Bachelorarbeit, 2010
50 Seiten, Note: 1,0
Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
1 Einleitung
1.1 Neuronale Grundlagen der Fehlerverarbeitung
1.2 Die feedback-error related negativity
1.3 Befunde des Empirischen Forschungspraktikums mit Bezug zu dieser experimentellen Arbeit
1.4 Allgemeine Hypothesen
1.4.1 Feedbacknegativierung
1.4.2 Weiterspielen
1.4.3 Sicherheit
1.4.4 Erwartungswert
2 Methode
2.1 Probanden
2.2 Apparate und Stimuli
2.3 Instruktionen
2.4 Versuchsaufbau
2.4.1 Trialaufbau
2.4.2 Blockaufbau
2.4.2.1 Weiterspielen
2.4.2.2 Sicherheit
2.4.2.3 Erwartungswert
2.4.3 Nachbefragung
2.5 EEG-Auswertung
2.6 Datenanalyse und statistische Hypothesen
2.6.1 Feedbacknegativierung
2.6.2 Weiterspielen
2.6.3 Sicherheit
2.6.4 Erwartungswert
2.6.5 Nachbefragung
3 Ergebnisse
3.1 Fehlernegativierung
3.2 Weiterspielen
3.3 Sicherheit des Ausgangs
3.4 Erwartungswert
3.5 Nachbefragung
4 Diskussion
4.1 Hypothesengeleitete Diskussion
4.1.1 Feedbacknegativierung
4.1.2 Weiterspielen
4.1.3 Sicherheit
4.1.4 Erwartungswert
4.1.5 Nachbefragung
4.2 Vergleich der Ergebnisse mit der BART-Task
4.3 Besonderheiten und Grenzen des Glücksradparadigmas
4.4 Negativierung oder doch Positivierung?
4.5 Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht mittels EEG-Methodik die neurophysiologischen Grundlagen der Fehlerverarbeitung während eines Glücksspiels. Ziel ist es, zu ergründen, wie Faktoren wie die Möglichkeit des Weiterspielens, die Sicherheit eines Ausgangs sowie der Erwartungswert die Ausprägung der "feedback-error related negativity" (f-ERN) beeinflussen, um widersprüchliche Vorbefunde zu klären.
1.2 Die feedback-error related negativity
Die feedback-error related negativity (f-ERN) ist ein ereigniskorreliertes Potential (EKP), welches sich etwa 230 bis 330 ms nach negativem Feedback zeigt (Miltner et al., 1997). Diese ist im EEG an den frontomedialen Elektroden Fz beziehungsweise Cz als eine Negativierung der Amplitude in diesem Zeitbereich sichtbar. Nach positivem Feedback wurden solche negativen Amplitudenausschläge nicht beobachtet. In der Studie von Miltner, Braun und Coles hatten die Versuchspersonen die Aufgabe, den Zeitraum von einer Sekunde durch Tastendruck abzuschätzen. Unabhängig davon, ob visuelles, auditives, oder somatosensorisches Feedback gegeben wurde, erfolgte die Negativierung nach negativer Rückmeldung. Demzufolge existiert ein allgemeines neuronales System bei der Fehlererkennung, welches das weitere Handeln optimieren soll. Das negative Feedback als Rückmeldung über einen Fehler ist dabei als „Fehler im Sinne der Aufgabe“ zu sehen (Nieuwenhuis, Yeung, Holroyd, Schurger & Cohen, 2004). Umfasst die Aufgabe, den Gewinn in einem Glücksspiel zu maximieren, so stellt eine Rückmeldung über einen Verlust einen Fehler per Definition dar.
Zahlreiche Studien (Gehring & Willoughby, 2002; Nieuwenhuis, Holroyd et al., 2004; Yeung & Sanfey, 2004) konnten diese f-ERN-Befunde beim Glücksspiel replizieren. Auch bei Glücksspielen, in denen die Teilnehmer keine Auswahl trafen (Yeung, Holroyd & Cohen, 2005), ließen sich f-ERNs beobachten. Bei der Choice task von Yeung, Holroyd und Cohen (2005) wählten die Versuchspersonen aus vier farbigen Ballons, die verschiedene Geldgewinne beziehungsweise –verluste enthielten, einen Ballon per Tastendruck aus. Ihnen wurde mitgeteilt, dass die Gewinne beziehungsweise Verluste von ihren Entscheidungen abhängig seien. Die Probanden testeten daher verschiedene Strategien um zuverlässig Gewinne zu erzielen. Tatsächlich trat mit 50 % ein Gewinn und mit 50 % ein Verlust ein. Ebenso fiel die Häufigkeitsverteilung in der No-choice task aus. Im Gegensatz zur Choice task sollten die Probanden dabei lediglich ein Rouletterad starten, ihre Entscheidungen waren also nicht kontingent zum Feedback. Im Ergebnis war die Stärke der f-ERN an der Elektrode Cz bei der No-choice task geringer als bei der Choice task. Anhand von Fragebögen fanden die Autoren heraus, dass der Unterschied in der Ausprägung der f-ERN allein durch die Bewertung der subjektiven Involviertheit und nicht durch die Aufmerksamkeit entstand.
1 Einleitung: Vermittelt die theoretischen Grundlagen der Fehlerverarbeitung und die Relevanz der f-ERN im Kontext von Glücksspielen sowie die Herleitung der Hypothesen.
2 Methode: Beschreibt das Probandenkollektiv, den Versuchsaufbau des Glücksrad-Paradigmas sowie das Vorgehen bei der EEG-Datenverarbeitung und statistischen Analyse.
3 Ergebnisse: Präsentiert die statistischen Auswertungen der EEG-Amplituden, wobei insbesondere Haupteffekte des Feedbacks und Interaktionen mit den Faktoren Weiterspielen, Sicherheit und Erwartungswert dargestellt werden.
4 Diskussion: Interpretiert die Ergebnisse unter Bezugnahme auf die Hypothesen, vergleicht sie mit der BART-Task und erörtert Grenzen des gewählten Paradigmas sowie Implikationen für zukünftige Forschung.
f-ERN, Glücksspiel, Elektroenzephalogramm, Fehlerverarbeitung, Feedbacknegativierung, ACC, BART, Weiterspielen, Sicherheit, Erwartungswert, Positivierung, neuronale Korrelate, Handlungssteuerung, Gewinn, Verlust
Die Arbeit untersucht die elektrophysiologischen Reaktionen des Gehirns auf Feedback in einem Glücksspiel. Im Zentrum steht die Frage, wie sich verschiedene Spielsituationen auf hirnelektrische Potentiale, speziell die sogenannte f-ERN, auswirken.
Die zentralen Themen sind das performance monitoring (Überwachung von Leistung und Fehlern), die neuronale Verarbeitung von Belohnung und Bestrafung sowie die Auswirkungen motivationaler Faktoren wie Sicherheit und Erwartungshaltung auf neuronale Signale.
Das primäre Ziel ist es, zu klären, warum in vorherigen Studien widersprüchliche Ergebnisse zur f-ERN auftraten, und zu prüfen, inwieweit Faktoren wie die Möglichkeit des Weiterspielens oder die Sicherheit über den Spielausgang die Amplituden beeinflussen.
Es handelt sich um eine EEG-Studie, bei der 128 Elektroden zur Messung ereigniskorrelierter Potentiale (EKP) verwendet wurden. Die Daten wurden statistisch mittels messwiederholter Allgemeiner Linearer Modelle (mALM) ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Fehlerverarbeitung, eine detaillierte Beschreibung des methodischen Versuchsaufbaus, die Auswertung der EEG-Ergebnisse sowie eine kritische Diskussion der Befunde.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie f-ERN, Glücksspielparadigma, EEG, ACC, Fehlerverarbeitung und Belohnungssensitivität charakterisieren.
Die Probanden schätzten ihren Einfluss auf das Glücksrad auf ca. 43 % ein, obwohl dieser faktisch bei 0 % lag. Diese Fehleinschätzung korreliert mit einer potenziellen Verringerung der f-ERN, da die Teilnehmer den fehlenden Einfluss erst im Verlauf der Untersuchung begriffen.
Die Analyse der verschiedenen Blöcke zeigte, dass Unterschiede in den Amplituden eher durch die Sicherheit des Ausgangs und die Höhe der Gewinne getrieben wurden, während identische Erwartungswerte keine konsistenten Unterschiede in den Hirnantworten hervorriefen.
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