Diplomarbeit, 2002
61 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Einführung
1.2 Problemstellung und Abgrenzung
1.3 Vorgehensweise
2 Grundlegende Bemerkungen zu Produkten im deutschen Lebensversicherungsmarkt sowie aktuelle politische und wirtschaftliche Einflüsse
3 Lebensversicherungsspezifische versicherungstechnische Rückstellungen eines deutschen Erstversicherungskonzerns nach HGB
3.1 Grundlagen der Rechnungslegung nach HGB
3.2 Rechnungsgrundlagen der Lebensversicherung
3.3 Definition und Erfordernis von versicherungstechnischen Rückstellungen
3.4 Beitragsübertrag
3.4.1 Rechtliche Fixierung und Definition des Beitragsübertrags
3.4.2 Besondere Behandlung von Kosten bzw. Zuschlägen
3.5 Deckungsrückstellung
3.5.1 Rechtliche Fixierung und Definition der Deckungsrückstellung
3.5.2 Entstehung und Verlauf der Deckungsrückstellung
3.5.3 Das Zillmerverfahren bei der Deckungsrückstellung
3.6 Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle
3.6.1 Rechtliche Fixierung und Definition der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle
3.6.2 Schadenrückstellung
3.6.3 Spätschadenrückstellung - IBNR
3.7 Rückstellung für Beitragsrückerstattungen (RfB)
3.7.1 Entstehung und Verteilung der Überschüsse als Basis für die RfB
3.7.2 Rechtliche Fixierung und Definition der RfB
3.8 Sonstige versicherungstechnische Rückstellungen
3.9 Versicherungstechnische Rückstellungen im Bereich der Lebensversicherung, soweit das Anlagerisiko von den Versicherungsnehmern getragen wird
4 Lebensversicherungsspezifische versicherungstechnische Rückstellungen eines deutschen Erstversicherungskonzerns nach US-GAAP
4.1 Grundlagen der Rechnungslegung nach US-GAAP
4.1.1 Zweck der Rechnungslegung nach US-GAAP
4.1.2 Grundsätze von US-GAAP
4.1.3 Materiality-Konzept
4.1.4 Income Concepts
4.2 Versicherungsspezifische Regelungen und Rechnungsgrundlagen für Erstversicherungsunternehmen nach US-GAAP
4.2.1 Übersicht und Abgrenzung der drei relevanten ”Financial Accounting Standards”
4.2.2 Rechnungsgrundlagen von SFAS 60
4.2.3 Rechnungsgrundlagen von SFAS 97
4.2.4 Rechnungsgrundlagen von SFAS 120
4.3 Betrachtung der einzelnen versicherungstechnischen Rückstellungen in US-GAAP
4.3.1 Beitragsübertrag (Unearned Premium)
4.3.2 Deckungsrückstellung (Liability for future policy benefits)
4.3.3 Die Behandlung von Deferred Acquisition Costs (DAC)
4.3.4 Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle (Liability for unpaid claims)
4.3.5 Rückstellung für Beitragsrückerstattungen (Liability for policy holders share in accumulated participating earnings)
4.3.6 Sonstige versicherungstechnische Rückstellungen (Other policy liabilities)
4.3.7 Versicherungstechnische Rückstellungen im Bereich der Lebensversicherung, wenn das Anlagerisiko von den Versicherungsnehmern getragen wird
5 Umbewertungs- und Umgliederungsdifferenzen von versicherungstechnischen Rückstellungen aus der Umstellung von HGB auf US-GAAP
6 Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit analysiert die Unterschiede in der Bilanzierung lebensversicherungsspezifischer versicherungstechnischer Rückstellungen bei einem deutschen Erstversicherungskonzern unter Anwendung des Handelsgesetzbuches (HGB) sowie der US-amerikanischen Rechnungslegungsvorschriften (US-GAAP). Ziel ist es, die konzeptionellen Differenzen in Ansatz und Bewertung aufzuzeigen und die Auswirkungen der Umstellung auf die Konzernbilanz zu erläutern.
3.3 Definition und Erfordernis von versicherungstechnischen Rückstellungen
Rückstellungen sind Verpflichtungen und werden deshalb auf der Passivseite der Bilanz unter dem Fremdkapital ausgewiesen. Nach § 249 HGB sind Rückstellung für diejenigen Verpflichtungen zu bilden, die am Bilanzstichtag nur dem Grunde, nicht aber ihrer Höhe und/oder Fälligkeit nach, feststehen. Der Begriff der versicherungstechnischen Rückstellung geht allerdings über den der ”normalen” Rückstellung hinaus, da es sich nach § 341e Abs. 1 HGB um Rückstellungen handelt, die mit dem Versicherungsgeschäft sachlich zusammenhängen und ihm eigentümlich sind. Die Besonderheit von versicherungstechnischen Rückstellungen zeigt sich zum einen darin, dass sie den größten Posten auf der Passivseite in der Versicherungsbilanz darstellen und zum anderen, dass sie gesondert ausgewiesen werden müssen.
Charakteristisch bei (Lebens-)Versicherungsverträgen ist, dass die Beiträge im voraus bezahlt, die Leistungen aber nicht sofort erbracht werden. Da die Beiträge eines Versicherungsjahres bei den meisten Verträgen nicht mit dem Geschäftsjahr (GJ) übereinstimmen, werden die Beiträge der in das nächste Geschäftsjahr hineinreichenden Policen als Beitragsübertrag in Form von passiven Rechnungsabgrenzungsposten (PRAP) abgegrenzt. Den Beiträgen der Versicherungsnehmer steht ein umfangreiches Verpflichtungsvolumen des Versicherungsunternehmens gegenüber. Zur Deckung und dauernden Erfüllbarkeit dieses Verpflichtungsvolumens muss das Versicherungsunternehmen versicherungstechnisches Fremdkapital in Form von Deckungsrückstellungen passivieren. Sind bereits versicherte Schäden eingetreten, aber noch nicht geleistet, muss eine Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle gestellt werden. Des weiteren begründen die Komponenten des versicherungstechnischen Risikos die Notwendigkeit wirtschaftszweigbezogener Verpflichtungsgrößen dem Grunde und der Höhe nach.
1 Einleitung: Erläuterung der Motivation für internationale Abschlüsse (KapAEG, § 292a HGB) und die Zielsetzung der Arbeit.
2 Grundlegende Bemerkungen zu Produkten im deutschen Lebensversicherungsmarkt sowie aktuelle politische und wirtschaftliche Einflüsse: Überblick über Lebensversicherungsprodukte, Überschussbeteiligung und aktuelle Marktentwicklungen.
3 Lebensversicherungsspezifische versicherungstechnische Rückstellungen eines deutschen Erstversicherungskonzerns nach HGB: Darstellung der HGB-Grundlagen und der einzelnen Rückstellungspositionen im deutschen Bilanzrecht.
4 Lebensversicherungsspezifische versicherungstechnische Rückstellungen eines deutschen Erstversicherungskonzerns nach US-GAAP: Analyse der US-GAAP-Grundsätze, der relevanten SFAS und der Behandlung der spezifischen Rückstellungen.
5 Umbewertungs- und Umgliederungsdifferenzen von versicherungstechnischen Rückstellungen aus der Umstellung von HGB auf US-GAAP: Diskussion der Bilanzanpassungen und der Auswirkungen auf die Jahresergebnisse bei der Systemumstellung.
6 Zusammenfassung und Ausblick: Synopse der Ergebnisse und zukünftige Perspektiven der internationalen Rechnungslegung.
Lebensversicherung, Rückstellungen, HGB, US-GAAP, Deckungsrückstellung, Beitragsübertrag, Schadenrückstellung, Überschussbeteiligung, SFAS, Konzernabschluss, Bilanzierung, Abschlusskosten, versicherungstechnisches Risiko, RfB, DAC.
Die Arbeit behandelt die Bilanzierung und Bewertung versicherungstechnischer Rückstellungen in der Lebensversicherung bei einem deutschen Erstversicherungskonzern im Kontext des HGB-Einzelabschlusses und des internationalen Konzernabschlusses nach US-GAAP.
Die zentralen Themen sind der Vergleich zwischen dem Vorsichtsprinzip des HGB und dem Fair-Presentation-Ansatz der US-GAAP, die Bedeutung der verschiedenen Financial Accounting Standards (SFAS) sowie die operative Handhabung der Rückstellungspositionen.
Das Ziel ist die systematische Darstellung und Gegenüberstellung der Methoden zur Ermittlung versicherungstechnischer Rückstellungen sowie die Aufzeigung der Umgliederungs- und Umbewertungsdifferenzen bei der Erstellung eines internationalen Abschlusses.
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse sowie eine vergleichende deskriptive Untersuchung der Bilanzierungsvorschriften, gestützt durch praktische Beispiele aus Konzernabschlüssen deutscher Versicherungsgesellschaften.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Betrachtung der HGB-Methodik und eine darauf aufbauende, umfassende Untersuchung der US-GAAP-Regelwerke, insbesondere die Anwendung der Standards SFAS 60, 97 und 120 auf verschiedene Versicherungsprodukte.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Lebensversicherung, Rückstellungen, HGB, US-GAAP, Deckungsrückstellung, Konzernabschluss und versicherungstechnisches Risiko charakterisiert.
Diese Standards schreiben unterschiedliche bilanzielle Behandlungen basierend auf der Art des Versicherungsprodukts vor (z.B. kurz- vs. langfristig, Vorhandensein von Versicherungsrisiko oder Gewinnbeteiligung), was maßgeblichen Einfluss auf die Bewertung der Passivseite hat.
Die RfB ist zentral für die Glättung von Ergebnissen. Bei der Umstellung auf US-GAAP entstehen oft latente RfB, da US-GAAP-Werte von Kapitalanlagen zu Marktwerten die Ansprüche der Versicherungsnehmer auf noch nicht realisierte Gewinne widerspiegeln.
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