Bachelorarbeit, 2014
63 Seiten, Note: 2,3
1. Einführung
2. Lebenslagen
2.1. Begriff
2.2. Analyse – Belastungen
2.2.1. Prekariat
2.2.2. Materielle Situation und Erwerbstätigkeit
2.2.3. Bildung
2.2.4. Familiäre und Soziale Netzwerke
2.2.5. Gesundheitssituation physisch und psychisch
2.2.6. Wohnsituation und alltägliche Tätigkeiten
2.3. Analyse – Ressourcen
3. Handlungsansätze für die Soziale Arbeit
3.1. Einsatz gegen soziale Ungleichheiten
3.2. Vernetzung
4. Fazit
5. Literaturverzeichnis
6. Online-Quellen
7. Anlagen
7.1. Tabellen
7.1.1. Anteil 40 – 60 – jähriger Frauen in Deutschland
7.1.2. Haushalte in Deutschland ( bearbeiteter Auszug)
7.1.3. Die Arbeitszeitlücke
7.2. Lebenslagenkonzept
7.3. Interviews
7.3.1. Interview Frau G. (A.) v. 10.09.2014
7.3.2. Interview Frau N. v. 11.09.2014
Diese Arbeit untersucht die prekäre Lebenssituation von Frauen der sogenannten „Sandwich-Generation“, die sich gleichzeitig um nachfolgende Kinder und pflegebedürftige ältere Angehörige kümmern müssen. Ziel ist es, belastende Faktoren und Ressourcen dieser Lebensläufe zu analysieren, um daraus notwendige Handlungsansätze für die Soziale Arbeit zur Prävention und Unterstützung abzuleiten.
2.2.2. Materielle Situation und Erwerbstätigkeit
Frau G. ist momentan durch ihren jüngsten Sohn einerseits und die Demenzerkrankung ihrer Schwiegermutter andererseits eingebunden in einer typischen „Sandwich-Situation“, in der sie auch ihre eigenen Belange zurückstellen muss, was womöglich den Erfolg ihres späten Studiums gefährdet (s. 7.3.1., Z.249-255), und damit auch ihre Verdienstmöglichkeiten in den Jahren bis zum Erreichen der Rente.
Frau G. hat zwar eine Arbeit – eine halbe Stelle im pädagogischen Bereich – muss sich aber z. Zt. mit einer verhältnismäßig hohen Miete (700 €) belasten, die sie von ihrem Gehalt allein nicht bestreiten könnte. Weil ihr minderjähriger jüngster Sohn während der Schulzeit bei ihr lebt, muss sie eine Drei-Zimmer-Wohnung anmieten, um sich individuellen Freiraum zu erhalten. Dafür setzt sie ihre Trennungsunterhalts-Bezüge ein. Da zeigt sich allerdings, dass Frau G. in ihrem Selbstbild ihrem Lebensstandard vor der Trennung von ihrem Mann anhaftet, sie setzt die Priorität nicht auf ihre finanzielle Existenz, sondern ihre persönlichen Bedürfnisse. Es kann konstatiert werden, dass sich Frau G. nicht einem Einkommensprekariat zugehörig fühlt, auch wenn ihre eigenen Geldmittel nicht auf Dauer für ihren Lebensstil ausreichen werden. „In der Grundsicherung sehe ich mich eigentlich trotz allem nicht, die Hoffnung stirbt zuletzt…“ (ebd., Z. 223-225) Ihr ist angesichts ihrer jährlichen Rentenmitteilung klar, dass sie nach dem geltenden Unterhaltsrecht nach einer Scheidung eine Vollzeitstelle braucht, um ihre Rentenansprüche zu erhöhen und ggfs. auch Geld ansparen muss, um sich im höheren Alter zu finanzieren.
1. Einführung: Hinführung zur Thematik der Sandwich-Generation durch Darstellung des demografischen Wandels und des persönlichen Forschungsanlasses der Autorin.
2. Lebenslagen: Theoretische Einordnung des Lebenslagenkonzepts und detaillierte Analyse der Belastungen (Prekariat, materielle Situation, Netzwerke, Gesundheit) und Ressourcen der untersuchten Frauen.
3. Handlungsansätze für die Soziale Arbeit: Diskussion konkreter sozialpädagogischer Strategien wie empowerment-orientierte Beratung, Bildungsförderung und die Bedeutung von Vernetzung.
4. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Lebenslagenprofile sowie Ausblick auf politische Rahmenbedingungen und notwendige präventive Maßnahmen.
Sandwich-Generation, Lebenslagenkonzept, Prekariat, Soziale Arbeit, Altersarmut, Care-Arbeit, Erwerbstätigkeit, Frauenerwerbsquote, Empowerment, soziale Netzwerke, prekäre Lebenslagen, Generationenbeziehungen, Altersvorsorge, Pflegetätigkeit, Sozialpolitik.
Die Arbeit befasst sich mit der Lebenssituation von Frauen zwischen 40 und 60 Jahren, die durch die gleichzeitige Betreuung von Kindern und pflegebedürftigen Angehörigen in einer sogenannten „Sandwich-Situation“ stehen.
Im Fokus stehen prekäre Lebenslagen, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, materielle Armutsgefährdung sowie die gesundheitlichen und psychischen Belastungen durch diese Mehrfachbelastung.
Es soll exemplarisch aufgezeigt werden, wie soziale Aufgaben zu prekären Lebenslagen führen können, und welche Anknüpfungspunkte die Soziale Arbeit für Prävention und Unterstützung bietet.
Die Arbeit basiert auf einer Analyse von zwei problemzentrierten, biografieorientierten Interviews sowie der Auswertung von Statistiken und dem Lebenslagenkonzept nach Weisser.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Dimensionen der Lebenslagen – wie materielle Situation, Bildung, soziale Netzwerke, Gesundheit und Wohnsituation – sowie Handlungsansätze für die Praxis der Sozialen Arbeit.
Besonders prägend sind die Begriffe Sandwich-Generation, Prekariat, Empowerment, Care-Arbeit und Altersarmutsrisiko.
Während Frau G. durch ihr Studium versucht, ihre beruflichen Chancen trotz Prekarität zu verbessern, befindet sich Frau N. aufgrund von Pflegeverpflichtungen in einer Phase der beruflichen Neuorientierung nach einer Lebenskrise.
Durch den demografischen Wandel und die steigende Lebenserwartung sowie die hohe Erwerbsbeteiligung von Frauen nimmt die Wahrscheinlichkeit zu, dass Care-Arbeit für mehrere Generationen gleichzeitig geleistet werden muss.
Das Netzwerk fungiert als wichtige Ressource zur Bewältigung von Krisen; die Arbeit zeigt jedoch, dass bei den betroffenen Frauen oft eine Lücke zwischen dem Bedarf an Unterstützung und der tatsächlichen Inanspruchnahme von Hilfen besteht.
Es wird betont, dass die Soziale Arbeit niedrigschwellige Angebote schaffen muss, um Frauen frühzeitig zu erreichen, Ressourcen zu stärken und eine Abwärtsspirale in prekäre Lebenslagen zu verhindern.
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