Bachelorarbeit, 2014
95 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Relevanz des Themas
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Aufbau
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Einordnung
2.2 Definition Musik
2.3 Definition Werbung
2.4 Modelle der Werbewirkung
2.5 Musikwissenschaftlicher Bezug
3. Musik in der Werbung
3.1 Funktionen der Musik in der Werbung
3.2 Einsatzformen der Musik in der Werbung
3.3 Musikalische Parameter und Stile
3.4 Darstellung von Musik in der Werbung in Enzyklopädien und Handbüchern
3.5 Musik am Point of Sale
3.6 Praxisbezug
3.7 Zusammenfassung
4. Analyse der Wirkung von Musik in der Werbung
4.1 Wirkungsstudien
4.1.1 Die aktivierende Wirkung
4.1.2 Die affektive Wirkung
4.1.3 Die konditionierende Wirkung
4.1.4 Die kognitive Wirkung
4.2 Zusammenfassung
5. Versuch
5.1 Design
5.2 Teilnehmer
5.3 Stimuli
5.4 Prozedur
5.5 Analyse
5.6 Schlussfolgerungen
6. Schlussbetrachtung
6.1 Zusammenfassung
6.2 Fazit
Die Arbeit untersucht kritisch die musikbasierte Werbewirkungsforschung, deckt wissenschaftliche Defizite auf und hinterfragt die oft pauschale Annahme, dass Musik in der Werbung grundsätzlich die Werbewirkung positiv beeinflusst, während sie gleichzeitig eine eigene empirische Untersuchung zur Verknüpfung von landestypischer Musik und Produkten durchführt.
3.3 Musikalische Parameter und Stile
Die auftretenden Probleme bei der Bestimmung des Musikbegriffs in Kapitel 2 führen sich in der Bestimmung der musikalischen Parameter und Stile weiter fort. In der Werbeforschung wird nach Effekten gesucht, die bezogen auf die Musik anhand einzelner Parameter festgemacht werden sollen. Ähnlich wie die Unterscheidung Dur=fröhlich, Moll=traurig sollen so bestimmte Parameter oder das Zusammenspiel dieser Bausteine der Musik, eine bestimmte emotionale Stimmung evozieren. Ein Beispiel ist die deutsche Übersetzung einer Tabelle von Bruner (vgl. Vinh, 1994, S. 66). Danach baue sich ein emotionaler Ausdruck, beispielsweise „fröhlich“, wie folgt auf: „Tonart=Dur, Tempo=schnell, Tonlage=hoch, Rhythmus=fliessend, Harmonien=konstant, Lautstärke=mittel“ (vgl. Tabelle bei Vinh, 1994, S. 66).
Diese Art der Komplexitätsreduktion findet sich in der Literatur und in der Praxis häufig wieder, auch bei der Zuordnung der Musikstile oder der Instrumentierung (vgl. Bertoni/Geiling, 1997, nach Zander & Kapp, 2007, S. 101; Rösing, 1985, nach Tauchnitz, 1990, S. 13). Die musikalischen Parameter werden wie Bausteine der Musik behandelt, um so die Wirkungen berechenbarer zu machen. Dass Musik dabei immer noch kontextabhängig ist, die Rezeptionssituation Einfluss nimmt, genauso wie musikalische Vorerfahrungen der Rezipienten und, im Bereich der Werbemusik der Bezug zur visuellen und verbalen Ebene berücksichtigt werden muss, wird dabei weitgehend ignoriert. Welche Parameter in den Fokus rücken und genauer zu betrachten sind, hängt auch von der jeweiligen Stilrichtung ab. Bei klassischer Musik sind andere Parameter im Vordergrund als bei populärer Musik, wo vor allem der Klang und die Klangfarbe beachtet werden müssen.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Omnipräsenz von Musik im Alltag und ihre funktionale Rolle in der Werbung, wobei bereits auf das Fehlen fundierter Nachweise für ihre Werbewirkung hingewiesen wird.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe Musik und Werbung, stellt relevante Werbewirkungsmodelle vor und diskutiert das wissenschaftliche Defizit in der musikpsychologischen Werbeforschung.
3. Musik in der Werbung: Hier werden die Funktionen, Einsatzformen, musikalischen Parameter und die Rolle der Musik am Point of Sale untersucht sowie die Diskrepanz zwischen wissenschaftlicher Theorie und der Praxis der Werbetreibenden thematisiert.
4. Analyse der Wirkung von Musik in der Werbung: Das Kapitel kritisiert die heterogenen Ergebnisse bisheriger Wirkungsstudien und differenziert zwischen aktivierenden, affektiven, konditionierenden und kognitiven Wirkungen von Musik.
5. Versuch: Dieser Abschnitt beschreibt den empirischen Versuchsaufbau, die Teilnehmer, die Stimuli sowie die Analyse der Daten, welche die Hypothese einer Verbindung zwischen landestypischer Musik und Produkten stützt.
6. Schlussbetrachtung: Die Arbeit resümiert, dass Musik nur kontextabhängig betrachtet werden kann und plädiert für einen bewussteren Umgang mit der Komplexität von Musik in der Werbung anstatt einer starren Kategorisierung.
Musik in der Werbung, Werbewirkungsforschung, Musikpsychologie, funktionale Musik, Werbewirkungsmodelle, kognitive Wirkung, affektive Wirkung, Konditionierung, Produkt-Fit-Theorie, empirische Untersuchung, Stereotype, Klangfarbe, Mediennutzung, Rezeptionssituation, Werbespots.
Die Arbeit befasst sich mit einer kritischen Recherche zur musikbasierten Werbewirkungsforschung, indem sie den theoretischen Forschungsstand analysiert und diesen mit der Praxis sowie einer eigenen empirischen Untersuchung vergleicht.
Zentrale Themen sind die Definitionsversuche von Musik und Werbung, die psychologische Wirkung von Musik auf Konsumenten, unterschiedliche Wirkungsmodelle sowie die methodischen Herausforderungen bei der Messung von Werbeerfolg durch Musik.
Das Ziel ist es, die häufig vereinfachte Darstellung der Werbewirkung von Musik zu hinterfragen, die Komplexität und Kontextabhängigkeit der Musik zu betonen und aufzuzeigen, wie Musik gezielt zur Aktivierung oder Assoziationsbildung genutzt werden kann.
Die Arbeit kombiniert eine fundierte Literaturrecherche (theoretischer Teil) mit einer eigenen empirischen Untersuchung (Versuch), in der Probanden Musikstücke bestimmten Produkten und Ländern zugeordnet haben.
Im Hauptteil werden Funktionen und Einsatzformen von Musik, musikalische Parameter, Studien zur kognitiven, affektiven und konditionierenden Wirkung sowie die Diskrepanz zwischen Theorie und werbepraktischer Umsetzung detailliert analysiert.
Wichtige Begriffe sind Musik in der Werbung, Werbewirkungsmodelle, Musikpsychologie, Kontextabhängigkeit, empirische Untersuchung, Stereotype und der Produkt-Fit.
Der Autor argumentiert, dass eine starre Kategorisierung der Musik nach Stilen oder Parametern die Komplexität und den spezifischen soziokulturellen Kontext der Musik ignoriert und somit für die tatsächliche Werbewirkung wenig aussagekräftig ist.
Der Versuch konnte bestätigen, dass landestypische Musik (hier Frankreich und Italien) von Probanden erkannt und signifikant besser mit landeseigenen Produkten assoziiert wird als mit fremden Produkten.
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