Magisterarbeit, 2004
85 Seiten, Note: 2,0
1 EINLEITUNG
2 EUROPÄISCHE UNION UND DEUTSCHE KOMMUNEN – EINE THEORETISCHE ANNÄHERUNG
2.1 Die Kommunen im Europäischen Mehrebenensystem – Eine Standortbestimmung
2.2 Institutionen, Interaktionen, Organisationen und Akteure
2.3 Welche Rolle spielen Leitbilder?
2.4 Zusammenfassung
3 RECHTE – PFLICHTEN – MÖGLICHKEITEN: DIE KOMMUNE IN EUROPA
3.1 Institutionalisierte Beteiligung der Kommunen
3.2 „Europa-Betroffenheit“ deutscher Kommunen
3.3 Lobbying und Europäische Netzwerke
3.4 Eine Verfassung für Europa – Kommunen als gleichberechtigte Partner?
3.5 Kölner Europapolitik
3.6 Zusammenfassung
4 KÖLNER KOMMUNALPOLITIKER UND IHR BILD VON EUROPA – WIE WIRD DIE EU GESEHEN?
4.1 Forschungsdesign
4.1.1 Auswahl der Stichprobe und die Frage der Repräsentativität
4.1.2 Fragebogen
4.1.3 Interviews
4.1.4 Inhaltsanalyse
4.2 Wie sieht das Europabild Kölner Kommunalpolitiker aus?
4.3 Was macht den Unterschied der Bilder aus?
5 ZUSAMMENFASSUNG UND FAZIT
6 ANHANG
6.1 Fragebogen
6.2 Interviewleitfaden
Die Magisterarbeit untersucht das Europabild Kölner Kommunalpolitiker unter der Hypothese, dass die europäische Integration zwar das lokale Umfeld durchdringt, aber nicht in gleichem Maße das Bewusstsein der lokalen Akteure erreicht. Im Zentrum steht die Frage, ob institutionelle Merkmale, wie die Position in kommunalen Hierarchien oder die Beteiligung an europanahen Gremien, die Wahrnehmung der EU beeinflussen.
2.2 Institutionen, Interaktionen, Organisationen und Akteure
Von der Politikwissenschaft im Allgemeinen wird versucht, die weltweite Einzigartigkeit der EU mit einer Vielzahl verschiedenster Prädikate und Theorien zu beschreiben und zu erklären. Dabei existieren eine Vielzahl verschiedener Ansätze zunächst scheinbar nebeneinander. Es ist davon auszugehen, dass es eine europäische Meta-Integrationstheorie nicht gibt. „Angesichts des erheblichen Grads an Pluralismus im politikwissenschaftlichen Diskussionsraum sind theoretische Ansätze nicht nur als grundsätzliche Alternativen zu verstehen, sondern sie könnten auch jeweils partiell für unterschiedliche Integrationsphänomene relative Vorteile bei der Erklärungskraft bieten.“
Dabei ist zu beobachten, dass, neben verschiedenen Wachstumsfeldern politikwissenschaftlicher Veröffentlichungen, vor allem die Bedeutung der Regionen in der Europäischen Union im Zentrum der Publikationen der letzten Jahre lagen. Weitere Gegenstände sind die „Willensbildungs- und Entscheidungsprozesse nationaler Akteure und Institutionen auf der mitgliedstaatlichen Ebene des ‚EG-Mehrebenenspiels’... .“
Wie aus der Abbildung 1 hervorgeht, sind in den verschiedenen Aktionsarenen vor allem politische Institutionen als Akteur handlungsleitend; d.h. allgemein ist eine Beantwortung der Frage, inwieweit die Interaktionen der verschiedenen Akteure einen Einfluss auf die Wahrnehmung Europas durch die Kommunalpolitiker ausüben, notwendig. „Der Meinungs-, Willensbildungs- und Entscheidungsprozess in demokratischen Systemen, dessen kommunikative Ausrichtung im theoretischen Ideal auf das Kollektiv beziehungsweise die Öffentlichkeit gerichtet ist, wird wesentlich durch Institutionen strukturiert.“
1 EINLEITUNG: Die Einleitung positioniert die Kommunen als zentrale, aber oft unterschätzte Akteure im europäischen Einigungsprozess und formuliert die Kernfrage zur Wahrnehmung Europas durch Kölner Kommunalpolitiker.
2 EUROPÄISCHE UNION UND DEUTSCHE KOMMUNEN – EINE THEORETISCHE ANNÄHERUNG: Dieses Kapitel erarbeitet den theoretischen Rahmen des Mehrebenensystems sowie die Bedeutung von Institutionen, Akteuren und Leitbildern für die individuelle Wahrnehmung.
3 RECHTE – PFLICHTEN – MÖGLICHKEITEN: DIE KOMMUNE IN EUROPA: Das Kapitel beleuchtet die institutionellen Rahmenbedingungen der kommunalen Interessenvertretung auf EU-Ebene sowie die spezifische Europaarbeit der Stadt Köln.
4 KÖLNER KOMMUNALPOLITIKER UND IHR BILD VON EUROPA – WIE WIRD DIE EU GESEHEN?: Hier erfolgt die Darstellung und Auswertung des empirischen Materials, inklusive Forschungsdesign, Befragungsergebnissen und der Inhaltsanalyse des Leitbildes „Köln 2020“.
5 ZUSAMMENFASSUNG UND FAZIT: Das Fazit synthetisiert die theoretischen Erkenntnisse mit den empirischen Befunden und bewertet die geringe Rückkopplung europäischer Politik in das Bewusstsein der Kommunalpolitiker.
EU, Europabild, Köln, Kommune, Kommunalpolitiker, Leitbilder, Neoinstitutionalismus, Mehrebenensystem, Europäische Integration, Interessenvertretung, Kommunalpolitik, Politikverflechtung
Die Arbeit untersucht, wie das europäische Mehrebenensystem und die EU-Politik von lokalen Kommunalpolitikern wahrgenommen werden und welche Rolle dabei institutionelle Faktoren spielen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Verflechtung der kommunalen Ebene mit der EU, der theoretischen Verankerung durch den Neoinstitutionalismus sowie der empirischen Analyse der Wahrnehmung durch Kölner Entscheidungsträger.
Das Hauptziel ist es zu ergründen, ob und inwieweit das Europabild kommunaler Politiker durch institutionelle Merkmale oder spezifische Leitbilder, wie etwa „Köln 2020“, beeinflusst wird.
Die Untersuchung kombiniert eine schriftliche Fragebogenaktion mit Experteninterviews und einer systematischen Inhaltsanalyse der städtischen Leitbilddokumente.
Der Hauptteil analysiert das europäische Mehrebenensystem, die institutionellen Möglichkeiten der kommunalen Beteiligung und die konkreten Ergebnisse der Befragung der Kölner Kommunalpolitiker.
Zentrale Begriffe sind neben „Europa“ und „Kommunalpolitiker“ insbesondere „Neoinstitutionalismus“, „Mehrebenensystem“ und „Leitbilder“.
Die empirische Analyse zeigt, dass das ausgeübte Mandat oder die Funktion innerhalb einer Fraktion keinen signifikanten Einfluss auf die individuelle Wahrnehmung der EU hat.
Die Arbeit zeigt, dass lokale Politiker stark in örtlichen Problemen gefangen sind und EU-Recht oft als abstrakte Vorgabe wahrnehmen, wodurch der direkte europäische Bezug verloren geht.
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