Diplomarbeit, 2003
161 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Natur (-verhältnis) – kollektives Gut – Windkraftanlagen?
2.1. Natur (-verhältnis)
2.2. Kollektives Gut „Natur“
2.3. Das Symbol Windrad
3. Bewegungstheoretische Gesichtspunkte für die Analyse
3.1. Contentious politics – begriffliche Festlegungen
3.2. Mehrebenenanalyse
3.3 Die Analyse von contentious politics und sozialen Bewegungen
3.3.1. Politische Opportunitäten
3.3.2. Mobilisierungsstruktur
3.3.3 Framing Theory
4. Methodisches Vorgehen
4.1. Datenmaterial
4.2. Zeitliche Begrenzung
4.3. Qualitative Ebene - Protestverlaufsgeschichte
4.4. Quantitative Ebene – der Datensatz
5. Die Fälle Mildenberg und Klein-Mutz
5.1. Der Fall Mildenberg
5.1.1. Die ersten Windräder...
5.1.2. Die Erweiterung des Windparks von Mildenberg
5.1.2.1. Der Vorläufer oder die Intentionen eines Vorhabensträgers
5.1.2.2. Von drei zu sechs und dann doch zu zwei mal drei...
5.2. Der Fall Klein-Mutz
5.2.1. Fünfzehn Windräder für Klein-Mutz
5.2.2. Die ersten Auseinandersetzungen um den Windpark
5.2.3. Großtrappe und Bismarckturm versus Windräder – Wer erhielt Existentberechtigung?
6. Das Bild der Auseinandersetzung um die Windparks im Land Brandenburg
6.1. Die Windkraftanlagen auf der öffentlichen Agenda
6.2. Zeitlicher Verlauf – Zu- oder Abnahme von contentious politics?
6.3. Akteure und Akteurshelfer
6.4. Aktionsrepertoire – Formen kollektiven Handelns
6.5. Claims
6.6. Zusammenfassung
7. Eine bewegungstheoretische Perspektive auf das Bild der Auseinandersetzung
7.1. Politische Opportunitätsstruktur
7.1.1. Offenheit/Geschlossenheit des institutionellen Systems
7.1.2. Haltung und Kohärenz der Eliten
7.1.3. Existenz bzw. das Fehlen von Verbündeten
7.1.4. Repressive Maßnahmen
7.1.5. Schlussfolgerungen
7.2. Framing process
7.2.1. Windräder als Mobilisierungsframe?
7.2.2. Landschaft als Mobilisierungsframe?
7.2.3. Vogelschutz als Mobilisierungsframe?
7.2.4. Schlussfolgerung
7.3. Mobilisierungsstruktur
7.3.1. Schlussfolgerung
8. Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Konflikte um die Aufstellung von Windkraftanlagen in Brandenburg. Ziel ist es, die bestehende Forschungslücke in der sozialwissenschaftlichen Bewegungsforschung zu schließen, indem die gesellschaftlichen Auseinandersetzungen aus bewegungstheoretischer Perspektive analysiert und die Mechanismen hinter diesen Streitpolitiken aufgedeckt werden.
Natur (-verhältnis)
Schon der Begriff „Natur“ stellt eine Herausforderung dar u.a. im Hinblick auf eine sozialwissenschaftliche Definition. In den daraus resultierenden Kontroversen wurde der Doppelcharakter des Naturverhältnisses aufgedeckt (Brand 1998). Zum einen zeigt die materielle Dimension, dass der Mensch eine von Umweltbedingungen abhängige biologische Gattung ist. Der Mensch nimmt Einfluss auf die Natur, um seinen Erhalt und die Reproduktion zu gewährleisten. Diese Nutzung hat nicht-intendierte Folgeprobleme, die wiederum überwunden werden müssen. Es entwickelt sich ein Kreis zur Überbrückung der Folgen. Grundlage dieses Kreislaufes ist die Faktizität, wonach Menschen kein vollständiges Wissen über die Komplexität der Natur besitzen können. Folglich initiiert jede entschlüsselte Frage eine Neue. Zum anderen beinhaltet Natur eine symbolische Dimension. Die Art des gesellschaftlichen Naturbezuges ist kulturell determiniert, und verquickt Gesellschaftsvorstellungen mit kollektiven Identitäten. „Natur gewinnt für uns überhaupt nur in symbolisch vermittelter Form Relevanz“ (Brand 1998: 9).
Der konstruktivistische Zugriff auf das gesellschaftliche Naturverhältnis kann diesen Doppelcharakter Rechnung tragen. Grundlage bildet ein Drei-Ebenen-Modell (Eder 1998: 99), das die materielle und symbolische Dimension verbindet. Bei den interdependenten Ebenen des Modells handelt es sich um Ereignisse, Kognitionen und Narrationen, welche die soziale Konstruktion der Natur bestimmen.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den gesellschaftlichen Wandel und die damit verbundene Relevanz von Windkraftanlagen in Brandenburg, wobei die Forschungslücke zur sozialwissenschaftlichen Konfliktanalyse identifiziert wird.
2. Natur (-verhältnis) – kollektives Gut – Windkraftanlagen?: In diesem Kapitel werden theoretische Grundlagen zur Definition von „Natur“ und der Konstruktion von Windrädern als Symbol behandelt.
3. Bewegungstheoretische Gesichtspunkte für die Analyse: Es werden die theoretischen Analysewerkzeuge vorgestellt, insbesondere die Begriffe „contentious politics“ sowie die drei Faktoren politische Gelegenheitsstruktur, Mobilisierungsstruktur und Framing.
4. Methodisches Vorgehen: Dieses Kapitel erläutert die Datenerhebung, die qualitative Protestverlaufsgeschichte der untersuchten Dörfer sowie die quantitative Auswertung von Zeitungsdaten.
5. Die Fälle Mildenberg und Klein-Mutz: Hier werden die konkreten Fallstudien detailliert nachgezeichnet, die den Prozess der Windparkerweiterungen und den Widerstand vor Ort dokumentieren.
6. Das Bild der Auseinandersetzung um die Windparks im Land Brandenburg: Die quantitativen Daten werden ausgewertet, um die öffentliche Agenda, Akteure und das Aktionsrepertoire der Beteiligten darzustellen.
7. Eine bewegungstheoretische Perspektive auf das Bild der Auseinandersetzung: Die theoretischen Faktoren werden auf die empirischen Erkenntnisse angewendet, um die Dynamiken und das Mobilisierungspotenzial der Windkraftgegner zu erklären.
8. Resümee: Das Resümee fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die Auseinandersetzungen primär als lokale NIMBY-Proteste zu klassifizieren sind.
Windkraftanlagen, Brandenburg, Soziale Bewegungen, Contentious Politics, NIMBY, Naturschutz, Politische Opportunitätsstruktur, Mobilisierungsstruktur, Framing, Bürgerinitiativen, Energiepolitik, Bauleitplanung, Landschaftsschutz, Protestmobilisierung, Umweltkonflikte
Die Diplomarbeit untersucht die Konflikte um die Errichtung von Windkraftanlagen in Brandenburg aus einer sozialwissenschaftlich-bewegungstheoretischen Perspektive.
Die Arbeit fokussiert sich auf das gesellschaftliche Naturverhältnis, die Rolle von kollektiven Gütern und die Analyse von Streitpolitiken durch verschiedene Akteure.
Das Ziel ist es, zu verstehen, warum und wie Konflikte um Windparks entstehen, und zu analysieren, warum diese häufig in lokalen, isolierten Protesten (NIMBY) verharren.
Die Arbeit kombiniert qualitative Methoden (Interviews und Protestverlaufsgeschichte) mit einer quantitativen Auswertung von Zeitungsberichten der Märkischen Allgemeinen Zeitung.
Neben den theoretischen Grundlagen der Bewegungsforschung werden detaillierte Fallstudien zu Mildenberg und Klein-Mutz sowie Analysen zur politischen Opportunitätsstruktur und Framing-Prozessen diskutiert.
Windkraft, Brandenburg, Soziale Bewegungen, NIMBY-Protest, Politische Gelegenheitsstrukturen und Bürgerbeteiligung.
Der NIMBY-Effekt erklärt, warum Windkraftgegner zwar gegen ein konkretes Projekt vor Ort protestieren, aber die generelle Energiewende oft unterstützen, was eine allgemeine Mobilisierung erschwert.
Die Arbeit zeigt, dass kommunale Vertreter oft in einer Zwangsposition zwischen der Notwendigkeit von Einnahmen (Haushaltslage) und dem Widerstand ihrer Bürger stehen, was die Konfliktdynamik maßgeblich prägt.
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