Diplomarbeit, 2013
221 Seiten, Note: 1,0
Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien
1. Einleitung
1.1 Motivation
1.2 Problemstellung
1.3 Ziel der Arbeit und Vorgehensweise
2. Die Entwicklung des Freundschaftsbegriffes
2.1 Von den Anfängen der Menschheitsgeschichte bis zum Mittelalter
2.1.1 Vom „Guten“ und dem „Bösen“ bei Platon
2.1.2 Tugend, Sinn und Nutzen von Freundschaft bei Aristoteles
2.1.3 Die Hierarchie der Freunde bei Cicero
2.1.4 Freundschaft durch Gott bei Augustinus
2.2 Vom Spätmittelalter zur Neuzeit
2.3 Der Freundschaftsbegriff heute
2.3.2 Das Affiliationsbedürfnis der Menschheit
2.3.3 Was den „besten Freund“ ausmacht
2.3.4 Über die Größe und Grenzen unserer Freundeskreise
3. Zwischenfazit
4. Social Media
4.1 Was ist Social Media
4.2 Was ist Facebook
5. Der Begriff Freundschaft in digitalen Medien
5.1 Die drei Ebenen des Freundschaftsdiskurses
5.2 Die Semantik der Begrifflichkeiten in Facebook
5.3 Die Bedeutung des Begriffes Freundschaft in Social Network Services
5.4 Die phatische Kommunikation und ihre Bedeutung für die Online-Freundschaft
5.5 Das Zählen von Freundschaft in digitalen Medien
5.6 Die Abbildung von Brauchtum auf neuen Wegen
5.7 Über die traditionelle Homogenität bei gemeinschaftlichen Zusammenschlüssen
5.8 Von einer Randerscheinung zum Mainstream
5.9 Die Entstehung von sozialen Beziehungen durch Internet-Nutzung
6. Empirische Forschung
6.1 Methode und Vorgehensweise
6.2 Sammlung der zu überprüfenden Thesen
6.3 Über den Interview-Leitfaden
6.4 Auswertungsmethode
6.4 Fallbeschreibungen
6.5 Ergebnisse und Interpretation
7. Fazit
Die Arbeit untersucht, wie digitale Netzwerke – insbesondere Facebook – die Entstehung und Pflege von Freundschaften beeinflussen und ob virtuell angebahnte Beziehungen sich qualitativ von traditionellen Freundschaften unterscheiden. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, unter welchen Umständen und durch welche Funktionen in Facebook soziale Bindungen entstehen und welche Bedeutung dabei der reale Bezugspunkt spielt.
2.1 Von den Anfängen der Menschheitsgeschichte bis zum Mittelalter
„itaque amicitia semper prodest, amor aliquando etiam nocet – daher ist die Freundschaft stets nützlich, die Liebe schadet gelegentlich auch“ Seneca
Übersetzung: (Lautenbach 2002:38)
Laut dieser Aussage ist Freundschaft etwas Ehrenwerteres als es Liebe sei. Sie setzt voraus, dass Freundschaft rein aus dem gegenseitigen Geben besteht, jedoch nicht auf einem Verlangen beruht. Dies wird wiederum der Liebe attestiert, was bei einer Nichterfüllung schmerzhaft werden kann. In diesem Zitat stecken viele Ansichten, die zum Teil über Jahrhunderte heftig kritisiert wurden.
Im Weiteren werde ich einen Abriss über die diversen historischen Freundschaftsdefinitionen darstellen, um ein Verständnis für den anschließenden zeitgenössischen Diskurs zu vermitteln.
Rapsch (2004) hat in ihrem Buch „Soziologie der Freundschaft“ einen historischen Überblick über den Freundschaftsdiskurs dargestellt. Ich werde diesen hier als Grundlage für eine Darstellung der Entwicklung des diskutierten Freundschaftsbegriffes im Wandel der Zeit heranziehen. Je nach historischem Fokus werden weitere für mein Thema relevante Autoren aufscheinen.
Der Freundschaftsbegriff wurde über die niedergeschriebene Menschheitsgeschichte hinweg immer wieder neu definiert. So finden sich Aufzeichnungen aus Zeiten Homers, 800 vor Christus, die der Freundschaft „gegenseitigen Beistand“ und „Taten“ zuschreiben. Es existieren weitere Definitionen, die „militärische oder heroische Freundschaftsbündnisse“ beschreiben. Ihnen ist gemein, dass sie den betroffenen Individuen Pflichten für „Alltag und beim Kampf“ auferlegten. (Rapsch 2004:23 ff) Im Namen der Freundschaft wird sogar eine Opferbereitschaft bis in den Tod beschrieben.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Motivation zur Untersuchung von Online-Freundschaften und definiert die Zielsetzung sowie die Vorgehensweise der Arbeit.
2. Die Entwicklung des Freundschaftsbegriffes: Dieses Kapitel zeichnet die historische Evolution des Freundschaftsverständnisses nach, von antiken Philosophen bis hin zu soziologischen Ansätzen der Gegenwart.
3. Zwischenfazit: Das Zwischenfazit fasst die philosophischen und theoretischen Grundlagen zusammen und leitet zur Untersuchung digitaler Freundschaftsformen über.
4. Social Media: Hier wird der theoretische Rahmen für Social Media und speziell Facebook sowie deren Funktionsweise abgesteckt.
5. Der Begriff Freundschaft in digitalen Medien: Dieses Kapitel analysiert die spezifische Dynamik von Online-Freundschaften, inklusive Themen wie phatische Kommunikation und Quantifizierung von Kontakten.
6. Empirische Forschung: Der empirische Teil stellt die qualitative Untersuchung vor, beschreibt die Methodik, die Thesen und führt die Fallbeispiele sowie deren Interpretation aus.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und reflektiert die Rolle von Facebook als Plattform für soziale Beziehungsanbahnung.
Freundschaft, Facebook, Social Media, Online-Kommunikation, Phathische Kommunikation, Soziale Netzwerke, Internetsoziologie, Hybrid-Beziehungen, Digitale Identität, Qualitative Forschung, Internetnutzung, Affiliationsbedürfnis, Gemeinschaftsbildung, Online-Interaktion, Soziales Kapital
Die Diplomarbeit erforscht die Entstehung von Freundschaften, die ihren Ausgangspunkt im sozialen Netzwerk Facebook finden, und analysiert, wie diese Beziehungen wahrgenommen und gepflegt werden.
Die Arbeit verknüpft historische Freundschaftsdefinitionen (Antike bis heute) mit aktuellen soziologischen Erkenntnissen über soziale Interaktion im Internet und die spezifische Kultur von Facebook.
Das Ziel ist es, die Entstehung von Freundschaften, die nicht im direkten Offline-Kontakt beginnen, zu beleuchten und dabei die Rolle digitaler Funktionen sowie die Bedeutung realer Bezugspunkte zu ergründen.
Der Autor führt eine explorative, qualitative Untersuchung durch, basierend auf narrativen Ansätzen und fokussierten Interviews mit vier Freundschaftspaaren, ausgewertet nach der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring.
Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung des Begriffs, die theoretische Einbettung in die Social-Media-Welt sowie die empirische Analyse von Erstkontakten, Kommunikationstiefe und dem Einfluss von Online-Beziehungen.
Neben Facebook stehen Fachbegriffe wie „phatische Kommunikation“, „Hybrid-Beziehungen“ und „Affiliationsbedürfnis“ im Mittelpunkt der Analyse.
Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass ein realer Bezugspunkt (wie gemeinsame Bekannte oder ein gemeinsames Umfeld) entscheidend für die Ernsthaftigkeit und Tiefe einer virtuell entstandenen Freundschaft ist.
Asynchrone Kommunikation wird als entlastend empfunden, da sie den Druck einer sofortigen Antwort nimmt und es ermöglicht, den Kontakt flexibel und kontinuierlich aufrechtzuerhalten, ohne dass dies die Qualität mindert.
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