Bachelorarbeit, 2004
58 Seiten, Note: 1
1. Einführung
2. Raum, Raumbedürfnis und Personal Space
2.1 Raum
2.1.1 Der orientierte Raum
2.1.2 Der gestimmte Raum
2.2 Raumbedürfnis
2.3 Personal Space
2.3.1 Funktionen des Personal Space
2.3.2 Theoretische Konzepte
a) Gleichgewichtstheorie (Equilibrium Theory)
b) Attributionstheorie (Attribution Theory)
c) Erwartungstheorie
2.4 Personal Space nach HALL
2.4.1 Intime Distanz
2.4.2 Persönliche Distanz
2.4.3 Soziale Distanz
2.4.4 Öffentliche Distanz
3. Kommunikation des persönlichen Raums
3.1 Kommunikation, Verhalten und Interaktion
3.1.1 Kommunikation
3.1.2 Verhalten
3.1.3 Interaktion
3.2 Kommunikation der Grenzen des persönlichen Raums
3.2.1 Auditive Kommunikation
a) Sprache
b) Nonverbale Vokalisierungen
3.2.2 Visuelle Kommunikation
a) Blick
b) Mimik
c) Gestik / Körperbewegungen
d) Körperhaltung
e) Kleidung und andere Aspekte der äußeren Erscheinung
f) Proxemik (Räumliches Verhalten)
3.2.3 Taktile Kommunikation
3.2.4 Olfaktorische Kommunikation
3.2.5 Gustatorische Kommunikation
3.3 Beeinflussende Parameter
3.3.1 Personenbezogene Unterschiede
3.3.2 Situative Unterschiede
3.3.3 Prothesen und Verlängerungen
4. Resümee
4.1 Intime Distanz
4.2 Persönliche Distanz
4.3 Soziale Distanz
4.4 Öffentliche Distanz
5. Das andere archimedische Prinzip - ein Beispiel
5.1. Hintergrund
5.2 Die gestörten Kreise
5.2.1 Archimedes
5.2.2 Der römische Legionär
5.2.3 Das Zusammentreffen
6. Schlusswort
Die vorliegende Bakkalaureatsarbeit untersucht die Art und Weise, wie Raum – speziell der „persönliche Raum“ (Personal Space) – durch menschliches Verhalten und Interaktion kommuniziert wird, wobei Edward T. Halls Distanzzonen-Modell eine zentrale theoretische Grundlage bildet.
5.2.1 Archimedes
sitzt am Strand und zeichnet Skizzen in den Sand. Das dürfte nichts allzu ungewöhnliches sein, betrachtet man das Lebenswerk des guten Mannes. Ihm dürften ziemlich oft Gedanken durchs Hirn gesprudelt sein, die nach sofortiger Notiz oder Weiterverfolgung schrieen. Ungewöhnlich ist das eher in Anbetracht der Kulisse, der brennenden Heimatstadt, in der Mord und Todschlag herrscht, in der niemand sicher ist und die den römischen Legionären hilflos ausgeliefert ist. Gerade als Staatsfeind Nummer Eins des römischen Reiches (vielleicht war er auch nur Nummer zwei oder drei, die Römer hatten damals viele solche), zu dem er sich durch seine Verteidigungsanlagen gemacht hatte, konnte er davon ausgehen, dass er nicht allzu viel Chancen hatte, mit heiler Haut davon zu kommen. Vielleicht dachte er überhaupt nicht an die brennende Stadt, sondern nur: „Eureka – Ich hab’s gefunden. Schon wieder!“. Vielleicht ließ er sich nicht von dem Gemetzel beeindrucken, nach der Art: „Was schert mich die Welt, meine Modelle müssen weiterentwickelt werden.“, eventuell flüchtete er sich aber in diese Welt der Mathematik oder Mechanik, in diesen Wahrnehmungsraum, um dem Gemetzel zu entgehen. Man wird es nie wissen. Archimedes hat sich ein Heimatterritorium errichtet. Er besetzt ein paar Quadratmeter Sand am Strand von Syrakus. Vor sich hat er eine Arbeitsfläche aus Sand, die er motorisch bearbeitet. Sie ist sein Handlungsraum. Die Sandfläche ist aber auch das Zentrum seiner sensorischen Aufmerksamkeit. Sie ist das einzige in seiner Aufmerksamkeit, sie ist auch sein Wahrnehmungsraum.
1. Einführung: Definition der Problemstellung und Einführung in die Thematik der Kommunikation des persönlichen Raums im Kontext menschlicher Interaktion.
2. Raum, Raumbedürfnis und Personal Space: Theoretische Herleitung der Konzepte von Raum als gelebte Erfahrung sowie die psychologischen Grundlagen des Personal Space und der Distanzzonen nach Hall.
3. Kommunikation des persönlichen Raums: Detaillierte Analyse der kommunikativen Ausdrucksmittel wie Mimik, Gestik, Sprache und Körperhaltung, die zur Verteidigung oder Einhaltung von Distanzgrenzen genutzt werden.
4. Resümee: Zusammenfassende tabellarische Übersicht, welche die verschiedenen Distanzzonen und ihre spezifischen kommunikativen Möglichkeiten darstellt.
5. Das andere archimedische Prinzip - ein Beispiel: Historische Fallstudie, die das Distanzverhalten und die Grenzverletzung anhand der Erzählung von Archimedes und dem römischen Legionär veranschaulicht.
6. Schlusswort: Reflexion über die Forschungsarbeit, deren Grenzen und den persönlichen Erkenntnisgewinn des Autors.
Persönlicher Raum, Personal Space, Proxemik, Kommunikation, Distanzzonen, Edward T. Hall, nonverbale Kommunikation, Sozialverhalten, Interaktion, Wahrnehmungsraum, Handlungsraum, Territorialverhalten, Mimik, Gestik.
Die Arbeit untersucht, wie das Individuum seinen „persönlichen Raum“ wahrnimmt, verteidigt und über kommunikative Signale gegenüber anderen abgrenzt.
Die zentralen Felder sind die Bedeutung von Raum für den Menschen, die Theorie der Distanzzonen nach Edward T. Hall und die verschiedenen Kanäle der nonverbalen Kommunikation.
Das Ziel ist eine präzisere Systematisierung und Exemplifizierung der verschiedenen Distanzzonen durch die Zuordnung spezifischer kommunikativer Verhaltensweisen.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf kommunikationswissenschaftlichen und anthropologischen Erkenntnissen basiert und diese in einem Modell (dem Resümee) zusammenführt.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, eine detaillierte Analyse der sensorischen Kommunikationskanäle (visuell, auditiv, etc.) und eine Untersuchung einflussreicher Parameter.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Personal Space, Proxemik, Distanzzonen, nonverbale Kommunikation und soziale Interaktion.
Es dient als anschauliches, historisches Beispiel für den Konflikt bei der Verletzung eines persönlichen Raums (eines Heimatterritoriums) durch einen Eindringling.
Die Mimik hat in mittleren Entfernungen, wie der persönlichen Distanz, eine herausragende Bedeutung, während ihre Bedeutung mit steigender Entfernung zugunsten der Gestik abnimmt.
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