Diplomarbeit, 2010
105 Seiten, Note: 1,6
1. Einleitung
2. Erwachsenenbildung/ Weiterbildung
3. Terminologische Abgrenzungen zentraler Begriffe
3.1 Beruf
3.2 Verberuflichung
3.3 Professionalisierung
3.4 Professionalität
3.5 Profession
4. Einschlägige (Theorie-)Positionen zur Profession(alisierung)
4.1 Soziologische Positionen
4.2 Erwachsenenpädagogische Positionen
4.3 Zusammenfassung
5. Die Entwicklung der Verberuflichung und Professionalisierung in der Weiterbildung
6. Der aktuelle Professionalisierungstand der allgemeinen und beruflichen/ betrieblichen Weiterbildung
6.1 Dienstleistungsberuf mit gesellschaftlichem Zentralwertbezug/ Fest umrissenes Tätigkeitsbündel
6.2 Soziale und berufliche Lage des Weiterbildungspersonals
6.3 Reglementierter Berufszugang/ spezialisierte, akademische Ausbildung
6.4 Kontinuierliche Weiterbildung
6.5 Fazit
7. Professionalität des Weiterbildungspersonals als Handlungsfeld der Europäischen Union
8. Die Beschäftigungs- und Professionalisierungssituation von Weiterbildnern in Österreich
8.1 Der österreichische Weiterbildungssektor und seine Struktur
8.2 Die Datenlage
8.3 Das Berufsfeld Weiterbildung und der Stand der Professionalisierung in Österreich
8.4 Die Beschäftigungsverhältnisse des Weiterbildungspersonals in Österreich
9. Vergleich der Beschäftigungs- und Professionalisierungssituation zwischen Deutschland und Österreich
Die vorliegende Arbeit untersucht das Berufsfeld Weiterbildung im Hinblick auf seine Professionalisierung. Ziel ist es, zu ermitteln, inwieweit das Tätigkeitsfeld als Profession bezeichnet werden kann und welche Zusammenhänge zwischen den Professionsmerkmalen und der Beschäftigungssituation von Weiterbildnern in Deutschland bestehen. Im internationalen Vergleich wird zudem die Situation in Österreich analysiert.
3.1 Beruf
„Der Berufsbegriff, der aus der Alltagssprache in die Sprache der Wissenschaft integriert wurde, ist mehrdeutig und vielschichtig“ (s. Übers. 1 bei Dostal u.a. 1998, S.442) und findet seinen Ursprung in Luthers Bibelübersetzung aus der Reformationszeit. Luther verstand den Beruf als „Ruf Gottes zur Dienstbereitschaft in der Gesellschaft und zur christlichen Lebensführung“ (vgl. Stratmann 1967). Die Arbeit soll in diesem Zusammenhang dem Lebensunterhalt dienen, wobei der Einzelne von Gott zur jeweiligen Tätigkeit, dem Beruf, berufen wird. Nachdem der Beruf bis zum 18. Jahrhundert abhängig von der Standeszugehörigkeit und der göttlichen Berufung war, löste sich der Berufsbegriff im Laufe des 19. Jahrhunderts von seiner religiösen Herkunft und wird im Sinne der allgemeine Verwendung auf die Erwerbsarbeit verwendet.
Die Wahl des Berufes obliegt heutzutage der individuellen Entscheidung der jeweiligen Person und ist abhängig von formalen Bildungsabschlüssen, Interessen, der Arbeitsmarktsituation und der individuellen Fertigkeiten. Diese Berufswahlfreiheit ist im Artikel 12 des Grundgesetztes verankert und besagt, dass „alle Deutschen das Recht haben, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen“ (Art.12 Abs.1 GG). Dieses Grundrecht findet seine Basis in einem weiteren Grundrecht, dem der freien Entfaltung der Persönlichkeit (Art. 2 GG).
Durch die Wahl eines Berufes sind „soziale Attribute erreichbar, die diejenigen, die die Wahl treffen, ihrer soziale Herkunft nach vielleicht nicht zugänglich gewesen wären“ (Combe/Helsper 1996, S.51).
Der Terminus Beruf beinhaltet bis heute noch Spuren seiner religiösen Herkunft. Der Ruf Gottes bezeichnet das Prinzip, nachdem der Beruf „dem Einzelnen durch Berufung und religiöser oder sozialer Basis als Amt auferlegt wird und das die Quelle von Berufsethos ist (…)“(vgl. Daheim 1995, S.89). Ein Beruf „ruht auf einer inneren Berufung auf, die später als Anlage, Begabung etc. säkularisiert werden kann“(Combe/Helsper 1996, S.51). Berufsethos beschreibt eine „hohe sittliche Vorstellung vom Wert und den Pflichten eines Berufes“ (Bibliographisches Institut GmbH 2010) und ein Selbstverständnis in Bezug auf den Wert des ausgeübten Berufes und den damit verbundenen Pflichten auch der Gesellschaft gegenüber.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die diffuse Wahrnehmung des Berufsfeldes Weiterbildung in der Öffentlichkeit und leitet die Forschungsfrage sowie Zielsetzung der Arbeit her.
2. Erwachsenenbildung/ Weiterbildung: Dieses Kapitel definiert den Weiterbildungsbegriff als vierte Säule des Bildungssystems und erläutert seine ordnungspolitische Struktur.
3. Terminologische Abgrenzungen zentraler Begriffe: Es werden zentrale Begrifflichkeiten wie Beruf, Professionalisierung und Profession definiert und in ihren theoretischen Kontext eingeordnet.
4. Einschlägige (Theorie-)Positionen zur Profession(alisierung): Das Kapitel stellt soziologische und erwachsenenpädagogische Theorien vor, um relevante Professionsmerkmale für das Berufsfeld zu identifizieren.
5. Die Entwicklung der Verberuflichung und Professionalisierung in der Weiterbildung: Hier wird die historische Entwicklung von der ehrenamtlichen Tätigkeit hin zum hauptberuflichen Tätigkeitsfeld aufgezeigt.
6. Der aktuelle Professionalisierungstand der allgemeinen und beruflichen/ betrieblichen Weiterbildung: Das Kapitel analysiert anhand verschiedener Kriterien den Status quo des Weiterbildungspersonals, inklusive Arbeitsbelastung und Einkommenssituation.
7. Professionalität des Weiterbildungspersonals als Handlungsfeld der Europäischen Union: Die Auswirkungen europäischer Bildungsziele (Lissabon-Strategie) auf die Professionalisierung werden diskutiert.
8. Die Beschäftigungs- und Professionalisierungssituation von Weiterbildnern in Österreich: Der österreichische Weiterbildungssektor wird strukturell und datentechnisch unter besonderer Berücksichtigung der Weiterbildungsakademie Österreich (wba) analysiert.
9. Vergleich der Beschäftigungs- und Professionalisierungssituation zwischen Deutschland und Österreich: Zusammenfassender Vergleich beider Länder hinsichtlich der Herausforderungen und Professionalisierungsansätze.
Weiterbildung, Erwachsenenbildung, Professionalisierung, Profession, Berufsethos, Dienstleistungsberuf, Beschäftigungssituation, Bildungsmanagement, Qualifizierung, Lehre, Lebenslanges Lernen, Weiterbildungspersonal, Österreich, Deutschland, Kompetenzprofil
Die Diplomarbeit untersucht die Beschäftigungssituation und den Professionalisierungsstand des Weiterbildungspersonals in Deutschland und vergleicht diese Ergebnisse mit der Situation in Österreich.
Zentrale Themen sind die theoretische Bestimmung von Profession und Professionalisierung, die historischen Entwicklungslinien der Weiterbildung sowie die Analyse empirischer Daten zur sozialen und beruflichen Lage der dort Beschäftigten.
Das Hauptziel ist es, herauszufinden, ob und inwieweit das Beschäftigungsfeld Weiterbildung als Profession bezeichnet werden kann und wie die aktuellen Beschäftigungsverhältnisse die Professionalisierung beeinflussen.
Es handelt sich um eine literaturbasierte Arbeit, die theoretische Diskurse analysiert und diese durch die Auswertung vorhandener qualitativer und quantitativer Statistiken zur Beschäftigungslage ergänzt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, eine historische Analyse der Verberuflichung, eine detaillierte Prüfung der Professionskriterien sowie einen länderspezifischen Vergleich zwischen Deutschland und Österreich.
Wichtige Begriffe sind Weiterbildung, Professionalisierung, Berufsethos, prekäre Beschäftigung, Bildungsmanagement, Kompetenzprofil und das österreichische Modell der Weiterbildungsakademie (wba).
Die EU fördert durch Initiativen wie die Lissabon-Strategie und das Programm "Grundtvig" das lebenslange Lernen und setzt Impulse zur Qualitätssteigerung und Professionalisierung, auch wenn die Umsetzung national in den Händen der Mitgliedsstaaten bleibt.
Österreich hat mit der "Weiterbildungsakademie Österreich" (wba) ein virtuelles Anerkennungssystem geschaffen, das als Referenzrahmen dient, um heterogene Kompetenzen von Weiterbildnern strukturiert zu zertifizieren.
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