Examensarbeit, 2004
97 Seiten, Note: 2,7
Einleitung
1. Wandlungen des Kindheitsbildes
2. Phantasie und warum wir sie brauchen
2. 1 Entwicklungspsychologische Überlegungen zur Entwicklung der Phantasie der Kinder
3. Die Geschichte der Kinder- und Jugendliteratur
4. Ein Ableger des Phantastischen:
4. 1 Das (Kunst-)märchen – Definition und Ursprung
4. 2 Wesenszüge des europäischen Volksmärchen
4. 3 Handlungsverlauf
4. 4 Personal und Requisiten
4. 5 Darstellungsart
4. 6 Die Geschichte des (Kunst-)Märchens
4. 7 Abgrenzung zu benachbarten Gattungen
4. 7. 1 Die Sage
4. 7. 2 Die Legende
4. 7. 3 Der Mythos
4. 7. 4 Die Fabel
4. 8 Analysen der Kunstmärchen
4. 8. 1 E. T. A. Hoffmann – Nussknacker und Mausekönig
4. 8. 2 Hans Christian Andersen – Die kleine Seejungfrau (1835)
4. 8. 3 Charles Dickens – Eine Weihnachtsgeschichte (1843)
4. 8. 4 Oskar Wilde – Der glückliche Prinz (1888)
4. 8. 5 Antoine de Saint Exupéry – Der kleine Prinz (1943)
4. 9 Fazit: Das Kunstmärchen in der Phantastik
5. Ein weiterer Ableger der Phantastik – Die phantastische Kinder- und Jugendliteratur der Gegenwart
5. 1 Die Phantastik – ein Definitionsversuch
5. 2 Die Entwicklung der phantastischen Kinder- und Jugendliteratur
5. 3 Forschungsüberblick
5. 4 Strukturen und Typen
5. 5 Die Funktionen des Phantastischen
5. 6 Abgrenzung zu verwandten Gattungen
5. 6. 1 Utopie
5. 6. 2 Science Fiction
5. 7 Kultur- und Gesellschaftskritik im phantastischen Kinder- und Jugendbuch
5. 8 Fazit
5. 9 Analysen neuerer phantastischer Kinder- und Jugendbücher
5. 9. 1 Paul Maar – Eine Woche voller Samstage (1973)
5. 9. 2 Christine Nöstlinger – Wir pfeifen auf den Gurkenkönig (1977)
5. 9. 3 Michael Ende – Die unendliche Geschichte (1979)
5. 9. 4 Lukas Hartmann – Gib mir einen Kuss, Larissa Laruss! (1996)
5. 9. 5 Robert Westall – Das Wachthaus (dt.1992, engl. 1977)
5. 9. 6 Joanne K. Rowling – Harry Potter und der Stein der Weisen
6. Fazit: „Das Phantastische in der Literatur“ oder „Das Kunstmärchen und die neuere phantastische Literatur der Gegenwart“
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, das Kunstmärchen sowie die phantastische Kinder- und Jugendliteratur der Gegenwart als zwei zentrale Ausprägungen des Phantastischen zu definieren, voneinander abzugrenzen und anhand ausgewählter Werkbeispiele zu analysieren.
E. T. A. Hoffmann – Nussknacker und Mausekönig
Das Märchen gehört zu den von Hoffmann favorisierten Wirklichkeitsmärchen. Im Vorwort zu „Prinzessin Brambilla“ und in Leseranreden in seinen Märchen erklärt Hoffmann, warum er ein Erzählprinzip erschafft, das „den Märchen aus „1001 Nacht“ „Leben und Wahrheit“ gibt. 1820 formuliert er seine Märchen Poetologie endgültig aus und überträgt das Verfahren von „1001 Nacht“ auf die zeitgenössische Gegenwart. Dabei beschreibt er eine, für die deutsche Erzähltradition ungewöhnliche Form eines Märchens, „das sich in Raum und Zeit festlegt und die Erfahrungswirklichkeit mit einer phantastischen Gegenwelt vermischt.
Hoffmanns Poethologie des „Wirklichkeitsmärchens“ stieß in literarisches Neuland vor und wirkte noch intensiv auf Expressionismus und Surrealismus ein“. Dennoch hatten bereits vor ihm andere Romantiker mit den typischen Erzählprinzipien des Wirklichkeitsmärchens experimentiert.
Hoffmann erschafft in seinen Märchen Figuren, denen der Leser täglich auf den Straßen begegnen kann. Diese gehen auch ganz alltäglichen Beschäftigungen nach und üben alltägliche Berufe wie z. B. Schuster, Student, Obergerichtsrat oder wie im Märchen „Nussknacker und Mausekönig“ auch Medizinalrat aus.
Im Märchenpersonal soll der Leser also den Nachbarn wiedererkennen und das an Orten, die ihm aus der Realität vertraut sind (hier: das Spielzimmer der Kinder). Das Phantastische, Märchenhafte und Wunderbare tritt dann „mitten in der Alltäglichkeit“ in das Leben der Protagonisten ein.
Einleitung: Einführung in das Thema Phantastik in der Literatur und die Zielsetzung der Arbeit unter Berücksichtigung des Kindheitsbildes.
1. Wandlungen des Kindheitsbildes: Darstellung der historischen Entwicklung des Kindheitsbegriffs und dessen Bedeutung für die Kinder- und Jugendliteratur.
2. Phantasie und warum wir sie brauchen: Erörterung der psychologischen und philosophischen Bedeutung von Phantasie und Kreativität.
3. Die Geschichte der Kinder- und Jugendliteratur: Überblick über die zeitliche Entwicklung der Kinder- und Jugendliteratur von den Anfängen bis in die Moderne.
4. Ein Ableger des Phantastischen:: Definition und Ursprung des Kunstmärchens sowie Abgrenzung zu anderen Gattungen wie Sage, Legende und Fabel.
5. Ein weiterer Ableger der Phantastik – Die phantastische Kinder- und Jugendliteratur der Gegenwart: Auseinandersetzung mit der Definition und Entwicklung der phantastischen Kinder- und Jugendliteratur im 20. Jahrhundert.
6. Fazit: „Das Phantastische in der Literatur“ oder „Das Kunstmärchen und die neuere phantastische Literatur der Gegenwart“: Abschließende Reflexion über die Schwierigkeit einer einheitlichen Gattungszuordnung und die Bedeutung phantastischer Literatur.
Phantastik, Kunstmärchen, Kinder- und Jugendliteratur, Phantasie, Wirklichkeitsmärchen, Kindheitsbild, Erzählstrukturen, Sozialkritik, Sekundäre Welt, Michael Ende, E.T.A. Hoffmann, J.K. Rowling, Rezeption, Literaturwissenschaft.
Die Arbeit untersucht zwei zentrale Ableger des Phantastischen in der Literatur: das Kunstmärchen sowie die phantastische Kinder- und Jugendliteratur der Gegenwart.
Neben Definitionsversuchen und Gattungsabgrenzungen stehen die historische Entwicklung, die psychologische Bedeutung von Phantasie sowie die Analyse konkreter literarischer Beispiele im Fokus.
Das Ziel ist es, Merkmale, Strukturen und Funktionen dieser phantastischen Gattungen zu bestimmen und aufzuzeigen, wie sie sich von anderen literarischen Formen abgrenzen lassen.
Die Autorin nutzt eine strukturierte Literaturanalyse, kombiniert mit literaturwissenschaftlichen Ansätzen zur Gattungsbestimmung und entwicklungstheoretischen Überlegungen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die historische Herleitung des Kunstmärchens und eine detaillierte Analyse spezifischer phantastischer Kinder- und Jugendbücher.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Phantastik, Kunstmärchen, Phantasie, sekundäre Welt und gesellschaftskritische Rezeption charakterisiert.
Es ist bedeutend, weil Hoffmann hier erstmals die alltägliche Erfahrungswirklichkeit direkt mit phantastischen Gegenwelten vermischt, was die Wahrnehmung des Wunderbaren im Alltag schärft.
Moderne Autoren, wie beispielsweise Michael Ende oder J.K. Rowling, erschaffen Welten, die entweder parallel zur primären Welt existieren oder durch spezifische Zugänge mit dieser interagieren, wobei das Phantastische oft nicht rational aufgelöst wird.
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