Magisterarbeit, 1998
125 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1. Gegenstand der Arbeit
1.2. Vorgehensweise
1.3. Der Stand der Forschung
2. Konservatismus und (Neue) Rechte in Deutschland
2.1. Kurze Ideengeschichte des Konservatismus
2.2. Die Neue Rechte
2.2.1. Die Strategie der Neuen Rechten
3. Ökologie - zwischen Wissenschaft und Bewegung
3.1. Kurze Wissenschaftsgeschichte der Ökologie
3.2. Die Ökologiebewegung und ihre ideengeschichtlichen Vorgänger
3.2.1. Von der Romantik zur Naturschutzbewegung
3.2.2. Die ökologische Protestbewegung
3.2.3. Von der Bewegung zur Partei
3.3. Von der Teildisziplin zur Weltanschauung
4. Zentrale Denkfiguren der rechten Ökologie
4.1. Im Vaterland
4.1.1. Ablehnung des Gleichheitsprinzips
4.1.2. Dekadenz und Verweichlichung in der Moderne
4.2. Im Mutterland
4.2.1. Naturalisierung von Volk und Gesellschaft
4.2.2. Technik- und Fortschrittskritik als Zivilisationskritik
4.2.3. Die Lösung: Bioregionalismus
4.3. Im Vater- und Mutterland
5. Die Debatte um die Überbevölkerung
5.1. Die ‘Überbevölkerung’ - Entwicklung eines schillernden Begriffs
5.2. Der (Über-)Bevölkerungsdiskurs von rechts
5.2.1. Die Überbevölkerung von Deutschland
5.2.1.1. Ökologie als vormoderner ‘Völkerschutz’
5.2.1.2. Ökologie als ökonomischer ‘Heimatschutz’
5.2.2. Die globale Überbevölkerung
5.2.2.1 Der demographische Nord-Süd-Konflikt
5.2.2.2. ‘Volkstod’ und ‘Lebensschutz’ - der Kampf um Lebensraum
5.2.3. Die Lösung: Ethnopluralismus
6. Schluss
Die Arbeit untersucht die Konzepte einer sogenannten "rechten Ökologie" und analysiert deren Ideengeschichte sowie strategische Einbettung in den gesellschaftlichen Diskurs. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie rechtskonservative Denkmuster – exemplarisch dargestellt an der Debatte über die "Überbevölkerung" – gezielt ökologische Krisenphänomene nutzen, um metapolitisch hegemoniale Deutungsmacht zu erlangen.
Die Strategie der Neuen Rechten
Das rechte Lager in der BRD war in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg traditionell vor allem darum bemüht, die Verbrechen der faschistischen Diktatur zu relativieren oder zu leugnen und die „guten Seiten“ der nationalsozialistischen Herrschaft hervorzuheben. ‘Alt’, das heißt sich am Vorbild der NSDAP orientierend, war hierbei nicht nur der Inhalt, sondern auch die Form, in der man sich organisierte, argumentierte, die Hervorhebung der Feindbilder etc.
Für eine sich zunehmend liberal und demokratisch gebende Öffentlichkeit war die NS-Diktatur sehr schnell ein Relikt der Vergangenheit, der Blick galt der Zukunft, die größeren Wohlstand und soziale Sicherheit in Abwesenheit von totalitären Zwängen verhieß. Dies traf v.a. auf Westdeutschland zu, wobei auch die Präsenz der Alliierten, insbesondere der US-Amerikaner bei großen Teilen der Bevölkerung für eine Umorientierung sorgte. Bei den Rechten gilt dies bis heute als Beleg für die verschwörungstheoretisch unterfütterte „Umerziehung“ bzw. „Gehirnwäsche“ des deutschen Volkes; den Alliierten wird unterstellt, alles Positive der deutschen Geschichte, insbesondere der NS-Zeit, zu unterdrücken und einseitig und übertrieben die deutsche Kriegsschuld und die Verbrechen der Faschisten anzuprangern. Gleichzeitig wird mit dieser Begründung die eigene Bedeutungslosigkeit begründet, da die Medien und Parlamente fest in der Hand der „Umerzieher“ seien und die „Wahrheit“ über das Dritte Reich unterdrückten.
Die organisierte Alte Rechte blieb, von einigen spektakulären Wahlerfolgen der NPD Ende der 60er Jahre abgesehen, politisch relativ erfolglos, ihr öffentlicher Einfluss war spätestens seit Beginn der 70er Jahre gering. Diese Erfolgs- und Ziellosigkeit war es letztlich auch, die für einen Strategiewechsel und die Neuetikettierung als „Neue“ Rechte sorgte: „Die alte Rechte ist tot. Sie hat es wohl verdient. Sie ist daran zugrunde gegangen, dass sie von ihrem Erbe gelebt hat, von ihren Privilegien und ihren Erinnerungen. Sie ist daran zugrunde gegangen, dass sie weder Wille noch Ziel hatte.“
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, definiert den Untersuchungsgegenstand der "rechten Ökologie" und skizziert die Vorgehensweise sowie den Stand der Forschung.
2. Konservatismus und (Neue) Rechte in Deutschland: Hier werden die ideengeschichtlichen Grundlagen des Konservatismus und die spezifische Strategie der "Neuen Rechten" im Kontext der Bundesrepublik analysiert.
3. Ökologie - zwischen Wissenschaft und Bewegung: Das Kapitel beleuchtet die Wissenschaftsgeschichte der Ökologie und zeigt die Transformation von einer biologischen Teildisziplin hin zu einer politisch instrumentalisierten "Leitwissenschaft" auf.
4. Zentrale Denkfiguren der rechten Ökologie: Dieses Kapitel arbeitet die spezifischen ideologischen Denkmuster (z.B. "Vaterland", "Mutterland", Technik- und Fortschrittskritik) heraus, die den Kern rechtsökologischer Argumentation bilden.
5. Die Debatte um die Überbevölkerung: Anhand des Überbevölkerungsdiskurses wird exemplarisch aufgezeigt, wie die zuvor beschriebenen rechtsökologischen Bausteine in die öffentliche Debatte einfließen.
6. Schluss: Der abschließende Teil fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert über die Schwierigkeiten und Grenzen der interdisziplinären Forschung zu diesem politisch sensiblen Thema.
Rechte Ökologie, Neue Rechte, Konservatismus, Überbevölkerung, Metapolitik, Kulturelle Hegemonie, Völkisches Denken, Naturschutz, Bioregionalismus, Ethnopluralismus, Zivilisationskritik, Gesellschaftsmodell, Ideologiekritik, Deutschland, Identitätspolitik.
Die Arbeit analysiert, wie rechtskonservative und neurechte Strömungen in Deutschland ökologische Themen und Krisendiskurse (insbesondere die Debatte um Überbevölkerung) instrumentalisieren, um ihre eigenen ideologischen Ziele voranzutreiben.
Die Schwerpunkte liegen auf der Ideengeschichte des Konservatismus, der Strategie der Neuen Rechten ("Metapolitik"), der Kritik am Fortschrittsbegriff der Moderne sowie der Verknüpfung von Nationalismus mit ökologischen Fragestellungen.
Es soll untersucht werden, ob und wie rechtsextreme bzw. rechtskonservative Denkfiguren in der ökologischen Debatte hegemonial wirken und ob diese Diskurse anfällig für eine "Unterwanderung" von rechts sind.
Der Autor wählt einen interdisziplinären Ansatz, der ideengeschichtliche Analysen mit der kritischen Lektüre soziologischer, politikwissenschaftlicher und rechtskonservativer Primärtexte kombiniert.
Der Hauptteil analysiert die Entstehung der ökologischen Bewegung aus konservativer Sicht, die zentralen rechtsökologischen "Denkfiguren" (wie die Dichotomie von Vaterland vs. Mutterland) sowie deren praktische Anwendung in der konkreten Diskussion um globale und nationale Überbevölkerung.
Zu den zentralen Begriffen zählen "rechte Ökologie", "Metapolitik", "Überbevölkerung", "Kulturelle Hegemonie" sowie das Konzept des "Bioregionalismus".
Der Autor unterscheidet damit zwei rechtsökologische Strömungen: Während das "Vaterländische" stark autoritär, machtorientiert und auf den starken Nationalstaat fokussiert ist, betont das "Mutterländische" völkische Harmonie, eine pantheistische Naturverbundenheit und eine rückwärtsgewandte Agrar-Idylle.
Metapolitik beschreibt die Strategie der Neuen Rechten, nicht primär durch Wahlkämpfe, sondern durch die langfristige Umbesetzung von Begriffen und kulturellen Diskursen ("Kampf um die Köpfe") eine politische Vorherrschaft auf vorpolitischer Ebene anzustreben.
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