Examensarbeit, 2002
100 Seiten, Note: 1,7
Einleitung
I. Wallfahrten als Ausdruck der Volksfrömmigkeit
1. Der Begriff Wallfahrt
2. Ursprung und Sinn einer Wallfahrt
3. Wallfahrten in anderen Religionen
3.1. Wallfahrten im Judentum
3.2. Wallfahrten im Islam
3.3. Wallfahrten im Buddhismus
3.4. Wallfahrten im Hinduismus
4. Wallfahrten im Christentum
4.1. Geschichte der christlichen Wallfahrt
4.2. Unterschiedliche Wallfahrtsstätten
II. Walldürn und die Wallfahrt der Eichsfelder
1. Ursprung der Walldürn – Wallfahrt
1.1. Das Blutwunder von Walldürn
1.2. Schriftliche Quellen über das Blutwunder
1.3. Das Wunderkorporale und der Blutaltar
2. Entwicklung Walldürns zu einem berühmten Wallfahrtsort
2.1. Wallfahrtsbeginn
2.2. Erneuerung der Wallfahrt und deren weitere Ausbreitung
3. Walldürn und die Eichsfelder
3.1. Geschichtlicher Rückblick auf die Zeit des 30-jährigen Krieges
3.2. Entstehung der Walldürn – Wallfahrt auf dem Eichsfeld
3.3. Die Entwicklung der Eichsfelder – Walldürn – Wallfahrt von den Anfängen bis zur „Wende“ 1989
3.4. Die Eichsfelder – Walldürn – Wallfahrt nach der „Wende“ 1989
III. Oral History – die empirische Dimension der Wallfahrt
Schluss
Das Hauptziel dieser wissenschaftlichen Hausarbeit ist die Untersuchung der traditionellen Fußwallfahrt der Eichsfelder zum Gnadenort Walldürn, eingebettet in eine allgemeine Analyse von Wallfahrten als Ausdruck religiöser Volksfrömmigkeit. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich dabei mit den Beweggründen, warum Menschen – speziell die Eichsfelder – über Jahrhunderte hinweg diesen beschwerlichen, hunderte Kilometer langen Fußmarsch auf sich nehmen und wie sich diese Tradition durch Kriege, Verbote und den gesellschaftlichen Wandel bis in die heutige Zeit erhalten konnte.
3.1. Geschichtlicher Rückblick auf die Zeit des 30-jährigen Krieges
Wenn man hört, dass die Menschen vor über 300 Jahre einen 550 km langen Fußmarsch in das weit entfernte Walldürn auf sich genommen haben, fragt man nach den Ursachen, aber auch nach den Gründen, die das Volk zu dieser weitreichende Entscheidung führte. Es müssen erhebliche Gründe gewesen sein, die das Volk dazu veranlassten. Um jedoch diese Entscheidung genauer zu verstehen, ist es nötig, die Umstände und das Leben der Gläubigen vor dem Gelübde zu untersuchen.
Es war die Zeit des 30 – jährigen Krieges (1618 – 1648), der in weiten Teilen Deutschlands wütete und auch im Eichsfeld seine tiefen Spuren hinterließ. Das Eichsfeld war im kurmainzischen Besitz und zur Zeit des Krieges abwechselnd Durchzugsland für die Truppen der kriegsführenden Lager. „Ob die Soldaten des ‚tollen Christian’ von Braunschweig, König Gustav Adolfs von Schweden und der ‚benachbarten’ Weimarer auf protestantischer Seite oder aber die ‚katholischen’ kaiserlichen Truppen unter Wallenstein und Tilly;...“ 64, sie alle zogen plündernd durch die Dörfer. Was nicht mitgenommen werden konnte, wurde verwüstet, zerschlagen und verbrannt. Selbst Kirchen wurden ausgeraubt und entweiht. Die Frauen, Mädchen und Kinder traf es besonders hart. Sie wurden von den Soldaten „... in viehischer Lust ... mit unbeschreiblicher Grausamkeit gequält und gemordet.“65 Das Eichsfeld, die Dörfer waren zerstört und geplündert, „... nicht ein Salzfass war mehr übrig geblieben.“66 Die Trauer und der Jammer der Menschen wurde noch gemehrt, als die Pest mit ungeheurer Heftigkeit ausbrach. Kaum war es etwas ruhig geworden und die Truppen abgezogen, kamen die Nachbarstaaten des Eichsfeldes und fielen über dieses her. Es war kaum etwas zu essen da, denn das Viehzeug wurde vertrieben, sodass die Äcker nicht bestellt werden konnten. Was dennoch gewachsen war, wurde von den Soldaten verfüttert oder aber mutwillig zerstört.
I. Wallfahrten als Ausdruck der Volksfrömmigkeit: Das Kapitel definiert den Begriff Wallfahrt, untersucht den religiösen Ursprung und gibt einen Überblick über Wallfahrtsformen im Christentum sowie anderen Weltreligionen.
II. Walldürn und die Wallfahrt der Eichsfelder: Dieser Hauptteil widmet sich der Legende des Blutwunders von 1330, der historischen Entwicklung des Wallfahrtsortes Walldürn sowie der spezifischen Entstehung und Geschichte der Eichsfelder Fußwallfahrt unter schwierigen historischen Bedingungen.
III. Oral History – die empirische Dimension der Wallfahrt: Hier werden die Ergebnisse schriftlicher Interviews mit acht Wallfahrern ausgewertet, um die persönlichen Beweggründe und die Bedeutung der Wallfahrt für die Pilger in der heutigen Zeit zu verdeutlichen.
Walldürn, Eichsfeld, Wallfahrt, Fußwallfahrt, Volksfrömmigkeit, Blutwunder, Heilig-Blut-Verehrung, Küllstedt, Religiöse Tradition, Pilgerreise, Geschichte, 30-jähriger Krieg, Glaube, Empirische Untersuchung, Oral History.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entstehung und Entwicklung der historischen Fußwallfahrt der Eichsfelder zum Gnadenort Walldürn und untersucht die religiöse sowie soziale Bedeutung dieser Tradition.
Die zentralen Themen sind die Geschichte der Wallfahrten im Allgemeinen, das Blutwunder von Walldürn als lokaler Ausgangspunkt, die geschichtliche Entwicklung der speziellen Eichsfelder Wallfahrt sowie die empirische Erforschung der Motive heutiger Pilger.
Das primäre Ziel ist es, die tiefe Verbundenheit der Eichsfelder mit Walldürn zu beleuchten und aufzuzeigen, wie diese Tradition trotz widriger Umstände wie Kriegen, Verboten und der DDR-Teilung über 300 Jahre hinweg bis heute bewahrt wurde.
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse sowie einer empirischen Untersuchungsmethode namens "Oral History", für die Interviews mit acht Teilnehmern der Wallfahrt durchgeführt wurden.
Der Hauptteil behandelt ausführlich die Entstehungsgeschichte des Blutwunders, die Entwicklung des Wallfahrtsortes Walldürn sowie den geschichtlichen Rückblick auf die Eichsfelder Wallfahrt seit dem 17. Jahrhundert bis zur Zeit nach der Wiedervereinigung.
Zu den prägenden Schlüsselwörtern gehören Walldürn, Eichsfeld, Fußwallfahrt, Volksfrömmigkeit, Blutwunder, Glauben und Tradition.
Küllstedt ist der Ursprung des Gelübdes aus dem Jahr 1682. Die Dorfbewohner gelobten damals in einer Zeit schwerer Pest, eine jährliche Bußwallfahrt nach Walldürn durchzuführen, was den Grundstein für die heute noch existierende Wallfahrtstradition legte.
In der DDR-Zeit war eine organisierte Gruppenwallfahrt aus dem Eichsfeld nicht möglich. Dennoch konnte die Tradition durch einzelne Pilger oder Rentner, die sich dem Fuldaer Pilgerzug anschlossen, und durch die Aufbewahrung der Wallfahrtsfahne in Fulda aufrechterhalten werden.
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