Masterarbeit, 2014
105 Seiten, Note: 1,3
1 Einführung
1.1 Kurzer Abriss der historischen Ereignisse
1.1.1 Der erste Weltkrieg
1.1.2 Kriegsende und Neubeginn
1.1.3 Das Bedürfnis nach Erneuerung in der Kunst
1.2 Einordnung in die Architekturgeschichte
1.2.1 Die Entstehung neuer Aufgabenfelder der Architektur
1.2.2 Wegbereiter der Moderne in Europa
1.2.2.1 Der Deutsche Werkbund
1.2.2.2 Der Jugendstil
1.2.3 Internationaler Einfluss
1.2.4 Die „neue” Generation: Walter Gropius
1.2.5 Der Arbeitsrat für Kunst
1.2.6 Die „neue” Generation: J. J. P. Oud
1.2.7 Von der Utopie zur gebauten Realität
2 De Stijl und das Bauhaus: Strömungen der Moderne
2.1 De Stijl
2.1.1 Protagonisten
2.1.2 Das Manifest als Grundlage
2.1.3 Ideen und Ziele von De Stijl
2.1.4 De Stijl als Gruppe
2.1.5 Der Architekt
2.1.5.1 Rietvelds Werdegang
2.1.5.2 Rietvelds Kontakt zur Künstlergruppe De Stijl
2.1.5.3 Motivation
2.2 Das Staatliche Bauhaus in Weimar
2.2.1 Die Gründung des Bauhauses
2.2.2 Das „Bauhaus-Manifest“ als Grundlage
2.2.3 Unterricht am Staatlichen Bauhaus in Weimar
2.2.4 Protagonisten
2.2.5 Der Architekt
2.2.5.1 Muches Werdegang
2.2.5.2 Muches Motivation
2.2.5.3 Hinwendung zur Architektur
3 Der Anlass zum Bau
3.1 Anlass zum Bau des Hauses am Horn
3.1.1 Die Planung einer Bauhaussiedlung
3.1.2 Die Ausstellungsplanung unter politischem Druck
3.2 Anlass zum Bau des Schröderhauses
4 Das Haus am Horn und das Schröderhaus im Vergleich
4.1 Das Haus in seiner Umgebung
4.1.1 Städtebaulicher Kontext des Hauses am Horn
4.1.1.1 Die Stadt Weimar
4.1.1.2 Das Grundstück
4.1.1.3 Lage und Orientierung des Hauses
4.1.2 Städtebaulicher Kontext des Schröderhauses
4.1.2.1 Die Stadt Utrecht
4.1.2.2 Das Viertel Schildersbuurt
4.1.2.3 Das Grundstück
4.1.2.4 Lage und Orientierung des Hauses
4.1.3 Gemeinsamkeiten und Unterschiede
4.2 Der Baukörper
4.2.1 Baukörper des Hauses am Horn
4.2.2 Baukörper des Schröderhauses
4.2.3 Gemeinsamkeiten und Unterschiede des Erscheinungsbildes
4.3 Materialität und Konstruktion
4.3.1 Materialität und Konstruktion Haus am Horn
4.3.2 Materialität und Konstruktion Schröderhaus
4.3.3 Gemeinsamkeiten und Unterschiede
4.4 Raumstruktur und Funktionalität
4.4.1 Raumstruktur und Funktionalität des Hauses am Horn
4.4.2 Raumstruktur und Funktionalität des Schröderhauses
4.4.2.1 Das Erdgeschoss: die „Arbeitsetage“
4.4.2.2 Das Obergeschoss: die „Wohnetage“
4.4.3 Gemeinsamkeiten und Unterschiede
4.5 Innenausstattung und Farbgestaltung
4.5.1 Innenleben Haus am Horn
4.5.1.1 Innenausstattung und Möblierung
4.5.1.2 Die farbige Gestaltung des Inneren
4.5.2 Das Innere des Schröderhauses
4.5.2.1Innenausstattung und Möblierung
4.5.2.2Die farbige Gestaltung des Inneren
4.5.3 Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Innengestaltung
4.6 Rezeption und Kritik
4.6.1 Haus am Horn
4.6.2 Schröderhaus
4.7 Das Gebäude im Wandel der Zeit
4.7.1 Das Haus am Horn von 1923 bis heute
4.7.1.1 Bewohnbarkeit und Umgestaltung
4.7.1.2 Die Restaurierung
4.7.1.3 Unterschutzstellung und heutiger Status
4.7.2 Das Schröderhaus von 1924 bis heute
4.7.2.1 Bewohnbarkeit und Umgestaltung
4.7.2.2 Die Restaurierung des Schröderhauses
4.7.2.3 Unterschutzstellung und heutiger Status
4.7.3 Gemeinsamkeiten und Unterschiede
5 Epilog
6 Abschließende Betrachtung und Ausblick
Diese Arbeit führt einen detaillierten architektonischen und historisch-gesellschaftlichen Vergleich zwischen dem Haus am Horn in Weimar (1923) und dem Schröderhaus in Utrecht (1924) durch, um die Realisierung avantgardistischer Architekturvisionen der 1920er Jahre zu analysieren.
2.1.5.1 Rietvelds Werdegang
Gerrit Thomas Rietveld wurde am 24. Juni 1888 in Utrecht geboren, wo er mit kurzen Ausnahmen sein ganzes Leben verbrachte. Sein Vater Johannes Cornelis Rietveld hatte eine Werkstatt als Möbeltischler, seine Mutter Elizabeth van der Horst arbeitete nicht. Gerrit war das zweite von sechs Kindern. Er verließ im Jahr 1899 mit 11 Jahren die Schule und begann seine Lehre in der väterlichen Werkstatt, wo er bis 1906 arbeitete.
Von 1904 an, Rietveld war 16 Jahre alt, besuchte er nach der Arbeit Abendkurse in angewandter Kunst an der Stedelijke Avondschool vor Kunstindustrieel Onderwijs [Städtische Abendschule für Kunstgewerbe] in Utrecht, wo er Zeichnen, Malen, Anatomie- und Proportionslehre, Modellbau und technisches Zeichnen lernte. An der Abendschule wurde er im Schuljahr 1907/08 als besonders vielversprechender Student ausgezeichnet.
Eine Ausbildung per Abendschule im Anschluss an die oftmals wenigen Grundschuljahre war in den Niederlanden zeittypisch: die sich emanzipierende Arbeiterklasse wurde in den Städten oftmals gezielt von der gebildeteren Mittelschicht gefördert, denn die Modernisierung der Stadt war ein großes Anliegen der einflussreichen Geschäftsleute. Sie waren diesbezüglich liberal – jeder Arbeiter mit entsprechender Begabung konnte an Bildungsangeboten und Förderungen teilhaben.
1 Einführung: Diese Einleitung erläutert die Auswahl der beiden Vergleichshäuser und bettet sie in den historischen Kontext der Moderne und der Nachkriegszeit ein.
2 De Stijl und das Bauhaus: Strömungen der Moderne: Dieses Kapitel stellt die ideologischen Grundlagen, Protagonisten und Manifeste der Künstlergruppen De Stijl und Bauhaus gegenüber.
3 Der Anlass zum Bau: Hier werden die spezifischen Hintergründe zur Errichtung der beiden Bauwerke detailliert analysiert, inklusive politischer und sozialer Rahmenbedingungen.
4 Das Haus am Horn und das Schröderhaus im Vergleich: Dieser Hauptteil vergleicht die Gebäude in Bezug auf Umgebung, Baukörper, Materialität, Raumstruktur, Rezeption und historische Entwicklung bis zur heutigen Denkmalpflege.
5 Epilog: Dieses Kapitel gibt einen Ausblick auf den weiteren Werdegang von Georg Muche und Gerrit Rietveld nach der Fertigstellung ihrer Erstlingswerke.
6 Abschließende Betrachtung und Ausblick: Diese Zusammenfassung resümiert die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Häuser als gebaute Utopien der frühen Moderne.
Haus am Horn, Schröderhaus, Moderne, Architekturvergleich, Bauhaus, De Stijl, Gerrit Rietveld, Georg Muche, Denkmalpflege, Funktionalität, Raumstruktur, Klassische Moderne, Wohnkultur, 1920er Jahre.
Die Arbeit vergleicht das Haus am Horn in Weimar und das Schröderhaus in Utrecht als zwei der frühesten, realisierten Architekturvisionen der Klassischen Moderne aus den Jahren 1923 und 1924.
Zentrale thematische Felder sind die niederländische Künstlergruppe "De Stijl" (vertreten durch Rietveld) und das deutsche "Staatliche Bauhaus" in Weimar (vertreten durch Muche).
Das Ziel ist es, über eine reine Baubeschreibung hinaus die zugrunde liegenden historischen, künstlerischen und sozialen Motive zu beleuchten, die zur Realisierung dieser beiden experimentellen "Musterhäuser" führten.
Die Autorin wählt eine vergleichende Analyse, die neben der Architektur- und Raumgestaltung auch die Entstehungsgeschichte, Rezeption, soziale Aspekte und die Entwicklung der Gebäude bis zum heutigen Status als Welterbe umfasst.
Der Hauptteil gliedert sich in Vergleichsaspekte wie den städtebaulichen Kontext, die Materialität, die Raumstruktur, die Innengestaltung und die geschichtliche Entwicklung beziehungsweise Restaurierung.
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Moderne, Architekturvergleich, De Stijl, Bauhaus, Funktionalität, Raumstruktur, Denkmalpflege und Sozialgeschichte aus.
Während Muche im Haus am Horn eine rigorose Symmetrie und Tayloristische Funktionalität anstrebte, verfolgte Rietveld im Schröderhaus einen lebendig-spontanen, asymmetrischen Ansatz, der maximale Flexibilität und das Erleben von Raum priorisierte.
Beide Häuser sind als UNESCO-Welterbe gelistet; die Arbeit beleuchtet, wie die Restaurierungsprozesse den Ursprungszustand von 1923/24 wiederherzustellen versuchten, um die ursprünglichen Gestaltungsabsichten erlebbar zu machen.
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