Examensarbeit, 2012
71 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Einleitungsfragen
2.1. Literaturgattung
2.2. Verfasser
2.2.1. Exkurs: Die synoptische Frage
2.2.2. Argumente für und gegen den Apostel Matthäus als Verfasser
2.3. Abfassungsort – und Zeit
2.4. Empfänger & Zielsetzung
2.5. Charakteristische Merkmale und Besonderheiten
2.6. Textart und heilsgeschichtliche Einordnung
2.7. Textzusammenhang
2.7.1. Weiterer Kontext
2.7.2. Engerer Kontext
3. Exegese von Mt 6,9-15
3.1. Textthema und Gedankengang
3.2. Einzelexegese
3.2.1. V.9
3.2.2. V.10
3.2.3. V.11
3.2.4. V.12
3.2.5. V.13
3.2.6. V.14
3.2.7. V.15
4. Zusammenfassende Gedanken
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die exegetische Auslegung der Verse Matthäus 6,9-15, besser bekannt als das „Vaterunser“. Dabei soll der Text in seinem literarischen und historischen Kontext, insbesondere innerhalb der Bergpredigt, analysiert sowie Bedeutung und theologische Tiefe der einzelnen Gebetsbitten untersucht werden.
1. Einleitung
Für die Prüfungsexegese im Fachbereich Neues Testament soll im Folgenden der Text aus Mt 6,9-15 ausgelegt werden. Diese Verse gehören wohl ohne Übertreibung zu den bekanntesten Texten der gesamten christlichen Bibel und haben eine enorme Wirkungsgeschichte (gehabt). Das sogenannte „Vaterunser“1 ist auch heute noch Menschen aus allen Schichten (in der westlichen Welt) mehr oder weniger geläufig, selbst dort, wo man sich vom Christentum oder der Religion im Allgemeinen distanziert hat.
Das Gebet, das den Jüngern Jesu von ihm selbst als Mustergebet gelehrt wurde, hat seinen Platz in der Mitte der Bergpredigt und wird deshalb von Luz zu Recht ihr Zentrum genannt.2 Unzählige Generationen von Christen nutzten dieses Gebet als Ausdruck ihrer Frömmigkeit, wurden davon „angesprochen und zum Leben aus dem Glauben inspiriert“3 und selbst wenn ganze Kirchen sich spalteten, „das Vaterunser galt den unterschiedlichen christlichen Denominationen als gemeinsames, untrennbares und unzerstörbares Gut.“4
Trotz oder gerade wegen der Bekanntheit des Textes, ist es nicht selten der Fall, dass die genaue Beachtung von einzelnen Worten oder ganzen Sätzen nicht mehr so genau erfolgt.5 Die Aufgabe umsichtiger Auslegung ist es, „den Sinn der gesprochenen Worte genau zu erheben. Was sollte von Anfang an mit diesem Gebet ausgesagt werden? Und welche Bedeutung ist den einzelnen Begriffen eigen, mit denen zu Gott gerufen wird?“6
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung des Vaterunsers als zentrales Gebet in der Bergpredigt ein und stellt die Aufgabenstellung für die folgende Exegese dar.
2. Einleitungsfragen: Dieses Kapitel behandelt die wissenschaftlichen Grundlagen wie die Literaturgattung des Matthäusevangeliums, Fragen der Verfasserschaft, Abfassungszeit, den Empfängerkreis sowie den Kontext innerhalb der Bergpredigt.
3. Exegese von Mt 6,9-15: Dieser Hauptteil widmet sich der detaillierten Vers-für-Vers-Auslegung der Vaterunser-Bitten, ergänzt durch textthematische Erläuterungen und Exkurse zur Theologie.
4. Zusammenfassende Gedanken: Das Fazit fasst die Bedeutung des Vaterunsers als Gebet zusammen, das individuelle Frömmigkeit und Gemeinschaftsleben in der Spannung von eschatologischer Hoffnung und gegenwärtigem ethischem Handeln vereint.
Vaterunser, Matthäusevangelium, Bergpredigt, Exegese, Gebet, Gottesreich, Vergebung, hebräische Wurzeln, Eschatologie, Ethik, Gottesname, Versuchung, neutestamentliche Theologie, Markuspriorität, synoptisches Problem.
Die Arbeit bietet eine fundierte wissenschaftliche Exegese der Verse 9 bis 15 des sechsten Kapitels im Matthäusevangelium, also des Gebets des Herrn.
Zentral sind die Untersuchung des historischen Kontextes, die Klärung der Literaturgattung des Evangeliums sowie die tiefgehende Auslegung des Vaterunsers in Bezug auf seine spirituelle und ethische Bedeutung.
Ziel ist es, den Sinn der Worte des Vaterunsers präzise zu erheben und die Bedeutung der einzelnen Begriffe zu klären, mit denen Jesus seine Jünger zu Gott beten lehrte.
Es wird die historisch-kritische Exegese angewandt, die sowohl textinterne Beobachtungen als auch textexterne Einflüsse (antike Literatur, jüdischer Hintergrund) miteinbezieht.
Im Hauptteil erfolgt eine systematische Einzelexegese jedes Verses (V.9-15), unterstützt durch Exkurse zu zentralen Begriffen wie „Gott als Vater“, „Königsherrschaft Gottes“ und der „Schlussdoxologie“.
Schlüsselbegriffe wie Vaterunser, Matthäusevangelium, Bergpredigt, Exegese, Gottesreich, Vergebung und Eschatologie definieren den inhaltlichen Schwerpunkt der Arbeit.
Der Autor zeigt auf, dass Vergebung für einen Jünger Jesu keine Zusatzaufgabe, sondern ein grundsätzliches Gebot ist; die Vergebung durch Gott ist untrennbar mit der eigenen Bereitschaft verbunden, anderen zu vergeben.
Diese Spannung kennzeichnet das Gottesreich: Es ist durch Jesus Christus bereits angebrochen, aber noch nicht vollendet, weshalb das Gebet sowohl Hoffnung auf die Zukunft als auch ethisches Handeln in der Gegenwart einfordert.
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