Bachelorarbeit, 2013
42 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. homo oeconomicus – der unternehmerische und produktive Mensch
2.1 Die Entstehung einer liberalen Regierungskunst
2.2 Der deutsche Ordoliberalismus
3. Die schleichende Ablösung des fordistischen Massenarbeitnehmers
3.1 Das unternehmerische Selbst
3.2 Der Arbeitskraftunternehmer
4. Employability
4.1 Der Verfall des „Berufs“
4.2 Frühkindliche Bildung als eine Reaktion der Pädagogik auf die Forderung nach Employability
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch, wie das Prinzip des "unternehmerischen Selbst" und das Konzept des "Arbeitskraftunternehmers" die moderne Gesellschaft und insbesondere die Erziehungswissenschaft beeinflussen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwiefern pädagogische Institutionen, insbesondere im Bereich der frühkindlichen Bildung, auf die ökonomischen Anforderungen nach "Employability" reagieren und sich an diesen ausrichten.
3.1 Das unternehmerische Selbst
Das unternehmerische Selbst ist nicht direkt eine typisierte Form von Arbeitskraft, sondern es lässt sich vielmehr als ein Subjektivierungsmodell beschreiben, in dem ein normatives Menschenbild, eine Vielzahl von Kontroll- und Regulationsmechanismen, sowie Praktiken der Selbststeuerung, sich innerhalb unserer Gesellschaft verdichten. „Ein unternehmerisches Selbst ist man nicht, man soll es werden.“ (Bröckling 2007, S. 47). Dieses Subjektivierungsmodell beschreibt also die Art und Weise, wie die Individuen beeinflusst werden und sich selbst beeinflussen, um dem Leitbild des Unternehmers zu entsprechen.
Der Topos des unternehmerischen Selbst tauchte in Deutschland erstmals, laut Bröckling, 1984 im Zusammenhang mit einer Analyse über die subjektiven Bewältigungsstrategien von Massenarbeitslosigkeit auf. Wolfgang Bonß, Heiner Keupp und Elmar Koenen stellten fest, dass „berufliche Tüchtigkeit, praktischer Verstand, Lebensklugheit und die Mobilisierung der durchschnittlichen (klein)bürgerlichen, ökonomischen und sozialen Ressourcen zusammengenommen nicht unbedingt und in jedem Fall einen Arbeitsplatz […] erreichbar machen“ (ebd. S. 55). Um aber dennoch eine Chance auf dem Arbeitsmarkt zu haben, sind die drei Soziologen der Meinung, dass der Arbeitnehmer sich zum „Unternehmer seiner eigenen Arbeitskraft“ (ebd. S. 55) machen muss.
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert den theoretischen Hintergrund von Liberalismus und Ordoliberalismus sowie das Konzept des Arbeitskraftunternehmers, um schließlich die Zielsetzung der kritischen Überprüfung des Einflusses des Unternehmertums auf die Erziehungswissenschaft darzulegen.
2. homo oeconomicus – der unternehmerische und produktive Mensch: Das Kapitel bietet einen historischen Exkurs über den Wandel der Regierungskunst und beschreibt, wie sich die Gesellschaft von einer Tauschgesellschaft hin zur Unternehmensgesellschaft unter dem Leitbild des homo oeconomicus entwickelt hat.
3. Die schleichende Ablösung des fordistischen Massenarbeitnehmers: Hier wird der neue Typus des Arbeitskraftunternehmers analysiert, dessen alltägliche Lebensführung zunehmend ökonomisiert wird und der als Unternehmer seiner selbst die Kontrollfunktionen des Staates internalisiert.
4. Employability: Dieses Kapitel thematisiert den Verfall des traditionellen Berufsbegriffs und zeigt auf, wie das Konzept der Employability als neue, ökonomisch induzierte Anforderung Einzug in die pädagogische Praxis der frühkindlichen Bildung gehalten hat.
5. Fazit: Das Fazit resümiert, dass aktuelle Reformen im Bildungswesen stark durch ökonomische und politische Verwertungsinteressen geprägt sind und mahnt zur Vorsicht gegenüber einer rein instrumentellen Auffassung frühkindlicher Bildung.
Arbeitskraftunternehmer, unternehmerisches Selbst, homo oeconomicus, Employability, Regierungskunst, Ordoliberalismus, frühkindliche Bildung, Erziehungswissenschaft, Individualisierung, Humankapital, Selbstökonomisierung, Bildungsreformen, pädagogische Qualität, Subjektivierungsmodell, Verbetrieblichung.
Die Arbeit untersucht den gesellschaftlichen Wandel hin zur Unternehmensgesellschaft und analysiert, wie sich das Ideal des "Arbeitskraftunternehmers" auf die Individuen und speziell auf die Erziehungswissenschaft auswirkt.
Zentrale Felder sind die historische Entwicklung liberaler Regierungskunst, die Soziologie des "unternehmerischen Selbst", das Konzept der Employability sowie die bildungspolitische Ausrichtung frühkindlicher Einrichtungen.
Die Arbeit verfolgt das Ziel, kritisch zu überprüfen, inwieweit das Prinzip des "Unternehmers seiner selbst" bereits die Erziehungswissenschaft durchdrungen und beeinflusst hat.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse, insbesondere auf die Regierungstheorie von Michel Foucault sowie soziologische Konzepte von Voß, Pongratz und Bröckling zur Transformation von Arbeitsverhältnissen.
Der Hauptteil befasst sich mit der Entstehung des liberalen Menschenbildes, der Ablösung des fordistischen Arbeiters durch den flexiblen Arbeitskraftunternehmer und der Reaktion der Pädagogik auf die Forderung nach Beschäftigungsfähigkeit.
Arbeitskraftunternehmer, unternehmerisches Selbst, Employability, frühkindliche Bildung und Ordoliberalismus sind die prägenden Fachbegriffe dieser Untersuchung.
Die Arbeit sieht in der frühkindlichen Bildung eine zunehmende Instrumentalisierung, bei der der Fokus auf der frühzeitigen Vorbereitung des Humankapitals auf die ökonomischen Anforderungen der Arbeitswelt liegt.
Das Konzept führt dazu, dass Bildungseinrichtungen ihre Arbeit verstärkt an Kompetenzbereichen ausrichten, die als Voraussetzung für lebenslange Beschäftigungsfähigkeit und Selbststeuerung auf dem Arbeitsmarkt gelten.
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