Masterarbeit, 2015
65 Seiten, Note: 1,5
Einleitung
1. Die Reformpädagogik als Begründung für außerschulische Lernorte
2. Der außerschulische Lernort Museum
2.1 Definition und Aufgabe des Museums
2.2 Vorteile eines Museumsbesuchs für den Geschichtsunterricht
2.3 Aspekte aus der Lern- und Motivationsforschung
2.3 Gestaltung eines Museumsbesuchs
3. Bildungsstandards und Kompetenzen
3.1 Der Lehrplan von Nordrhein-Westfalen
4. Empirische Ergebnisse zum Museumsbesuch
4.1 Lehr-Lernforschung in der Geschichtsdidaktik
4.2 Allgemeine Unterrichtsforschung
4.3 Planung eines Museumsbesuches
5. Das Bremer Schulmuseum
5.1 Das Modul „Selbstständiges Erkunden“ für den Geschichtsunterricht
5.2 Kompetenzerweiterung durch den Museumsbesuch?
5.2.1 Sachkompetenz
5.2.2 Methoden- und Medienkompetenz
5.2.3 Urteilskompetenz
5.2.4 Fragenkompetenz
5.2.5 Handlungskompetenz
5.2.6 Orientierungskompetenz
5.2.7 Kulturelle Kompetenz und Museumskompetenz
5.2.8 Soziale Kompetenz
Resümee
Die Masterarbeit untersucht, inwieweit der außerschulische Lernort Museum zur Kompetenzerweiterung im Geschichtsunterricht beitragen kann und unter welchen methodischen Rahmenbedingungen dies effektiv gelingt. Dabei dient das Bremer Schulmuseum als exemplarische Fallstudie.
2.2 Vorteile eines Museumsbesuchs für den Geschichtsunterricht
Das Prägnanteste was wir mit den Museumsstücken verbinden können, sind Begriffe wie Authentizität und Original. Ein Exponat aus einem Museum ist authentisch, wenn es etwas „über bestimmte Vorgänge aus zeitlicher oder örtlicher Entfernung aussagt“ (Hense 1990: 13) und gerade diese Eigenschaft kann für eine Lernsituation sehr befruchtend sein. Es lässt nicht nur zum Recherchieren und Weiterfragen inspirieren, sondern regt ebenfalls zum direkten Vergleichen mit weiteren Ausstellungsstücken an (Resnick 1987: 15; Thoma 2009: 27f.). Dadurch werden Lernende dazu befähigt, im Vergleich zur Schule, die vorwiegend abstraktes und theoriebelastendes Lernen ermöglicht, aktiv zu werden und aktiv zu lernen.
Diese andere Art des Lernens verschafft ein höheres Maß an Dynamik sowie Anschaulichkeit und führt die Lernenden aus der Alltäglichkeit des Klassenzimmers heraus. Die Arbeit an einer originalen Quelle ist viel glaubwürdiger und praxisorientierter als die abgewandelten Versionen aus den Schulbüchern es jemals sein könnten oder der Unterricht herbeiführen vermag. Dementsprechend ist eine Verknüpfung eines sowohl systematischen als auch situativen Wissenszuwachses zu wünschen. Die Lernenden können das Gelernte in einer realitätsnahen Situation anwenden, was nicht nur im Museum, sondern ebenfalls in allen außerschulischen Lernorten als oberstes Attribut zu nennen ist.
Die Authentizität, Originalität sowie Einzigartigkeit erzeugen in einem Museum eine bestimmte Atmosphäre, die als Aura zu bezeichnen ist. Sie beruht auf der geschichtlichen Zeugenschaft der Gegenstände und ist nicht mit einem Sachwert an sich zu vergleichen. Sie resultiert vielmehr „aus dem Wissen um die Echtheit, ihrer Wertschätzung und der sich daran entzündeten Phantasie“ (Heese 2007: 21). Eine solche Aura kann in einer Schule nicht reproduziert werden, denn dazu fehlen den meisten Schulen die Kapazitäten. Durch den Besuch einer Schulklasse im Museum können die Schülerinnen und Schüler die auratische Kraft des Ortes erleben und nehmen sie bestenfalls durch ihre Seltenheit als etwas Besonderes wahr.
1. Die Reformpädagogik als Begründung für außerschulische Lernorte: Das Kapitel beleuchtet die historische Kritik an der „lebensfernen Belehrungsschule“ und leitet daraus die Forderung nach authentischen Erfahrungsräumen außerhalb des Klassenzimmers ab.
2. Der außerschulische Lernort Museum: Es werden allgemeine Definitionen, die Bedeutung von Authentizität und Aura sowie lernpsychologische Aspekte für den Einsatz von Museen im Geschichtsunterricht erörtert.
3. Bildungsstandards und Kompetenzen: Dieses Kapitel verknüpft die aktuellen Anforderungen der Kernlehrpläne mit der zentralen Zielsetzung, historisches Denken und fachspezifische Teilkompetenzen zu fördern.
4. Empirische Ergebnisse zum Museumsbesuch: Basierend auf Lehr-Lernforschung und allgemeiner Unterrichtsforschung werden Kriterien für eine gelungene Planung, Durchführung und Nachbereitung eines Museumsbesuchs identifiziert.
5. Das Bremer Schulmuseum: Die Arbeit analysiert das spezifische Modul „Selbstständiges Erkunden“ zur NS-Zeit und bewertet, wie die verschiedenen Kompetenzbereiche in der Praxis gefördert werden können.
Geschichtsunterricht, Außerschulische Lernorte, Museum, Kompetenzerweiterung, Reformpädagogik, Historisches Denken, Nationalsozialismus, Bremer Schulmuseum, Authentizität, Methodenkompetenz, Lernmotivation, Bildungsstandards, Selbstständiges Erkunden, Geschichtsdidaktik, Quellenarbeit.
Die Arbeit untersucht das Potenzial von Museen als außerschulische Lernorte zur Förderung von historischer Kompetenz bei Schülern und erarbeitet Bedingungen für eine erfolgreiche Integration in den Geschichtsunterricht.
Die zentralen Felder sind die Reformpädagogik, die theoretische Didaktik des Museumsbesuchs, die Vorgaben der Kernlehrpläne sowie die praktische Analyse eines Moduls im Bremer Schulmuseum.
Das Ziel ist zu prüfen, ob der Museumsbesuch zur Kompetenzerweiterung im Fach Geschichte beitragen kann und wie eine Lehrkraft den Besuch methodisch gestalten muss, damit er über einen reinen Ausflug hinaus einen echten Lerneffekt erzielt.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse didaktischer Theorien sowie einer qualitativen Analyse und Praxisüberprüfung eines spezifischen Museumsmoduls.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, empirische Erkenntnisse zur Planung von Exkursionen und eine detaillierte Fallstudie zum Modul „Selbstständiges Erkunden“ im Bremer Schulmuseum.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Authentizität, historische Imagination, Kompetenzorientierung, Eigenständigkeit der Lernenden und die Notwendigkeit einer Vor- und Nachbereitung definiert.
Die Aura wird als ein wesentlicher, motivierender Faktor beschrieben, der durch die Begegnung mit authentischen Originalobjekten entsteht und eine tiefere historische Empathie ermöglicht, die in der Schule oft schwer erreichbar ist.
Die Autorin betont, dass der Museumsbesuch keinesfalls isoliert stattfinden sollte; erst durch eine gezielte Einbettung in den Unterricht und eine reflektierte Nachbereitung kann das Potenzial für nachhaltige Kompetenzbildung ausgeschöpft werden.
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