Diplomarbeit, 2000
147 Seiten, Note: 1
1. EINLEITUNG
2. THEORETISCHER RAHMEN
2.1 Systemtheorie
2.1.1 Der Systembegriff
2.1.2 Zentrale Funktionsprinzipien von Systemen
2.2 Ansätze zum „Systemischen Denken“
2.2.1 Systemisches Denken nach Ossimitz
2.2.2 Ökologisches Denken nach Lecher
2.2.3 Ansätze zur Erfassung von systemischem Denken
2.3 Die Bedeutung graphischer Repräsentationen für systemisches Denken
2.3.1 Das Repräsentationsmedium Wirkungsdiagramm
2.3.2 Die didaktische Anwendung
2.4 Komplexes Problemlösen und systemgerechtes Handeln
2.4.1 Der Ansatz nach Dörner
2.4.2 Leistungsmaße in computersimulierten Systemen
2.4.3 Domänenspezifisches Vorwissen
2.4.4 Intelligenz
2.5 Studien zur Trainierbarkeit systemischen Denkens und Handelns
2.5.1 Trainierbarkeit komplexen Problemlösens
2.5.2 Trainierbarkeit systemischen Denkens
2.6 Fragestellung und Annahmen
3. METHODISCHES VORGEHEN
3.1 Die experimentelle Manipulation
3.1.1 Theoretische Fundierung des Unterrichts
3.1.2 Beschreibung des Unterrichts
3.2 Operationalisierung der abhängigen Variablen
3.2.1 Beschreibung der Simulation
3.2.2 Die Leistungsmaße
3.3 Prüfung der Manipulation
3.4 Operationalisierung der Kontrollvariablen
3.4.1 Domänenspezifisches Vorwissen
3.4.2 Intelligenz
3.4.3 Erfahrungen mit Computerspielen
3.5 Die Hypothese
3.6 Design
3.7 Datenerhebung
3.7.1 Stichprobe
3.7.2 Rahmenbedingungen
3.7.3 Versuchsablauf
4. ERGEBNISSE
4.1 Deskriptive Statistik
4.1.1 Beschreibung der Stichprobe
4.1.2 Die abhängigen Variablen
4.1.3 Prüfung der Manipulation
4.1.4 Kontrollvariablen
4.2 Multivariater Test der Hypothese
4.3 Hypothesengenerierende Analysen
4.3.1 Gruppenspezifische Analyse der Kontrollvariablen
4.3.2 Einfluss der Vorerfahrung mit Wirkungsdiagrammen
4.3.3 Analyse des Explorationsverhaltens
4.3.4 Analyse der Extremgruppen
5. DISKUSSION
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob ein Kurztraining, das systemtheoretische Prinzipien und Systemanalyse (mit oder ohne Wirkungsdiagramme) vermittelt, die Fähigkeit von Jugendlichen (ca. 15 Jahre) zum Umgang mit komplexen, dynamischen Systemen verbessern kann. Das primäre Ziel ist die Förderung systemgerechten Handelns durch eine explizite Trainingskonzeption.
Die Struktur eines Systems
Ein System besteht aus Systemelementen. Die Elemente sind durch Wirkungsbeziehungen in einer für das gegebene System charakteristischen Systemstruktur miteinander verknüpft. Die Beziehungen müssen dem Außenstehenden nicht transparent sein und müssen u. U. erschlossen werden.
Vernetztheit von Variablen: Variablen stehen in komplexen Ursache-Wirkungsgefügen mit wechselseitiger Beeinflussung, d. h. die Veränderung einer einzigen Variablen verändert zugleich den Zustand anderer Variablen, deren Zustandsänderung wiederum Einfluss auf die Ursachenvariable hat. Es besteht die Möglichkeit indirekter, über andere Variablen vermittelter Wirkungen. Variablen können über Kreislaufverknüpfung verbunden sowie in Rückkopplungskreise (positive/ negative Rückkopplung) eingebunden sein.
Die räumliche Einbettung von Systemen: Die Grenzen von Systemen sind offen. Systeme stehen so mit anderen Systemen im Austausch. Systeme sind oftmals Teilsysteme eines hierarchisch übergeordneten Systems. Es besteht die Möglichkeit von Fernfolgen, also Auswirkungen auf benachbarte Systeme.
Die systemische Bedeutung von Zeit: Systeme bzw. Systemzustände entwickeln sich eigendynamisch weiter. Um Entwicklungsverläufe abschätzen zu können, muss bei der Betrachtung von Systemen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, oder in anderen Worten die Systemgeschichte berücksichtigt werden. Wirkungen von Eingriffen können erst langfristig deutlich werden. Es kann also zu Spätfolgen oder auch zu kumulierten Folgen kommen. Systeme zeichnen sich durch charakteristische systemische Zeitgestalten aus (verzögerte Wirkungen, verschiedene Wachstumstypen [linear, exponentiell, logistisch]). In Systemen können mehrere Vorgänge gleichzeitig ablaufen.
1. EINLEITUNG: Einführung in das Problemfeld des komplexen Problemlösens und Vorstellung der Zielsetzung der Arbeit, ein Kurztraining für Jugendliche zu entwickeln.
2. THEORETISCHER RAHMEN: Fundierte theoretische Herleitung systemtheoretischer Ansätze, des systemischen Denkens und der Bedeutung graphischer Repräsentationen für das Handeln in komplexen Systemen.
3. METHODISCHES VORGEHEN: Detaillierte Beschreibung des experimentellen Designs, des Trainingsaufbaus nach dem "Cognitive Apprenticeship"-Ansatz und der eingesetzten Computersimulation "Hunger in Nordafrika".
4. ERGEBNISSE: Darstellung der deskriptiven und multivariaten statistischen Analysen zur Überprüfung der Wirksamkeit des Trainings auf die Leistungsmaße der Simulation.
5. DISKUSSION: Kritische Interpretation der Studienergebnisse, Diskussion potenzieller Gründe für das Ausbleiben signifikanter Trainingseffekte und Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten.
Systemisches Denken, komplexes Problemlösen, Wirkungsdiagramme, Systemtheorie, Trainingsstudie, Computersimulation, Hunger in Nordafrika, kognitive Fähigkeiten, Wissenserwerb, systemgerechtes Handeln, Modellbildung, Schulpädagogik, kognitive Komplexität, Rückkopplung, systemische Analyse.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob man Jugendlichen durch ein gezieltes Kurztraining besser befähigen kann, komplexe, vernetzte Probleme zu verstehen und darin angemessen zu handeln.
Im Zentrum stehen die Systemtheorie, verschiedene Ansätze zum systemischen Denken (u.a. nach Ossimitz und Lecher) sowie die praktische Anwendung von Wirkungsdiagrammen zur Visualisierung komplexer Zusammenhänge.
Ziel ist es, zu prüfen, ob die Vermittlung von Systemprinzipien und die Anwendung von grafischen Modellen (Wirkungsdiagrammen) einen positiven Effekt auf die Bewältigung komplexer Handlungsaufgaben in einer Computersimulation hat.
Es handelt sich um eine experimentelle Trainingsstudie, bei der drei Gruppen (Wirkungsdiagrammgruppe, Freie-Darstellungsgruppe, Vergleichsgruppe) verglichen wurden, um Effekte einer spezifischen Intervention zu isolieren.
Der Hauptteil setzt sich aus einer theoretischen Aufarbeitung des systemischen Denkens, der detaillierten methodischen Planung des Trainings (inkl. "Cognitive Apprenticeship") und der anschließenden Ergebnisdarstellung inklusive statistischer Analysen zusammen.
Die zentralen Begriffe sind systemisches Denken, komplexes Problemlösen, Wirkungsdiagramme, Trainingsstudie, Systemprinzipien und Wissenserwerb.
Die Simulation ist für die Altersgruppe der Neuntklässler geeignet und bildet komplexe, dynamische Systeme ab, die eine Vernetztheit, Intransparenz und Eigendynamik aufweisen, was sie ideal für die Messung von systemgerechtem Handeln macht.
Nein, in dieser Untersuchung ließen sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den Trainingsgruppen und der Vergleichsgruppe nachweisen, was auf Herausforderungen bei der Operationalisierung oder der Trainingsdauer hindeutet.
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