Masterarbeit, 2014
77 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Einblick in die Themen der Dichtung Annenskijs
3. Der Begriff und das Bild vom „Leben“ in Annenskijs Dichtung
3.1 Das qualvolle Leben
3.2 Das kostbare Leben – Zwiespalt zwischen Verschwendung und Enttäuschung
3.3 Das mechanische Leben
3.4 Das Leben in Grenzsituationen
3.5 Der allgegenwärtige Tod im Leben
3.6 Das Leben nach dem Tod
4. Schlussfolgerung
Die vorliegende Arbeit untersucht die vielfältigen und widersprüchlichen Darstellungen des Lebens in der Lyrik von Innokentij Annenskij. Ziel ist es, den Begriff und das Bild des menschlichen Daseins jenseits der bloßen Todesfixierung herauszuarbeiten und zu analysieren, wie Annenskij psychologische Zustände durch die Verknüpfung mit alltäglichen Gegenständen und der Umgebung in seiner Dichtung explizit darstellt.
3.1 Das qualvolle Leben
Seit der Antike beschäftigen sich die Philosophen mit dem Rebus des Daseins und versuchen das gnadenlose Rätsel vor dem Ende ihres Lebens zu lösen. Diese Thematik liegt bei Annenskij im Gedicht „Идеал“ zu Grunde, in dem er suggeriert, dass die Personen in einem vollen Saal einer Bibliothek das Rätsel des Daseins mittels alter Bücher versuchen zu entschlüsseln:
Тупые звуки вспышек газа Над мертвой яркостью голов, И скуки черная зараза От покидаемых столов, И там, среди зеленолицых, Тоску привычки затая, Решать на выцветших страницах Постылый ребус бытия. (Идеал, S. 59)
Wie der Titel des Gedichts bereits erahnen lässt, wird das ideale Leben erst dann erfüllt sein, wenn das Rätsel des Daseins erschlossen ist. Man sieht die paradoxale Darstellung der Köpfe, die versuchen dieses Rätsel in der Bibliothek zu lösen. Im zweiten Vers der ersten Strophe werden die Köpfe als tot, gleichzeitig aber als grell beziehungsweise hell bezeichnet. Das deutet darauf hin, dass die Helligkeit, die für die Intelligenz steht, jedoch nicht ausreicht, um die Aufgabe zu absolvieren. Da auch diese Menschen als tot bezeichnet werden, bleiben sie wie alle anderen ohne Antwort und sind dem Untergang geweiht.
1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die literarische Epoche des russischen Symbolismus und führt in das Leben sowie die ersten Publikationen Annenskijs ein.
2. Einblick in die Themen der Dichtung Annenskijs: Dieses Kapitel verortet Annenskij innerhalb der Generationen des Symbolismus und diskutiert seine kritische Auseinandersetzung mit antiker Philosophie und modernen literarischen Strömungen.
3. Der Begriff und das Bild vom „Leben“ in Annenskijs Dichtung: Das zentrale Kapitel analysiert in sechs Unterpunkten das Spannungsfeld zwischen der Qual des Daseins, der Endlichkeit des Lebens, der Darstellung von Grenzsituationen und dem vergeblichen Streben nach einem idealen Sinn.
4. Schlussfolgerung: Die Schlussfolgerung resümiert, dass Annenskij das Leben als tragisches Dasein begreift, welches er jedoch durch eine präzise, fast psychologische Beobachtung und die Nutzung realer Objekte in seiner Lyrik gegen das Vergessen zu bewahren versucht.
Innokentij Annenskij, Russischer Symbolismus, Dichtung, Leben, Tod, Dasein, Existenzphilosophie, Akmeismus, Lyrik, Psychologischer Symbolismus, Erinnerung, Grenzsituationen, Traum, Identität, Schönheit.
Die Arbeit analysiert das lyrische Schaffen von Innokentij Annenskij mit einem besonderen Fokus darauf, wie er das menschliche Leben und dessen Bedeutung in seinen Gedichten konzeptualisiert und bildhaft umsetzt.
Zu den Kernbereichen gehören das Verhältnis zwischen Mensch und Dingwelt, die Darstellung von Grenzsituationen wie Schlaf und Tod sowie die ständige Suche nach einem tragischen Sinn des Daseins.
Das Ziel ist es, Annenskijs Lyrik von dem Vorurteil zu befreien, er sei ausschließlich ein "Sänger des Todes", und stattdessen die komplexe, oft qualvolle, aber gleichzeitig als kostbar betrachtete menschliche Existenz aufzuzeigen.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden textnahen Analyse zahlreicher Gedichte Annenskijs, ergänzt durch den Vergleich mit zeitgenössischer Sekundärliteratur und existenzphilosophischen sowie platonischen Konzepten.
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Facetten des Lebensbegriffs, von der Darstellung des "qualvollen" und "mechanischen" Lebens bis hin zur Analyse der Unmittelbarkeit des Todes in alltäglichen Situationen.
Schlüsselbegriffe sind "Psychologischer Symbolismus", "Grenzerfahrung", "Existenzphilosophie" und die "Materialität des Daseins".
Annenskij unterscheidet sich dadurch, dass er die Grenze zwischen der realen und der idealen Welt nicht auflösen möchte und seine Symbole konsequent in der realen Welt der Dinge findet.
Die Personifizierung von Dingen dient Annenskij dazu, psychologische Zustände des lyrischen Ichs erfahrbar zu machen, ohne auf abstrakte Begriffe zurückgreifen zu müssen.
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