäftsmann mehrere komplementäre Regierungsgüter um sein Geschäft zu betreiben. So kann ein Importeur beispielsweise mehrere unterschiedliche Lizenzen für den Import, Transport und Vertrieb seiner Waren benötigen. Werden mehrere Regierungsgüter angeboten, ist die Struktur des Marktes von hoher Bedeutung. Grundsätzlich existieren hierbei drei Möglichkeiten der Organisation:
i) Die unterschiedlichen Behörden können ihre Handlungen abstimmen,
ii) sie können unabhängig voneinander handeln oder
iii) im Wettbewerb zueinander stehen.
Die Untersuchung dieser unterschiedlichen Strukturen bei komplementären Regierungsgütern gibt Aufschluss über einige Konsequenzen von Korruption. Betrachtet wird zunächst Fall i), in dem die Bestechungsforderungen für zwei unterschiedliche Regierungsgüter von einer Behörde bestimmt werden (beziehungsweise, wo die Forderungen unterschiedlicher Behörden über eine übergeordnete Stelle aufeinander abgestimmt werden). Diese Art von Korruption war beispielsweise im kommunistischen Russland üblich, wo Bestechungszahlungen über die Parteibüros eingesammelte und an die Mitglieder verteilt wurden. Die monopolistische Behörde bestimmt nun die Preise p1 und p2 der beiden Regierungsgüter einschließlich der Bestechungszahlungen. Die verkauften Mengen sind gleich x1 und x2. Die offiziellen Preise entsprechen, wie im Grundmodell, den Grenzkosten für die monopolistische Behörde und werden durch die Abkürzungen MC1 und MC2 gekennzeichnet. Die Bestechungszahlungen pro Einheit sind somit p1 – MC1 und p2 – MC2. Die Behörde setzt den Preis p1 fest, so dass
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die ökonomische Relevanz von Korruption und Schattenwirtschaft ein und erläutert die Zielsetzung sowie den Aufbau der Arbeit.
2 Korruption: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den Forschungsstand zu Ursachen und Auswirkungen von Korruption und entwickelt ein intuitives sowie ein formelles Korruptionsmodell.
3 Korruption und Schattenwirtschaft: Es wird untersucht, wie Korruption und die Schattenwirtschaft interagieren, wobei formelle Modelle zur Endogenisierung von Investitionsentscheidungen und Aufsicht eingesetzt werden.
4 Die Rolle institutioneller Qualität: Dieses Kapitel analysiert, wie die Qualität von Institutionen sowohl die Korruptionsneigung als auch das Ausmaß der Schattenwirtschaft beeinflusst und erweitert das Modell um diese Variable.
5 Fazit und Ausblick: Die Arbeit fasst die zentralen Ergebnisse zur Wechselwirkung der untersuchten Faktoren zusammen und diskutiert Implikationen für die weitere Forschung.
Korruption, Schattenwirtschaft, Institutionelle Qualität, Wirtschaftswachstum, Bestechung, Industrieökonomik, Staatliche Aufsicht, Institutionen, Öffentliche Güter, Inoffizieller Sektor, Reformen, Wettbewerb, Modellierung, Transparenz, Entwicklungsländer.
Die Arbeit untersucht die ökonomischen Zusammenhänge zwischen Korruption, Schattenwirtschaft und der Qualität staatlicher Institutionen.
Die zentralen Felder umfassen die Entstehung von Korruption, die Dynamik des inoffiziellen Sektors und die Rolle institutioneller Rahmenbedingungen bei der Ressourcenallokation.
Ziel ist es zu verstehen, unter welchen Bedingungen Korruption und Schattenwirtschaft interagieren und wie institutionelle Qualität dazu beitragen kann, beide zu reduzieren.
Es werden industrieökonomische, modelltheoretische Ansätze verwendet, um die Entscheidungslogik von Unternehmern und korrupten Beamten in verschiedenen Szenarien zu analysieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung von Korruption, die Einbindung der Schattenwirtschaft als Ausweichmöglichkeit und die Analyse des Einflusses institutioneller Qualität auf diese Sektoren.
Zentrale Begriffe sind Korruption, Schattenwirtschaft, institutionelle Qualität, Bestechungszahlungen und die Effizienz der staatlichen Aufsicht.
Diese Unterscheidung ist entscheidend für das Modell, da sie die Höhe der Grenzkosten für korrupte Beamte bestimmt und somit beeinflusst, ob Korruption eher offiziell sichtbar oder geheim verbleibt.
Eine verbesserte institutionelle Qualität erhöht die Entdeckungswahrscheinlichkeit und verringert somit die Profitabilität von Korruption, was Beamte dazu zwingt, ihre Bestechungsstrategien anzupassen.
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