Examensarbeit, 2004
74 Seiten, Note: Sehr gut
1. Einleitender Kommentar
2. Die Wahl des Untersuchungssubjekts
2.1 Fatima Özdemirs sozialer Hintergrund
2.2 Familiärer Hintergrund
2.3 Lernbiografie/ schulische Vorgeschichte
2.4 Mögliche Ursachen des Schulversagens
3. Spieltheorien
4. Die Konzeption des Spielmobils Augustin
4.1 Spielmobile im Allgemeinen
4.2 Geschichte des Hanauer Spielmobils
4.3 Die Mitarbeiter
4.4 Grundlegende Überlegungen zur Standortwahl
4.5 Bedingungen für die Teilnahme am Angebot des Spielmobils
4.6 Das Materialkontingent
4.7 Freiwilligkeit und Verantwortung
4.8 Der Zeitplan eines Spielmobilnachmittags
5. Fallrekonstruktion – Derya Özdemir beim Spielmobil Augustin
5.1 Voraussetzungen der Beobachtungen
5.2 Der Standort „Anne-Frank-Schule“
5.3 Die Aufgaben der Pfandkinder
5.4 Deryas Beteiligung am Angebot des Spielmobils
5.5 Die Spielphase
5.6 Das Bastelangebot
5.7 Interaktion mit den Mitarbeitern
5.8 Abbau und Aufräumphase
5.9 Das Abschlussspiel
6. Fallrekonstruktion – Fatima Özdemir im Lernumfeld Schule
6.1 Grundlagen der Fallrekonstruktion
6.2 Klassenanalyse
6.3 Beobachtungen der Stundenanfänge
6.4 Beobachtungen der Biologiestunde bei Frau Amhaus
6.5 Beobachtungen der Deutschstunde bei Frau Schäfer
6.6 Beobachtungen der Englischstunde bei Frau Ivanda
6.7 Resümee der beobachteten Stunden
7. Abschließende Überlegungen zum Zusammenhang zwischen außerschulischem Spiel und Lernen in der Schule
Diese wissenschaftliche Hausarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen außerschulischen Spielerfahrungen und dem Lernerfolg in der Schule. Anhand einer Fallrekonstruktion der Schülerin Fatima Özdemir wird aufgezeigt, wie freizeitpädagogische Angebote soziale und kognitive Fähigkeiten fördern können, die sich positiv auf die Lernbereitschaft auswirken.
Die Konzeption des Spielmobils Augustin
Wie im vorhergehenden Kapitel deutlich geworden ist, ist es schwierig „das Spiel“ als solches zu definieren. Dies liegt zum einen, wie bereits aufgezeigt, an seinen verschiedensten Ausprägungen. So unterschiedliche diese sind, so unterschiedlich sind in der heutigen Gesellschaft auch die Angebote für Kinder und Jugendliche, sich spielend zu beschäftigen. Zahlreiche Einrichtungen wie Kindertagesstätten und Jugendgruppen bieten Spielmöglichkeiten in den unterschiedlichsten Formen an. Als ein Beispiel außerschulischer Spielmöglichkeiten soll hier nun das Spielmobil Augustin der Stadt Hanau anhand seiner Konzeption vorgestellt werden.
Da es deutschlandweit etwa 350 Spielmobile gibt, ist selbstverständlich, dass die folgende Konzeption nicht auf alle zutrifft. Sie ist in Zusammenarbeit der Mitarbeiter des Hanauer Spielmobils mit den leitenden Angestellten der Abteilung Jugendarbeit der Stadt Hanau entstanden.
Im Folgenden wird kurz dargestellt, welche Unterschiede es allein zwischen den deutschen Spielmobilen gibt. Spielmobile anderer Länder werden nicht aufgeführt.
Die fahrenden Spielstätten unterscheiden sich bereits äußerlich. Während das Hanauer Spielmobil ein alter, umgebauter Stadtbus ist, so gibt es in anderen Städten beispielsweise Lieferwagen, die durch Fundraising von Kurierdienstunternehmen wie UPS oder anderen übernommen werden konnten, aber auch LKWs oder Bauwagen.
1. Einleitender Kommentar: Einführung in die Thematik der Verbindung von Freizeit-Spielerfahrungen und deren Einfluss auf den schulischen Erfolg.
2. Die Wahl des Untersuchungsubjekts: Darstellung des sozialen Umfelds und der Lernbiografie von Fatima Özdemir sowie Erörterung von Ursachen für ihr Schulversagen.
3. Spieltheorien: Wissenschaftliche Annäherung an den Spielbegriff und Definition zentraler Merkmale von Spiel.
4. Die Konzeption des Spielmobils Augustin: Erläuterung der organisatorischen und pädagogischen Rahmenbedingungen des Hanauer Spielmobils.
5. Fallrekonstruktion – Derya Özdemir beim Spielmobil Augustin: Dokumentation von Verhaltensbeobachtungen beim Besuch des Spielmobils.
6. Fallrekonstruktion – Fatima Özdemir im Lernumfeld Schule: Analyse des Verhaltens von Fatima in verschiedenen Schulfächern und Lehrerinteraktionen.
7. Abschließende Überlegungen zum Zusammenhang zwischen außerschulischem Spiel und Lernen in der Schule: Synthese der Beobachtungen zur Ableitung von praktischen pädagogischen Handlungsempfehlungen.
Spielmobil, Spieltheorie, Fallrekonstruktion, Schulversagen, außerschulisches Lernen, Sozialisation, Pädagogik, Lernmotivation, Freizeitpädagogik, Hanau, Lernbiografie, handlungsorientierter Unterricht.
Die Arbeit untersucht, inwiefern außerschulische Spielerfahrungen, wie sie Kinder beim Besuch eines Spielmobils machen, die Lernmotivation und die schulische Leistungsfähigkeit beeinflussen können.
Die zentralen Themen umfassen Spieltheorien, die Konzeption pädagogischer Spielangebote, soziale Einflussfaktoren auf Bildungskarrieren und Methoden handlungsorientierten Lernens.
Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen den beim Spielen erworbenen Fähigkeiten (wie Regelverständnis oder Konzentration) und deren Übertragbarkeit auf schulische Lernsituationen anhand einer Fallstudie zu verdeutlichen.
Es wird ein qualitativer Ansatz gewählt, bestehend aus verdeckten Beobachtungen in der Freizeit sowie im schulischen Kontext und ergänzenden Lehrerinterviews zur Fallrekonstruktion.
Der Hauptteil analysiert die Konzeption des Spielmobils Augustin und vergleicht das beobachtete Verhalten des Kindes Fatima Özdemir im spielerischen Freizeitkontext mit ihrem Verhalten in verschiedenen Unterrichtssituationen.
Wichtige Begriffe sind Spielmobil, Fallrekonstruktion, Schulversagen, Lernmotivation, handlungsorientierter Unterricht und Sozialisationsbedingungen.
Die Beobachtungen zeigen, dass das Vertrauensverhältnis zur Lehrkraft sowie die Unterrichtsmethodik – insbesondere handlungsorientierte Elemente im Deutschunterricht – einen maßgeblichen Einfluss auf ihre Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit haben.
Das Pfandkind-Prinzip dient dazu, Kindern Verantwortung zu übertragen, das Einhalten von Regeln zu vermitteln und die Selbstorganisation der Kinder innerhalb des Spielangebots zu fördern.
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