Masterarbeit, 2015
83 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Problemstellung und theoretischer Lösungsansatz
2.1 Status quo des deutschen Fernstraßenverkehrs
2.2 Aktuelle Diskussion in Deutschland
2.3 Effizienzverständnis
2.4 Stau als externer Effekt
2.5 Pigou-Steuer
3 Modifikation des Ansatzes von Pigou
3.1 Relaxation der Annahmen
3.2 Gestaltung der Staugebühr
3.3 Mögliche Umlenkungseffekte
3.3.1 Haupteffekte
3.3.2 Neben- und Ferneffekte
3.4 Umsetzung in die Praxis
4 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Stauaufkommen auf deutschen Fernstraßen aus ökonomischer Sicht. Ziel ist es, unter Berücksichtigung neoklassischer Ansätze und der Modifikation restriktiver Annahmen ein Preissystem zur Stauvermeidung zu entwickeln, das eine effiziente Nutzung der Infrastruktur ermöglicht und gesellschaftliche Wohlfahrt generiert.
2.4 Stau als externer Effekt
Das Modell der Neoklassik beschreibt einen idealtypischen Markt mit vollkommenen Bedingungen für ein Marktgleichgewicht. Wenn jedoch eine oder mehrere Bedingungen der neoklassischen Theorie nicht erfüllt sind, kann kein pareto-optimaler Zustand erreicht werden. Deshalb kommt es zu einem sogenannten Marktversagen. Im Zusammenhang mit der Congestion Theory sind unter Marktversagen externe Effekte zu verstehen. Beim Vorliegen solcher Effekte kann das Marktgleichgewicht durch den Preismechanismus nicht erreicht werden, so dass es zu einer Fehlallokation der gesellschaftlichen Ressourcen auf dem Markt kommt.
Die Externalitäten können sowohl positiv als auch negativ sein. Allgemein wird unter externen Effekten die direkte Einflussnahme eines Individuums durch sein Verhalten auf das Wohlbefinden der anderen Individuen verstanden. Dabei wird implizit angenommen, dass es keine Kompensationen für das beeinflussende Individuum gibt. Hier werden ausschließlich negative externe Effekte – die sogenannten externen Kosten – behandelt. Externe Kosten liegen vor, wenn ein Akteur durch sein Verhalten der Gesellschaft Kosten auferlegt, die er selber nicht deckt und daher bei seiner individuellen Entscheidungsfindung nicht berücksichtigt. Somit werden die externen Kosten von der Gesellschaft getragen. Dabei handelt es sich um ein anthropozentrisches Konzept, da der negative Einfluss auf den Menschen ausgeübt wird.
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt das Problem des zunehmenden Verkehrsaufkommens auf deutschen Fernstraßen dar und definiert die Forschungsfrage bezüglich eines effizienten Steuerungsinstruments zur Stauvermeidung.
2 Problemstellung und theoretischer Lösungsansatz: Dieses Kapitel liefert den Status quo der Straßeninfrastruktur und führt theoretische Grundlagen wie das Effizienzverständnis der Neoklassik sowie das Konzept externer Effekte nach Pigou ein.
3 Modifikation des Ansatzes von Pigou: Hier werden die Annahmen der Neoklassik relaxiert, um ein praxisnäheres Modell zu entwickeln, welches ein Preissystem zur Stauvermeidung unter Berücksichtigung von Umlenkungseffekten vorschlägt.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und bewertet die Anwendbarkeit des modifizierten Modells in der Praxis sowie den Bedarf an weiterer interdisziplinärer Forschung.
Fernstraßen, Stau, Marktversagen, externe Kosten, Pigou-Steuer, Verkehrsaufkommen, Wohlfahrtsökonomik, Straßenbenutzungsgebühr, Umlenkungseffekte, Mobilitätsverhalten, Staugebühr, neoklassische Theorie, Infrastruktur, Effizienz, Congestion Theory
Die Arbeit analysiert das Problem des hohen Verkehrsaufkommens auf deutschen Fernstraßen aus einer wirtschaftswissenschaftlichen Perspektive und sucht nach Wegen, Staus durch ökonomische Steuerungsinstrumente zu reduzieren.
Die zentralen Themen sind die Wohlfahrtsökonomik, die Theorie der externen Effekte, das Mobilitätsverhalten der Verkehrsteilnehmer sowie die Gestaltung von Preissystemen für die Infrastrukturnutzung.
Das Ziel ist die Entwicklung eines effizienten Preissystems, das den Verkehrsfluss auf Fernstraßen verbessert und die gesellschaftliche Wohlfahrt durch die Internalisierung externer Kosten steigert.
Es wird eine modelltheoretische Analyse auf Basis der Neoklassik durchgeführt, die durch eine Modifikation der Annahmen (Relaxation) an reale Bedingungen angepasst wird, ergänzt durch eine Partialanalyse.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die Anpassung des Pigou-Modells an realistische Annahmen, die Ausgestaltung einer dynamischen Staugebühr sowie die Erörterung von Umlenkungseffekten.
Zu den zentralen Begriffen zählen externe Effekte, Staugebühr, Wohlfahrtsoptimum, Verkehrsmanagement, Mobilitätsentscheidung und Ressourcenallokation.
Die Arbeit segmentiert die Verkehrsteilnehmer primär in Berufspendler und Nicht-Arbeitnehmer, da diese Gruppen unterschiedliche Präferenzen bei der Wahl ihrer Mobilitätsalternativen aufweisen.
Die Arbeit verdeutlicht, dass eine erfolgreiche Implementierung von der Akzeptanz der Nutzer, der technischen Umsetzbarkeit und der Vermeidung unerwünschter Neben- und Ferneffekte abhängt.
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