Bachelorarbeit, 2015
53 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Das Internet der Dinge
2.1 Mark Weiser und Kevin Ashton als Wegbereiter
2.2 RFID - technische Voraussetzungen
2.3 Stand der Technik heute
3. Kulturwissenschaftliche Einbettung
3.1 Klassiker
3.1.1 Georg Simmel und der Exkurs zu Frank Schirrmacher
3.1.2 Max Weber und der Exkurs zu Jeremy Rifkin
3.1.3 Niklas Luhmann und die Systemtheorie
3.2 Subjekt - Objekt Betrachtungen: Andreas Reckwitz und die ANT
4. Abschließende Betrachtung: Entzauberung oder Verzauberung der Welt?
Die Arbeit untersucht das Konzept des "Internet der Dinge" (IoT) aus einer kulturwissenschaftlichen Perspektive unter Einbeziehung sozialwissenschaftlicher Theorien. Ziel ist es, die soziologische Einbettung dieses technologischen Wandels zu analysieren und kritisch zu hinterfragen, wie das Verhältnis zwischen Subjekt und Objekt durch die zunehmende Vernetzung von Alltagsgegenständen transformiert wird.
2.1 Mark Weiser und Kevin Ashton als Wegbereiter
Der Ausdruck ,Internet der Dinge‘ geht auf den Titel einer Firmenpräsentation von Kevin Ashton aus dem Jahr 1999 zurück. Eine mögliche Kombination der damals aufkommenden RFID-Technik (siehe 2.2) und dem wachsenden Internetboom wurde zu dieser Zeit in den Geschäftsräumen des Unternehmens Procter & Gamble diskutiert. Rückblickend kann dieser Moment als Geburtsstunde der Realisierung eines Konzepts gelten, das Mark Weiser bereits 1991 in seinem visionären Aufsatz zum Computer des 21. Jahrhunderts voraussagte und als „Ubiquitous Computing“ betitelte. Weiser hatte beschrieben, dass die beständigsten Technologien, jene seien, die verschwänden, da sie sich perfekt in das Pattern des alltäglichen Lebens einwebten, bis sie von diesem nicht mehr zu unterscheiden seien. Als prominentes und erfolgreichstes Beispiel galt ihm dabei die Implementierung der Schrift in das Leben der Menschen.
Erstaunlich präzise beschreibt der amerikanische Informatik- und Kommunikationswissenschaftler Technologien, die 20 Jahre später aktueller Stand der Technik sein sollten. Der Computer werde nicht mehr an einen festen Standort gebunden sein, sondern transportabel den Menschen überall hin mit begleiten. Zur Erinnerung: 1991 waren Computer noch unhandliche Rechentürme und längst nicht allgegenwärtig. Es gab weder Laptops, noch Notebooks oder gar Tablets. Hauptsächlich in Firmen und Universitäten begann man erstmals die grauen Kästen in größeren Netzwerken zu verknüpfen, um somit dem Zeitalter des Internets den Weg zu bereiten. Weisers Vision ging jedoch noch weiter.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Digitalisierung und die Begriffsdefinition des "Internet der Dinge" als allgegenwärtige Computer-Interaktion.
2. Das Internet der Dinge: Darstellung der historischen Wurzeln, technischen Voraussetzungen (RFID) und des heutigen Anwendungsstandes von vernetzten Objekten.
3. Kulturwissenschaftliche Einbettung: Theoretische Analyse des IoT mittels soziologischer Klassiker (Simmel, Weber, Luhmann) sowie moderner Ansätze (Reckwitz, ANT) zur Subjekt-Objekt-Relation.
4. Abschließende Betrachtung: Entzauberung oder Verzauberung der Welt?: Zusammenfassende Bewertung der Digitalisierung hinsichtlich ihrer Chancen für die menschliche Entwicklung und der Risiken wie Entfremdung und Kontrollverlust.
Internet der Dinge, IoT, RFID, Ubiquitous Computing, Kulturwissenschaft, Soziologie, Subjekt-Objekt-Beziehung, Digitalisierung, Rationalisierung, Entzauberung, Systemtheorie, Actor-Network-Theory, Mensch-Maschine-Interaktion, Vernetzung, Technikskepsis.
Die Bachelorarbeit analysiert das Konzept des "Internet der Dinge" (IoT) vor dem Hintergrund kulturwissenschaftlicher und soziologischer Fragestellungen, um die gesellschaftlichen Auswirkungen der technologischen Vernetzung zu verstehen.
Zu den Schwerpunkten zählen die Geschichte und Technik des IoT, die soziologische Einordnung durch Klassiker, die Veränderung der Subjekt-Objekt-Beziehung sowie die ethische Reflexion über die Digitalisierung des Alltags.
Das Ziel ist es, das technologische Phänomen des IoT soziohistorisch einzuordnen und zu untersuchen, ob die Vernetzung von Dingen eine neue Qualität gesellschaftlicher Veränderungen bewirkt oder bestehende Prozesse fortsetzt.
Der Autor wählt eine kultur- und sozialwissenschaftliche Analysemethode, indem er das technologische Konzept des IoT mit den Theorien bedeutender Soziologen wie Simmel, Weber und Luhmann abgleicht und für die heutige Zeit interpretiert.
Der Hauptteil erstreckt sich von den technischen Grundlagen wie RFID über die theoretische Einbettung in die Werke von Klassikern bis hin zur kritischen Diskussion von Subjekt-Objekt-Konstellationen und der Rolle des "hybriden Subjekts" bei Reckwitz.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Internet der Dinge, RFID, Digitalisierung, Entzauberung, Systemtheorie, Actor-Network-Theory, Mensch-Maschine-Interaktion und Technikskepsis.
Der Autor sieht eine Gefahr in der schleichenden Technisierung, bei der menschliche Kompetenzen und Entscheidungsautonomie zugunsten von Effizienz und Berechenbarkeit verloren gehen könnten, mahnt aber gleichzeitig zu einer reflektierten, nicht rein technikfeindlichen Haltung.
Der Autor nutzt Schirrmachers Kritik an der "Informationsexplosion" und der "Kultur des Kurzzeitgedächtnisses", um die Gefahren einer durch intelligente Dinge bedingten kognitiven Überlastung des Menschen zu illustrieren.
Das Quasi-Objekt beschreibt den Status technischer Artefakte, die im Zuge ihrer Ermächtigung die starre Grenze zwischen menschlichem Subjekt und passivem Objekt auflösen und zu hybriden, mitgestaltenden Akteuren werden.
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