Bachelorarbeit, 2014
51 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1. Siedlungstypen
1.2. Literatur- und Forschungsstand
2. Gründung einer Stadt im Mittelalter
2.1. Vorbilder und Organisation
2.2. Topographische Gegebenheiten
a. Naturräumliche Topographie
b. Wirtschaftstopographie
c. Sozialtopographie
2.3. Planungsprinzipien
3. Archäologische Funde und Befunde
3.1. Freiburg
3.2. Lübeck
3.3. München
4. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Prinzipien und archäologischen Befunde bei Stadtgründungen im mittelalterlichen Deutschland zwischen dem 11. und 14. Jahrhundert, mit besonderem Fokus auf die Städte Freiburg, Lübeck und München, um zu klären, inwieweit Planung und topographische Faktoren die Stadtentwicklung beeinflussten.
1. Einleitung
Die mittelalterliche Stadt – bis heute hat sie nichts von ihrer Faszination verloren und lockt Scharen von Touristen aus aller Welt nach Europa. Ursächlich hierfür ist vor allem ihr, durch eine gotische Silhouette geprägtes Erscheinungsbild: Mit der engen, spitzgiebeligen Bebauung und den verwinkelten Gassen strahlt dieser Ort Ruhe und Gemütlichkeit aus. Stadtmauern, Wehrtürme und Stadttore hingegen bezeugen Wehrfähigkeit und Selbstbehauptungswillen der Einwohner. Trotz dieser sich wiederholenden charakteristischen Merkmale weisen Städte des mittelalterlichen Deutschen Reiches vielfältige Erscheinungsformen und Einwohnerzahlen auf, womit die Frage einhergeht, was eine Stadt genau definiert und sie von den nichtstädtischen Siedlungsformen wie Dörfern oder Marktflecken unterscheidet.
Bei Eberhard Isenmann findet man verschiedene Deutungsversuche von baulichen Erscheinungsformen über die Rechtsordnung bis hin zu bevölkerungsstatistischen Auswertungen und Wirtschaftlichkeit. Beginnt man bei der baulichen Komponente, so fällt einem zuerst der Mauerring mit seiner militärischen und rechtlichen Funktion ins Auge. Im Mittelalter, als die Kriegsführung vor allem ihre Vorteile in der Defensive hatte, war dieser durchaus wirkungsvoll, verlor aber mit der Weiterentwicklung der Waffen allmählich seinen Nutzen. Durch die daraus resultierende Siedlungserweiterung konnte er kein Kennzeichen für eine Stadt mehr darstellen, zumal manche Städte erst sehr spät oder auch gar nicht befestigt wurden und sich auch befestigte Marktflecken und Dörfer finden lassen.
Unter dem bekannten Slogan „Stadtluft macht frei nach Jahr und Tag“ wird ein gängiger Rechtsgrundsatz der damaligen Zeit beschrieben und machte die stadtbürgerliche Freiheit und Gleichheit als einen eigenen Rechtsraum attraktiv u.a. für die leibeigene Landbevölkerung. Nach und nach wurde diese städtische Grundregel von den staatsbürgerlichen Rechtsprinzipen ersetzt, was einen Bezug auf die Begriffsdefinition hinfällig machte. Gleichwohl bleibt die bauliche Erscheinungsform und die rechtliche Ordnung ein wesentliches Kriterium.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Faszination der mittelalterlichen Stadt ein, diskutiert verschiedene Definitionsansätze (von baulichen Merkmalen bis zu Einwohnerzahlen) und stellt die Bedeutung der Stadtgründungsforschung dar.
2. Gründung einer Stadt im Mittelalter: Dieses Kapitel behandelt die Rahmenbedingungen von Stadtgründungen, die Rolle von Vorbildern, die Bedeutung topographischer und wirtschaftlicher Faktoren sowie verschiedene Planungsprinzipien der Gründungsherren.
3. Archäologische Funde und Befunde: Hier wird die archäologische Untersuchung der Stadtgründung am Beispiel von Freiburg, Lübeck und München detailliert analysiert und mit den theoretischen Planungsmodellen abgeglichen.
4. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass Stadtgründungen selten einem einzigen Plan folgten, sondern eine individuelle Mischung aus topographischen Gegebenheiten, strategischen Zielen und schrittweisem Ausbau darstellen.
Mittelalter, Stadtgründung, Stadtplanung, Archäologie, Freiburg, Lübeck, München, Zähringer, Topographie, Stadtmauer, Siedlungsgeschichte, Markt, Mittelalterliche Stadt, Stadtbaugeschichte, Befestigung
Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und die archäologische Realität von Stadtgründungen im mittelalterlichen Deutschland zwischen dem 11. und 14. Jahrhundert.
Zentrale Themen sind die Definition des Stadtbegriffs, die Rolle von Planungsprinzipien, der Einfluss der Topographie auf die Standortwahl sowie die archäologische Aufarbeitung von Stadtgründungsspuren.
Es wird untersucht, ob sich Planungsprinzipien und Vorbilder bei Stadtgründungen nachweisen lassen und inwieweit archäologische Befunde die Forschungsthesen zur geplanten Stadtgründung verifizieren können.
Die Arbeit basiert auf einer interdisziplinären Literaturanalyse historischer Stadtbaugeschichte und der Auswertung aktueller stadtarchäologischer Berichte und Grabungsbefunde.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Diskussion zu Stadtgründungen und eine detaillierte archäologische Fallstudie zu den Städten Freiburg, Lübeck und München.
Wichtige Schlüsselwörter sind unter anderem Stadtgründung, Stadtplanung, Mittelalter, Archäologie, Stadtmauer, Siedlungsgeschichte und Topographie.
Den Herzögen von Zähringen wird in der Forschung oft die Initialzündung für eine Welle von Stadtneugründungen im süddeutschen Raum zugeschrieben, wobei ihnen ein systematischer Städtebau unterstellt wird.
Die Arbeit zeigt, dass eine strikte Trennung zwischen "geplanter" und "gewachsener" Stadt kaum haltbar ist; Stadtentstehung war meist ein individueller Prozess mit mehreren Planungsschüben statt einer einzigen Gründungsplanung.
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