Masterarbeit, 2014
66 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Quellen zum Leben Elisabeths
2.1 Summa Vitae von Konrad von Marburg
2.2 Libellus de dictis quatuor ancillarum sanctae Elisabeth confectus – Büchlein über die Aussagen der vier Dienerinnen
2.3 Das Leben der heiligen Elisabeth, Landgräfin von Caesarius von Heisterbach
2.4 Vita sanctae Elisabeth von Dietrich von Apolda
3 Lebensstationen der heiligen Elisabeth
3.1 Kindheit und Jugend
3.2 Die Zeit der Ehe mit Ludwig
3.3 Tod Ludwigs und Elisabeths Rückzug aus der höfischen Welt
4 Konrad von Marburg. Eine Kurzbiographie
5 Zum Wirken des Konrad von Marburg: Erzieher oder Tyrann Elisabeths?
5.1 Konrad als geistlicher Führer und Vormund: Licht und Schatten
5.2 Sachwalter über Elisabeths Wünsche?
5.3 Elisabeth als Beichtkind: vollkommener Gehorsam ihrem Beichtvater gegenüber?
6 Fazit
Diese Masterarbeit analysiert das Leben und Wirken der heiligen Elisabeth von Thüringen unter besonderer Berücksichtigung ihrer komplexen geistigen Beziehung zu ihrem Beichtvater Konrad von Marburg, um zu klären, ob er als ihr geistiger Erzieher oder als Tyrann zu betrachten ist.
2.1 Summa Vitae von Konrad von Marburg
Die Summa Vitae stammt aus dem Jahr 1232, sie ist das älteste und wichtigste schriftliche Zeugnis über das Leben Elisabeths. Ihr Verfasser, Konrad von Marburg, berichtet summarisch über Elisabeths Leben, d.h. Einzelheiten des täglichen Lebens werden übergangen. Konrads Quelle ist präzise und knapp verfasst und enthält daher wenig biographische Details. Er hat sie zum Zweck der Heiligsprechung seines Beichtkindes verfasst. Es gab wohl niemanden, der für das Verfassen einer Elisabeth-Vita geeigneter war als ihr langjähriger Beichtvater, „(s)chließlich wußte er (…) vom inneren Leben Elisabeths, von ihren geistigen Schwächen und Stärken, von ihrem Sehnen und Wünschen“. Hinzu kommt, dass er als Magister der Theologie und seiner Tätigkeit als Priester und Inquisitor die Verfahrensregeln für eine Kanonisation kannte und mit Papst Gregor bekannt und möglicherweise befreundet war.
Veränderte Bedingungen des Heiligsprechungsverfahrens hatten dazu geführt, dass der Papst „das exklusive Recht (…) zur Heiligsprechung“ besaß. Die Kriterien für die Anerkennung eines Heiligen forderten neben post mortem bezeugten Wundern den Nachweis eines tugendhaften Lebens. Die Existenz von Wundern wurde als „Nachweis der wahren Heiligkeit“ verstanden, denn es war ja durchaus möglich, „daß das Leben eines Nichtmärtyrers insgeheim laxer verlaufen ist, als es aus den Zeugenaussagen hervorgeht“. Das Wunder stellte die „göttliche Bestätigung“ der Tugenden dar. Konrad werden diese Bedingungen bekannt gewesen sein, weshalb er dem Papst neben einem zusammenfassenden Bericht über Elisabeths Leben, der Summa Vitae, einen Wunderbericht zukommen ließ.
1 Einleitung: Die Arbeit führt in das Leben Elisabeths ein, erläutert die Motivation der Autorin und benennt die Forschungsfrage zur Beziehung zwischen Elisabeth und Konrad.
2 Quellen zum Leben Elisabeths: Dieses Kapitel stellt die primären schriftlichen Zeugnisse, insbesondere die Summa Vitae und den Libellus, auf ihre Authentizität und Verlässlichkeit hin vor.
3 Lebensstationen der heiligen Elisabeth: Es bietet eine biographische Darstellung, die von Elisabeths Kindheit und ihrer Ehe mit Ludwig bis zu ihrem Rückzug aus der höfischen Welt reicht.
4 Konrad von Marburg. Eine Kurzbiographie: Hier wird der Lebensweg und die Rolle des Konrad von Marburg als Inquisitor und Beichtvater beleuchtet.
5 Zum Wirken des Konrad von Marburg: Erzieher oder Tyrann Elisabeths?: Das Hauptkapitel untersucht kritisch die Interdependenz zwischen Konrad und Elisabeth, ihre Konflikte und das gegenseitige Abhängigkeitsverhältnis.
6 Fazit: Die Arbeit reflektiert die Ergebnisse und zieht ein Resümee über die ambivalente Beziehung zwischen der Heiligen und ihrem Beichtvater.
Heilige Elisabeth, Konrad von Marburg, Mittelalter, Kanonisationsprozess, Franziskanertum, Askese, Seelenführung, Gehorsam, Summa Vitae, Libellus, Armenfürsorge, Inquisition, Christusnachfolge, Quellenkritik, Thüringen.
Die Arbeit untersucht das Leben der heiligen Elisabeth von Thüringen sowie ihre hochkomplexe und geistig enge Beziehung zu ihrem Beichtvater Konrad von Marburg.
Im Zentrum stehen die historische Quellenlage, die Lebensstationen Elisabeths sowie die Frage nach der Art der geistlichen Führung durch Konrad von Marburg.
Das Ziel ist es, die Frage zu beantworten, ob Konrad von Marburg als wohlwollender geistlicher Erzieher oder als Tyrann gegenüber Elisabeth agierte.
Es handelt sich um eine literatur- und quellenbasierte historische Analyse, die verschiedene zeitgenössische Elisabeth-Viten und moderne Forschungsliteratur miteinander vergleicht.
Der Hauptteil setzt sich intensiv mit der Art und Weise auseinander, wie Konrad Elisabeths Leben, ihre Entscheidungen und ihre religiöse Praxis beeinflusst und teilweise durch Züchtigungen oder strenge Regeln geprägt hat.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Elisabeth von Thüringen, Konrad von Marburg, Christusnachfolge, Kanonisation, Askese und Seelenführung.
Die Unklarheit darüber, ob Elisabeth ihr Hospital den Johannitern oder dem Deutschen Orden vermachen wollte, führte zu Konflikten, in denen Konrad als Schiedsrichter zugunsten seiner Interessen und der Landgrafenfamilie entschied.
Die Autorin argumentiert, dass viele von Konrads Handlungen, wie etwa Züchtigungen, im mittelalterlichen Kontext der Bußpraxis und der Sorge um das Seelenheil verankert waren und nicht rein sadistisch motiviert sein müssen.
Diese Entscheidung wird als eine Folge ihres radikalen Wunsches nach Christusnachfolge in Armut analysiert, wobei die Arbeit dies aus heutiger Sicht als schmerzhaft und problematisch einstuft.
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