Masterarbeit, 2006
109 Seiten, Note: 2.0
Einleitung
1. Son im afroamerikanischen Raum, theoretischer und historischer Kontext
1.1 Merkmale des Genrekomplexes son
1.1.1 Polyrhythmik
1.1.2 Die Struktur des son montuno
1.2 Bolero son und guaracha son
1.3 Höhepunkte der Popularisierung des kubanischen son
2. Son und die beginnende Industrialisierung dominikanischer Populärmusik
2.1 Die Diskussion zum nationalen Ursprung des son
2.2 Die Musiklandschaft Santo Domingos
2.3 Die Entwicklung von Radio und Tonträgerindustrie im Kontext der Trujillo-Diktatur
2.4 Fazit
3. Son und die Modernisierung dominikanischer Populärmusik
3.1 Entwicklungsschritte der dominikanischen son-Tradition
3.1.1 Umdeutungen dominikanischer bachata und dominikanischen sons
3.1.2 Das Publikum und die Kommerzialität des lokalen son
3.2 Fazit
Schlussteil
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung und Integration der karibischen Populärmusikgattung *son* innerhalb der dominikanischen Musiklandschaft mit einem besonderen Fokus auf die Hauptstadt Santo Domingo. Die Forschungsfrage widmet sich der Beschaffenheit einer sogenannten "dominikanischen son-Tradition" sowie den Argumenten für einen potenziellen dominikanischen Ursprung des Genres, wobei die komplexe musikhistorische und soziopolitische Koexistenz von *son* und *merengue* im Kontext der Industrialisierung und der Trujillo-Diktatur analysiert wird.
1.1.1 Polyrhythmik
Die bekannten son-Formen werden in binären Taktarten, mit 2/4 oder 4/4, notiert. Wie in weiteren Musikformen, die auf einer afrikanisch geprägten metrischen Gestaltung basieren, spielen die Instrumentalisten jedoch eigenständige rhythmische Muster, die innerhalb des okzidentalen Taktsystems nicht exakt wiederzugeben sind. A. Carpentier spricht von Polyrhythmik, die einer allgemeinen Tempoeinheit unterworfen ist. H. Orovio beschreibt die besondere Polyrhythmik des in Havanna popularisierten son in seinem Lexikon kubanischer Musik:
Zusammengefasst kann man sagen, dass der instrumentale Komplex des son in der Besetzung eines Sextetts oder Septetts eine konstante Nebeneinanderpositionierung dreier Rhythmikräume aufweist, die voneinander unabhängig in der dynamischen Ausführung sind. (H. Orovio 1986:392f.)
Die erste Linie der den son konstituierenden Polyrhythmik bildet der Bass. Der ab den 1930er Jahren im son etablierte Kontrabass spielt eine konstante ostinato-Begleitung, meist im pizzicato. Seine Figur, sein tumbao, bildet neben der clave ein Erkennungsmerkmal des Genres. Hierin spiegele sich eine sonhafte Spielweise, worin das Spiel der Zählzeiten und des off-beats durch leichte Verzögerung oder Antizipation vermieden werde. Der cencerro spielt die Figur des Basses teilweise direkt mit. Die zweite rhythmische Linie entsteht durch das invariable Begelitmuster der Gitarre mit gezupfter, teils geschlagener Spielweise. Maracas und Bongos verdoppeln H. Orovio zufolge die jeweilige Figuration der Gitarre. Die Bongos treten im Thema oft mit dem martillo auf, im Verlauf eines son werden sie jedoch meist zum Improvisationsinstrument. Sie führen eine ambivalente musikalische Funktion zwischen rhythmischer Leitfigur und einer rhythmischen Funktion mit improvisatorischem Charakter aus.
Einleitung: Einführung in das Thema der karibischen Populärmusik *son* in Santo Domingo und Darlegung der methodischen Grundlagen, die auf Lektüre, Recherche und narrativen Interviews basieren.
1. Son im afroamerikanischen Raum, theoretischer und historischer Kontext: Theoretische Definition des Genrekomplexes *son* als afroamerikanische Ausdrucksform und Untersuchung seiner musikalischen Kernmerkmale wie Polyrhythmik und Struktur.
2. Son und die beginnende Industrialisierung dominikanischer Populärmusik: Untersuchung der historischen Debatte um den nationalen Ursprung des *son* in der Dominikanischen Republik sowie Analyse der Auswirkungen der Radio- und Musikindustrie während der Trujillo-Diktatur.
3. Son und die Modernisierung dominikanischer Populärmusik: Analyse der Transformation der lokalen *son*-Tradition nach dem Ende der Trujillo-Diktatur und deren Konfrontation mit modernen Genres wie *salsa* und *bachata*.
Schlussteil: Synthese der Ergebnisse zur soziokulturellen Integration des *son* in Santo Domingo und Reflexion über die Gefahr der Absorption lokaler Traditionen durch globale Musikmärkte.
Son, Merengue, Bachata, Dominikanische Republik, Santo Domingo, Musiklandschaft, Transkulturation, Trujillo-Diktatur, Populärmusik, afroamerikanische Musik, Identität, musikalische Hybridisierung, Karibik, Rhythmik, Tanzkultur.
Die Arbeit analysiert die Entwicklung, Einordnung und soziokulturelle Bedeutung des *son* als populäres Musikgenre innerhalb der Musiklandschaft von Santo Domingo, der Hauptstadt der Dominikanischen Republik.
Zentrale Themen sind die theoretische und historische Fundierung des *son*, der Diskurs über dessen Ursprung, die Bedeutung von Migration, die Entwicklung von Radio und Musikindustrie unter Trujillo sowie die moderne Neudefinition des *son* im Kontext von *salsa* und *bachata*.
Das Ziel ist es, die spezifisch dominikanische Ausprägung der *son*-Tradition zu untersuchen und zu ergründen, inwiefern das Genre trotz kubanischer Wurzeln als Ausdruck lokaler Identität und sozialer Ausgrenzung fungiert.
Die Arbeit stützt sich auf eine Kombination aus Literaturanalyse, Recherche vor Ort, teilnehmender Beobachtung sowie persönlichen narrativen Interviews mit Musikern und Kulturschaffenden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in den *son*-Komplex, eine Analyse der historischen Entwicklung während der Trujillo-Diktatur und eine Untersuchung der Modernisierung und Transformation in der zeitgenössischen Musikszene.
Wichtige Begriffe sind *son*, *merengue*, *bachata*, Dominikanische Republik, Santo Domingo, Transkulturation, kulturelle Identität und afroamerikanisches Erbe.
Diese Debatte wird durch ein Zitat von A. Carpentier befeuert und dient dominikanischen Musikforschern dazu, den kulturellen Stolz und die eigene Rolle als Wiege der karibischen Musiktradition gegenüber dem kubanischen Einfluss zu stärken.
Die *bachata* hat sich zum dominierenden populären Genre entwickelt, das durch seine ständige Innovation und soziale Relevanz den traditionellen *son* im Alltag verdrängt und teilweise dessen soziale Funktionen für die ärmeren Bevölkerungsschichten übernommen hat.
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