Bachelorarbeit, 2014
46 Seiten, Note: 1,7
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
1. Einleitung
2. Vorkenntnisse für die Sterbehilfediskussion
2.1 Terminologie
2. 2 Formen der Sterbehilfe
2.2.1 Die Beihilfe zum Suizid
2.2.2 Die indirekte Sterbehilfe
2.2.3 Die passive Sterbehilfe
2.2.5 Die Mitleidstötung
3. Ein gesellschaftlich kontrovers geführter Diskurs
3.1 Gegen die Legalisierung der aktiven Sterbehilfe
3.2 Für die Legalisierung der aktiven Sterbehilfe
3.3 Gegenüberstellung der Kontroversen
4. Die philosophisch-ethische Sicht
4.1 Die deontologische Ethik
4.1.1 Die aktive Sterbehilfe aus Sicht von Kants kategorischem Imperativ
4.2 Die utilitaristische Ethik
4.2.1 Die utilitaristische Sichtweise auf die aktive Sterbehilfe
5. Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die philosophische Argumentation für und gegen die aktive Sterbehilfe. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob die derzeitige strafrechtliche Regelung in der Bundesrepublik Deutschland beibehalten oder zugunsten einer Legalisierung geändert werden sollte, unter Berücksichtigung moralethischer Kriterien und des autonomen Patientenwillens.
3.1 Gegen die Legalisierung der aktiven Sterbehilfe
Verschiedene Studien zur Praxis der medizinischen Entscheidungen am Lebensende haben gezeigt, dass einige der befragten Ärzte, gelegentlich Medikamente mit dem Ziel verabreicht haben, das Sterben ohne ausdrückliches Verlangen durch den Patienten zu beschleunigen (Nationaler Ethikrat 2006: 32). Zudem wurde für die Niederlande in diesen Untersuchungen ermittelt, dass bei zehn Prozent der für 2001 erfassten 1541 Todesfälle, bei denen Beihilfe zur Selbsttötung oder Tötung auf Verlangen geleistet wurde, kein ausdrückliches Verlangen oder ein sonst dokumentierter Wille des Patienten vorlag. Im Jahr 1995 lag diese Rate bei noch ca. sieben Prozent (Nationaler Ethikrat 2006: 32).
Dem entnommen ist nicht von der Hand zu weisen, dass es eine große Zahl von Fällen gibt, in denen die strengen Bedingungen, an die das niederländische Gesetz für die Zulässigkeit der Tötung auf Verlangen gebunden ist, bei Patienten missachtet wurde (Nationaler Ethikrat 2006: Berlin). Eine solche statistisch dargelegte Missachtung der für notwendig gehaltenen Einschränkungen wird von vielen Gegnern einer Legalisierung der Tötung auf Verlangen als Indiz dafür genommen, dass durch eben diese aktive Sterbehilfe Barrieren abgebaut werden, die Patienten faktisch davor schützen sollen, ohne oder gegen ihren Willen getötet zu werden (Nationaler Ethikrat 2006: 32).
Neben dem eben Genannten können als weitere Aspekte die Ansicht der Gesellschaft und ihrer Solidarität auf den Patienten und der soziale Druck, der auf allen Beteiligten lastet, erwähnt werden. Kritiker sehen in der Tötung auf Verlangen das drohende Unheil einer Entsolidarisierung der Gesellschaft mit den Schwächsten (Hochgrebe 2005: 41). Ferner hegen sie Befürchtungen, dass die Legalisierung über kurz oder lang zu einer lebensfeindlichen Veränderung des sozialen Klimas führt, in der sich Betroffene von Dritten, insbesondere von den Angehörigen unter Druck gesetzt fühlen können (Koch 2000: 301).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Debatte um die Sterbehilfe und stellt die Leitfrage nach der Rechtfertigung einer Legalisierung in Deutschland.
2. Vorkenntnisse für die Sterbehilfediskussion: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe und unterscheidet die verschiedenen Handlungsoptionen am Lebensende.
3. Ein gesellschaftlich kontrovers geführter Diskurs: Hier werden die Argumente der Gegner und Befürworter der aktiven Sterbehilfe detailliert gegenübergestellt.
4. Die philosophisch-ethische Sicht: Das Kapitel analysiert die Sterbehilfe auf Basis deontologischer sowie utilitaristischer Ansätze.
5. Fazit: Das Fazit führt die Argumente zusammen und schlägt eine individuelle, begleitete Lösung für Patienten vor.
Sterbehilfe, aktive Sterbehilfe, Tötung auf Verlangen, Patientenautonomie, Menschenwürde, Deontologie, Immanuel Kant, Utilitarismus, Peter Singer, Sterbebegleitung, Dammbruch-Argument, Missbrauchsgefahr, Medizinethik, Selbstbestimmungsrecht, Sterben in Würde.
Die Arbeit befasst sich mit der philosophischen und ethischen Debatte um die Zulässigkeit der aktiven Sterbehilfe in Deutschland.
Die Themenfelder umfassen die Definition von Sterbehilfe, die gesellschaftspolitische Kontroverse, ethische Theorien wie Deontologie und Utilitarismus sowie die Rolle des ärztlichen Ethos.
Die Arbeit untersucht, ob die Bundesrepublik Deutschland ihre Rechtslage beibehalten sollte oder eine Legalisierung der aktiven Sterbehilfe moralisch zu rechtfertigen ist.
Es handelt sich um eine interdisziplinäre Untersuchung, die rechtswissenschaftliche Aspekte mit moralphilosophischen Analysen (Kant, Utilitarismus) verbindet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Darstellung der Pro- und Contra-Argumente, gefolgt von einer ethischen Prüfung durch den kategorischen Imperativ und utilitaristische Nutzenkalküle.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Sterbehilfe, Autonomie, Menschenwürde, deontologische Ethik und utilitaristischer Präferenzbegriff.
Sie dient als historisches Argument der Gegner, um vor Missbrauch und Dammbruch-Effekten bei einer Aufweichung des Tötungsverbots zu warnen.
Singer unterscheidet zwischen dem biologischen Dasein als Mitglied der Spezies und der Eigenschaft der Person, die durch Rationalität und Selbstbewusstsein definiert ist.
Das Fazit plädiert für eine individuelle, professionell begleitete Unterstützung in der Lebensendphase, die den Patienten entlastet, statt ausschließlich auf eine gesetzliche Tötungserlaubnis zu setzen.
Kant lehnt die Selbsttötung und die Tötung auf Verlangen als moralisch falsch ab, da sie dem obersten Prinzip der Moral und der Zweck-an-sich-Formel widersprechen.
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