Masterarbeit, 2014
91 Seiten, Note: 2
2. Einleitung
3. Begriffsdefinition Unfall
4. Gesetzliche Unfallversicherung | Private Unfallversicherung
5. Rechtslage vor und nach den Novellierungen in Österreich
6. Diskriminierungsschutz für Menschen mit Behinderungen
6.1. Definition Behinderung
6.2. Statistik Menschen mit Behinderungen in Österreich und Deutschland
6.3. Rechtslage vor und nach den Novellierungen im Bereich des Diskriminierungsschutzes für Menschen mit Behinderungen
6.4. Auswertung Praxis Versicherungsunternehmen in Österreich (mittels Online-Umfrage)
6.5. Auswertung Praxis Versicherungsunternehmen in Deutschland (mittels Online-Umfrage)
6.6. Auswertung Praxiserfahrung Behindertenverbände in Österreich (mittels Online-Umfrage)
6.7. Fragestellung in den Antragsfragen nach einer Behinderung (Ausarbeitung der Rechtsfrage)
7. Unisex-Richtlinie
7.1. Begriffsbestimmung „Gender“
7.2. Tarifgestaltung vor Umsetzung der Unisex-Richtlinie
7.2.1. Spitalsbehandelte Heim-, Freizeit- und Sportunfälle nach Alter und Geschlecht 2010
7.3. Einführung der Unisex-Richtlinie
7.4. Auswirkungen der Einführung der Unisex-Richtlinie
7.4.1. Umverteilungseffekte aufgrund Unisex-Richtlinie
8. Conclusio
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen jüngster gesetzlicher Änderungen – insbesondere des Diskriminierungsschutzes für Menschen mit Behinderungen sowie der Unisex-Richtlinie – auf die private Unfallversicherung in Österreich und beleuchtet die Praxis der Antragsprüfung sowie die versicherungsmathematischen Folgen.
6.4. Auswertung Praxis Versicherungsunternehmen in Österreich (mittels Online-Umfrage)
Um den gegenwärtigen Ist-Stand (Oktober 2013) aus der Geschäftspraxis zu erheben, wurden 31 Versicherungsunternehmungen, welche am österreichischen Versicherungsmarkt Unfallversicherungen anbieten, gebeten, bei einer Online-Umfrage teilzunehmen. Für die Umfrage stand das Online-Umfragetool SurveyMonkey® in Verwendung. Den kontaktierten Versicherungsunternehmen wurde völlige Anonymität zugesichert, bzw. war es mit diesem Werkzeug (verwendet wurde ein kostenloses Konto des Anbieters) auch gar nicht möglich, die eingelangten Antworten einem Absender zuzuordnen. Die Rücklaufquote betrug 25,81 % (wobei ein Versicherungsunternehmen telefonisch auf die in der Online-Umfrage gestellten Fragen antwortete und ein anderes Unternehmen direkt kontaktiert wurde).
Folgende Fragen wurden bei dieser Online-Umfrage gestellt:
Fragen Sie in den Antragsfragen der Unfallversicherungsprodukte Ihres Unternehmens dezidiert nach einer Behinderung des Antragstellers (bzw. der zu versichernden Person)? (Diese Frage wurde im Online-Umfragetool als geschlossene Frage mit den Antwortmöglichkeiten „ja“ und „nein“ mittels Klick auf die entsprechende Antwortmöglichkeit gestellt.)
2. Einleitung: Stellt die neueren Änderungen im österreichischen Versicherungsrecht dar, insbesondere das VersRÄG 2012/2013, und erläutert die Zielsetzung der Arbeit bezüglich Diskriminierungsschutz und Unisex-Richtlinien.
3. Begriffsdefinition Unfall: Definiert den unfallversicherungsrechtlichen Unfallbegriff im Gegensatz zur gesetzlichen Unfallversicherung und dem Arbeitsunfallbegriff.
4. Gesetzliche Unfallversicherung | Private Unfallversicherung: Erläutert die Lückenfunktion der privaten Unfallversicherung und das Prinzip der freiwilligen Versicherung.
5. Rechtslage vor und nach den Novellierungen in Österreich: Diskutiert die verfassungsrechtlichen und EU-rechtlichen Grundlagen zum Verbot von Diskriminierung.
6. Diskriminierungsschutz für Menschen mit Behinderungen: Analysiert intensiv die Rechtslage, Begriffsdefinitionen und die Praxis der Antragsstellung mittels Umfragen bei Unternehmen und Verbänden.
7. Unisex-Richtlinie: Untersucht das Verbot geschlechtsspezifischer Differenzierung, dessen Umsetzung und die Auswirkungen auf Prämienstrukturen in der Lebens- und Unfallversicherung.
8. Conclusio: Führt die Erkenntnisse zusammen und bewertet die Wirksamkeit der neuen gesetzlichen Schutzbestimmungen kritisch.
Private Unfallversicherung, Österreich, Versicherungsrecht, Diskriminierungsschutz, Menschen mit Behinderung, Unisex-Richtlinie, Risikokalkulation, Versicherungsbedingungen, VersRÄG, Antragsfragen, Gleichbehandlung, Risikogemeinschaft, Invalidität, Versicherungstarife, Gesundheitsdaten
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen aktueller gesetzlicher Neuregelungen – insbesondere den Diskriminierungsschutz für behinderte Menschen und die Umsetzung der Unisex-Richtlinie – auf die private Unfallversicherung in Österreich.
Die zentralen Felder umfassen das Diskriminierungsverbot bei Versicherungsverträgen, die regulatorischen Vorgaben für Unisex-Tarife, versicherungsmathematische Aspekte der Risikokalkulation sowie die empirische Auswertung von Versicherungspraktiken.
Das Ziel ist die Aufarbeitung der neuen Rechtsgrundlagen, die Bewertung deren Effektivität im Alltag und die Analyse, ob Versicherungsunternehmen die neuen Vorgaben diskriminierungsfrei umsetzen.
Die Autorin verwendete eine Kombination aus juristischer Quellenanalyse (Gesetze, Urteile) und einer empirischen Erhebung in Form von Online-Umfragen bei österreichischen und deutschen Versicherungsunternehmen sowie Behindertenorganisationen.
Neben einer theoretischen Einleitung werden die rechtlichen Grundlagen von Behinderung und Unfällen, der Diskriminierungsschutz, die Einführung von Unisex-Richtlinien und deren Auswirkungen auf Prämien sowie statistische Daten zu Unfällen untersucht.
Wesentliche Begriffe sind Versicherungsvertragsgesetz, Diskriminierungsschutz, Unisex-Richtlinie, Risikokalkulation und Versicherungsbedingungen.
Weil das Spannungsfeld zwischen dem gesetzlichen Verbot, behinderte Menschen zu benachteiligen, und der versicherungswirtschaftlichen Notwendigkeit, ein individuelles Risiko zu bewerten, in der Praxis zu Rechtsunsicherheiten führt.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Antidiskriminierungsnormen in der Praxis teilweise "zahnlos" sind, da Versicherer weiterhin durch individuelle Gesundheitsanalysen Prämienzuschläge oder Ablehnungen vornehmen können.
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