Masterarbeit, 2011
82 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Was ist ‚Aktionsart‘?
2.1 Aktionsart-Merkmale
2.1.1 Merkmal I: ‚statisch‘ vs. ‚dynamisch‘
2.1.2 Merkmal II: ‚durativ‘ vs. ‚punktuell‘
2.1.3 Merkmal III: ‚atelisch‘ vs. ‚telisch‘
2.1.4 Merkmal IV: ‚perfektiv‘ vs. ‚imperfektiv‘
2.2 Aktionsart-Klassifikation nach VENDLER — aspectual classes
2.2.1 VENDLERS Progressiv-Test
2.2.2 VENDLERS For how long? – Test
2.2.3 Zustände
2.2.4 Aktivitäten
2.2.5 Accomplishment
2.2.6 Achievements
2.3 Zusammenfassung
3 Zur Abgrenzung von Aktionsart und Aspekt
3.1 Zur historischen Entwicklung von Aspekt und Aktionsart
3.1.1 Der Terminus Aspekt
3.1.2 Der Terminus Aktionsart
3.2 Aspekt und Aktionsart — Probleme der Unterscheidung
3.3 Aspekt und Aktionsart — Lösungsvorschläge
4 Aktionsart und Argumentstruktur
4.1 Zum Einfluss von DP-Argumenten
4.2 Zum Einfluss von PP-Argumenten
4.3 Zum Einfluss von AdvP-Argumenten
4.4 Zusammenfassung
5 Theorien zum Verhältnis von Aktionsart und Argumentstruktur
5.1 Aspektuelle Komposition — VERKUYL (1972)
5.2 Kompositionale Telizität — DOWTY (1979)
5.3 Nominalreferenz und Zeitkonstitution — KRIFKA (1989)
5.4 Zusammenfassung
6 Aktionsart: Syntaktisch repräsentiert!
6.1 Grundlagen für eine exo-skeletale Syntax
6.2 Telizität und das nominale Syntagma
6.3 Aktionsart und Ereignisstruktur
6.4 Zusammenfassung
7 Konklusion
Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Aktionsart und Argumentstruktur im Deutschen mit dem Ziel, die These zu stützen, dass Aktionsart kein rein lexikalisches, sondern ein syntaktisch induziertes Phänomen ist. Dabei wird kritisch analysiert, wie verbale Projektionen durch ihre Argumente telisch oder atelisch spezifiziert werden.
4.1 Zum Einfluss von DP-Argumenten
Als erstes soll anhand von DP-Argumenten dargestellt werden, in welchen Fügungen und im Zusammenhang mit welchen Konstituenten nominale Komplemente die Aktionsart des Verbes affizieren können. Als Beispielverben wähle ich essen und trinken aus, da es sich bei beiden Verben um traditionelle VENDLERSCHE Aktivitäten handelt und sie somit von ihrem Ursprung aus atelisch sind – unabhängig davon, ob man eine lexikalistische oder syntaktische Perspektive einnimmt.
(71) Ich esse drei Stunden lang / *in einer Stunde. (A)
(72) Ich trinke drei Stunden lang / *in einer Stunde. (A)
Wird das Verb essen resp. trinken mit dem nackten Plural Äpfel bzw. dem Massenterm Wein als DP-Komplement ergänzt, so bleibt die Aktionsart des Prädikates weiterhin atelisch; ferner ist es hierbei irrelevant, ob eine generische oder existentielle Lesart von Äpfel / Wein vorliegt.
(73) Ich esse drei Stunden lang / *in einer Stunde Äpfel. (A) (generische Lesart)
(74) Ich esse drei Stunden lang / *in einer Stunde Äpfel. (A) (existential closure)
(75) Ich trinke drei Stunden lang / *in einer Stunde Wein. (A) (generische Lesart)
(76) Ich trinke drei Stunden lang / *in einer Stunde Wein. (A) (existential closure)
Die Aktionsart des Prädikates bleibt auch weiterhin atelisch, wenn die DP mit einem „schwachen“ Quantor erweitert wird:
(77) Ich esse drei Stunden lang / *in einer Stunde einige Äpfel. (A)
(78) Ich trinke drei Stunden lang / *in einer Stunde etwas Wein. (A)
Wird die (portionierte) Menge der Äpfel und des Weines jedoch konkret gezählt, so liegt eine telische Lesart vor, was sich anhand der Applizierbarkeit mit dem Adverbial in einer Stunden zeigt.
(79) Ich esse *drei Stunden lang / in einer Stunde fünf Äpfel. (T)
(80) Ich trinke *drei Stunden lang / in einer Stunde fünf Gläser Wein. (T)
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Aktionsart ein, definiert grundlegende Begriffe und erläutert die Forschungsfrage hinsichtlich der Interaktion von Verbbedeutung und syntaktischer Umgebung.
2 Was ist ‚Aktionsart‘?: In diesem Kapitel werden Aktionsart-Merkmale, die Klassifikation nach VENDLER und die methodischen Testverfahren ausführlich behandelt.
3 Zur Abgrenzung von Aktionsart und Aspekt: Dieses Kapitel widmet sich der historischen Entwicklung und den terminologischen Problemen bei der Abgrenzung von Aktionsart und Aspekt.
4 Aktionsart und Argumentstruktur: Es wird analysiert, wie verschiedene Arten von Argumenten (DP, PP, AdvP) die Aktionsart beeinflussen und Telizität induzieren können.
5 Theorien zum Verhältnis von Aktionsart und Argumentstruktur: Hier werden lexikalistische Modelle von VERKUYL, DOWTY und KRIFKA vorgestellt und kritisch diskutiert.
6 Aktionsart: Syntaktisch repräsentiert!: Dieses Kapitel präsentiert BORERS exoskeletale Syntax als alternativen Ansatz zur Modellierung der Aktionsart.
7 Konklusion: Das Kapitel fasst die wesentlichen Ergebnisse der Arbeit zusammen und bewertet die Vorteile einer rein syntaktischen Analyse gegenüber lexikalistischen Ansätzen.
Aktionsart, Aspekt, Telizität, Atelizität, Argumentstruktur, Verbprojektion, Syntax, exoskeletale Syntax, Hagit Borer, Vendler, Kompositionalität, Zeitkonstitution, nominale Argumente, Ereignisstruktur, linguistisches Lexikon
Die Arbeit untersucht das linguistische Konzept der Aktionsart und analysiert, inwiefern diese Eigenschaft eines Verbs nicht nur lexikalisch festgelegt ist, sondern maßgeblich durch die syntaktische Struktur und die vorliegenden Argumente bestimmt wird.
Die Arbeit fokussiert auf die Interaktion von Verben mit ihren Komplementen, die Unterscheidung zwischen Aktionsart und Aspekt sowie die Debatte zwischen lexikalistischen und syntaktischen Erklärungsmodellen für sprachliche Zeitstrukturen.
Das Hauptziel ist es, die These zu untermauern, dass Aktionsart ein syntaktisch präsent es Phänomen ist und dass Telizität durch funktionale Strukturen induziert wird, anstatt lediglich eine Eigenschaft des Verbs im mentalen Lexikon zu sein.
Der Autor stützt sich auf eine theoretisch-linguistische Analyse, die verschiedene semantische und syntaktische Modelle (z.B. von Vendler, Verkuyl, Dowty, Krifka und Borer) vergleicht und anhand von Sprachdaten (Beispielsätzen) validiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Definition der Aktionsart, die Abgrenzung zum Aspekt, die Untersuchung des Einflusses von Argumenten (DP, PP, AdvP) auf die Telizität und die Diskussion der exoskeletalen Syntax als theoretischem Rahmen.
Zentrale Begriffe sind Aktionsart, Telizität, exoskeletale Syntax, Kompositionalität, Argumentstruktur und Ereignisstruktur.
Die Unterscheidung erfolgt primär durch den Test der Applizierbarkeit von Zeitadverbialen (z.B. "eine Stunde lang" für atelische Verben vs. "in einer Stunde" für telische Verben).
Nach dem exoskeletalen Ansatz von Borer liefern Wörter lediglich konzeptuelle Pakete ohne feste grammatische Eigenschaften. Die Syntax ist hierbei das eigentliche Instrument, das die Interpretation dieser Wörter erst in eine spezifische Aktionsart überführt.
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